Strategy hielt seinen Bitcoin-Bestand in der Woche bis zum 25. Oktober 2026 stabil bei 848.517 Coins, während das Unternehmen 204,9 Millionen US-Dollar in den Rückkauf eigener STRC-Vorzugsaktien steckte. Die aus Barmitteln finanzierte Transaktion markiert eine deutliche Kursänderung hin zum aktiven Kapitalmanagement und zur Senkung der Dividendenlast.
Rückkauf statt Bitcoin-Käufe: die Zahlen vom Oktober 2026
Die Einkaufstour des weltweit größten börsennotierten Bitcoin-Unternehmens hat im Oktober 2026 eine markante Pause eingelegt. In der Woche vom 19. bis zum 25. Oktober 2026 erwarb Strategy keinen einzigen Bitcoin und beließ den Bestand unverändert bei 848.517 Coins, die für rund 64,02 Milliarden US-Dollar zu einem Durchschnittspreis von 75.446 US-Dollar pro Coin einschließlich Gebühren und Aufwendungen erworben wurden. In dieser Woche wurden zudem keine Aktien über das laufende At-the-Market-Programm verkauft, und die freie Kasse schrumpfte um rund 46 Prozent.
Dieser Schritt ist kein isolierter Ausreißer, sondern Teil einer breiteren Bewegung im Oktober 2026. Insgesamt gab das Unternehmen rund 664 Millionen US-Dollar für den Rückkauf von STRC-Papieren aus, während im selben Monat lediglich 72,3 Millionen US-Dollar in den Kauf von 851 Bitcoin flossen. In der darauffolgenden Woche investierte der Konzern weitere 208,2 Millionen US-Dollar in den Rückkauf von knapp 2,1 Millionen STRC-Aktien, während für 65,5 Millionen US-Dollar exakt 811 Bitcoin zu einem Durchschnittspreis von 80.846 US-Dollar erworben wurden. Dabei platzierte das Unternehmen vom 26. Oktober bis 1. November gut 1,18 Millionen neue Stammaktien über sein ATM-Programm und nahm netto 164 Millionen US-Dollar ein, wovon 65,5 Millionen US-Dollar den Bitcoin-Kauf finanzierten und 98,5 Millionen US-Dollar dem USD-Cash-Bestand zugewiesen wurden. Die Barmittel in der freien Kasse schrumpften infolge dieser Transaktionen spürbar ab, während die Bestände bei einem Bitcoin-Kurs von knapp 79.600 US-Dollar kürzlich auf über 67 Milliarden US-Dollar bewertet wurden.
Die Mechanik hinter der variablen STRC-Vorzugsaktie
Um die strategische Neuausrichtung zu verstehen, lohnt ein Blick auf das Instrument selbst. Der monatlich festgelegte Dividendensatz lag im Oktober 2026 bei 12,00 Prozent im Jahr und wurde halbmonatlich mit 50 Cent je Aktie ausgezahlt. Basierend auf vorläufigen Ergebnissen votierten bei einer außerordentlichen Aktionärsversammlung 99,3 Prozent der abgegebenen Stimmen für die Implementierung täglicher Dividenden, um das Wertpapier für Anleger attraktiver zu machen.

Das Kernproblem für die Bilanz liegt in der Differenz zwischen dem Zielkurs und der tatsächlichen Marktentwicklung. Die Unternehmensführung um Michael Saylor und CEO Phong Le, der den Zuwachs an Bitcoin je Aktie als langfristig wichtigsten Hebel bezeichnet hatte, strebt an, STRC nahe dem Nennwert von 100 US-Dollar zu handeln, und verzichtet darauf, neue Aktien auszugeben, solange der Kurs darunter liegt. Nach einem Zwischentief im Juni, als die Aktie unter 75 US-Dollar abstürzte, erholte sich der Kurs im Herbst 2026 und notierte wieder nahe der Marke von 99,85 US-Dollar, während die STRC-Aktie bei Yahoo Finance am Montag im vorbörslichen Handel um 0,1 % auf 99,22 US-Dollar stieg und rund 0,8 % unter ihrem Zielkurs von 100 US-Dollar lag. Jede zurückgekaufte Aktie reduziert die jährliche Ausschüttungslast des Unternehmens erheblich; so bringen 2,07 Millionen Aktien rund 24,8 Millionen Dollar weniger Ausschüttung pro Jahr, während das Unternehmen zudem seine Rückkaufgenehmigung für digitale Kreditwertpapiere von 2 Milliarden Dollar auf 3 Milliarden Dollar ausweitete.
Kritik von K33 und der Kontrast zu Konkurrenten
Die Neuausrichtung stößt am Markt auf geteiltes Echo. K33 wies darauf hin, dass die jährlichen Dividendenverpflichtungen auf Strategys Vorzugsaktien im Laufe des Jahres gestiegen sind, wobei K33 die zusätzliche Dividendenlast durch STRC auf 725 Millionen US-Dollar beziffert. K33 stört sich jedoch an den Kosten und unterstellt auf die Reserve eine Verzinsung von 4 Prozent, während STRC mit 12 Prozent bedient wird, weshalb künftige Käufe über neue Stammaktien effizienter finanziert werden könnten.
Gleichzeitig zeigt der Blick auf den Wettbewerb, wie unterschiedlich Marktteilnehmer agieren. Während Strategy seine Zukäufe zurückfuhr und eigene Anteile einzog, baute der Mitbewerber Strive sein Engagement massiv aus: Insgesamt erwarb Strive in der abgelaufenen Woche 6.182 BTC im Gegenwert von 511 Millionen US-Dollar, womit der eigene Bestand auf 43.000 BTC anstieg und im Ranking der größten Bitcoin-Reserven an dem Konkurrenten MARA vorbeizog. Dennoch bleibt Strategy mit seinen Reserven handlungsfähig: Die separate US-Dollar-Reserve zur Absicherung von Dividenden und Zinsen stand am 25. Oktober bei 4,83 Milliarden US-Dollar und am Sonntag bei 4,79 Milliarden US-Dollar, was laut Quartalsbericht rund 3,4 Jahre Dividenden und Zinsen abdeckt, während das Unternehmen parallel den bevorstehenden Ausschluss aus den Global Investable Market Indexes von MSCI zum Monatsende November 2026 vorbereitet.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Im Durchschnitt erleiden Kleinanleger Verluste beim Handel mit spekulativen Finanzprodukten.

Verwandte Artikel