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Sport

Startplatz ganz hinten für George Russell beim Grand Prix von Singapur

Formel-1-Pilot George Russell muss beim Großen Preis von Singapur wegen eines Motorenwechsels vom Ende der Startaufstellung ins Rennen gehen. Mercedes-Teamchef Toto Wolff bestätigte die Strafe nach einem technischen Defekt beim vergangenen Rennen in Malaysia, wodurch Russells WM-Chancen einen schweren Rückschlag erleiden.

Die jüngsten Ereignisse in Sepang wirken für das Mercedes-Team nach. Während des dortigen Rennens rollte der Brite auf dem Weg zu einem sicheren Podestplatz wenige Runden vor dem Ende aus. Ein plötzlicher Schaden an der Antriebseinheit beendete seinen Arbeitstag abrupt, während er zu diesem Zeitpunkt auf dem dritten Rang lag.

Besonders bitter gestaltet sich die Situation durch das teaminterne Duell. Profiteur des Ausfalls war sein italienischer Teamkollege Kimi Antonelli, der hinter Max Verstappen als Zweiter ins Ziel kam und seinen Vorsprung an der Tabellenspitze der Fahrer-Weltmeisterschaft auf 84 Punkte ausbaute.

Startplatz ganz hinten für George Russell beim Grand Prix von Singapur
Foto: skysports.com

Für den 28-Jährigen bedeutet dieser Ausfall bereits den dritten Nullnummern-Grand-Prix der laufenden Saison. Zuvor hatte er beim Rennen in Kanada durch einen Batteriefehler sowie beim Großen Premio von Belgien durch eine teaminterne Kollision in der Startrunde das Ziel nicht gesehen. In der Gesamtwertung liegt er dadurch deutlich hinter dem italienischen Teamkollegen zurück, der vor einem Monat beim Heimspiel in Monza einen ähnlichen Rückstand verkraftete und vom neunzehnten Startplatz aus zum Sieg fuhr. Das Team erinnert sich in diesem Zusammenhang auch an frühere Saisongebnisse, wie Russells Sieg beim Grand Prix von Singapur im Vorjahr oder Antonellis späten Motorausfall in Barcelona, die die mechanische Unruhe in dieser Meisterschaft unterstreichen.

Motorenüberschreitung und Startplatzstrafe in Marina Bay

Weil der Rennstall nach dem Motorenausfall eine gänzlich neue Antriebseinheit einbauen muss, überschreitet der 28-Jährige das für die Saison geltende Limit von vier erlaubten Komponenten. Das Regelwerk sieht dafür eine Rückversetzung vor, die beim anstehenden Hauptrennen greift.

Mercedes in TROUBLE? Russell Hit With Singapore Grid Penalty!

Das Team hatte ursprünglich erwogen, diesen unvermeidlichen Motorenwechsel erst beim darauffolgenden Rennwochenende in Austin vorzunehmen, um ihn mit der Einführung des per ADUO-System erlaubten Upgrade-Pakets zu verbinden. Der frühe Defekt in Sepang zwingt die Ingenieure nun jedoch zum Handeln. Stellvertretender Teamchef Bradley Lord erklärte nach dem Rennen in Malaysia, dass man die Sensoren und das Funkgepräche des Fahrers analysiert habe, da dieser bereits meldete, dass das Triebwerk verdächtig klinge. Das Team verfügt über kein großes Polster an laufleistungsarmen Motorenkomponenten im Pool, weshalb die ursprünglichen Planungen verworfen werden mussten.

„George hat die zusätzliche Herausforderung einer Startplatzstrafe, die am Sonntag das Starten vom Ende des Feldes bedeutet, infolge des Motorschadens in Malaysia. Das ist besonders frustrierend angesichts der Art und Weise, wie er letztes Wochenende gefahren ist und welches Ergebnis er verdient hätte, zu verteidigen.“

Toto Wolff, Teamchef bei Mercedes

Der Zeitplan des Wochenendes in Singapur bietet jedoch einen kleinen Trost. Da es sich um ein Sprint-Wochenende handelt, gilt die Startplatzstrafe ausschließlich für den Grand Prix am Sonntag. Am Samstag kann der Mercedes-Pilot den Sprint noch von seiner regulären Startposition in Angriff nehmen. Im Rahmen des Sprint-Formats stehen auf dem Stadtkurs an diesem Wochenende zusätzliche Punkte auf dem Spiel, bevor der Kalender nach dem Lauf in Südostasien in die finalen Runden der Saison führt. Abhängig von den Sicherheitsgarantien hinsichtlich der Entwicklungen im Nahen Osten und den anstehenden Rennen in Katar und Abu Dhabi stehen im Gesamtkalender noch sechs bis sieben Grands Prix aus.

Startplatz ganz hinten für George Russell beim Grand Prix von Singapur
Foto: sports.yahoo.com

Herausforderungen auf dem Marina Bay Street Circuit

Die Ausgangslage für die Aufholjagd am Sonntag gilt als äußerst schwierig. Experten schätzen die sportlichen Aussichten nach dem Rückschlag als stark eingeschränkt ein. Im Klassement der Konstrukteure führt der Rennstall der Silberpfeile unterdessen mit einem Vorsprung von 151 Punkten vor Ferrari und strebt den ersten Titelgewinn seit der Erfolgsserie zwischen 2014 und 2021 an.

„Das ist nicht der Ort, an dem man eine Startplatzstrafe nehmen möchte, weil es in Singapur schwierig ist zu überholen.“

Craig Slater, Sky Sports News

Angesichts der engen Straßen des Stadtkurses prognostiziert die Berichterstattung einen mühsamen Weg durch das Feld für den Vorjahressieger. Das Team setzt währenddessen auf eine gründliche Datenauswertung. Neben der neuen Antriebseinheit wollen die Techniker über das Wochenende hinweg auch zwischen der neuesten Ausbaustufe und einer früheren Spezifikation vergleichen, um die Ursachen für die jüngsten Leistungsprobleme lückenlos zu verstehen. Toto Wolff betonte ergänzend, dass man seit dem vergangenen Sonntag intensiv daran gearbeitet habe zu ergründen, warum die Performance hinter den Erwartungen zurückblieb, und das bevorstehende Sprint-Wochenende direkt für weitere Erkenntnisse nutzen werde.

Startplatz ganz hinten für George Russell beim Grand Prix von Singapur
Foto: aol.co.uk
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Felix Neumann

Über den Autor

Felix Neumann leitet das Sportressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Fussball, internationale Turniere und Leistungssport und verbindet Ergebnisberichterstattung mit analytischem Hintergrund.

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