Mercedes-Pilot George Russell muss beim Großen Preis von Singapur von ganz hinten starten.
Motorenschaden in Malaysia erzwingt harten Rückschlag in Singapur
Für George Russell hat der Auftakt des Rennwochenendes in Singapur einen herben Dämpfer gebracht. Der Mercedes-Pilot wird das Rennen am Sonntag vom Ende der Startaufstellung in Angriff nehmen müssen. Auslöser ist ein technisches Problem beim vorangegangenen Grand Prix, der auf dem Sepang International Circuit ausgetragen wurde. Dort schied der 28-Jährige kurz vor Schluss aus, als er auf dem dritten Platz lag.
Mercedes-Teamchef Toto Wolff bestätigte den notwendigen Austausch der Antriebseinheit. Durch diesen Wechsel überschreitet Russell das für die Saison festgelegte Kontingent von vier erlaubten Komponenten, was laut Reglement die Startstrafe nach sich zieht. Die Strafe greift allerdings erst am Sonntag und hat keine Auswirkungen auf das Sprintrennen am Samstag auf dem Marina Bay Street Circuit.

Bradley Lord erklärte als stellvertretender Teamchef von Mercedes, dass man nach der Rückkehr des Autos eine erste Inspektion am Triebwerk vorgenommen habe und es sich eindeutig um einen mechanischen Defekt auf der Seite der Antriebseinheit handele.
Die WM-Aussichten und der erweiterte Rückstand auf Teamkollege Kimi Antonelli
„Vierundachtzig Punkte Rückstand, das ist absolut der letzte Strohhalm für diesen Titelkampf.“
Craig Slater, Sky Sports News
Zuvor hatte Kimi Antonelli im vergangenen Monat den Großen Preis von Italien gewonnen, obwohl er dort nach einer ähnlichen Strafe von Startplatz 19 aus ins Rennen gegangen war. Russell hofft nun darauf, eine ähnliche Aufholjagd zu zeigen.
Technische Aufarbeitung und die Herausforderung auf dem Marina Bay Circuit
Hinter den Kulissen arbeitet das Team intensiv an der Analyse des jüngsten Rennens. Wolff bezeichnete das Wochenende in Sepang als den bisher schwierigsten Saisonzeitpunkt für den Rennstall aus Brackley. In der Konstrukteurswertung führt Mercedes weiterhin mit 151 Punkten Vorsprung vor Ferrari, wobei das Team diesen Titel seit der Serie von acht Erfolgen zwischen 2014 und 2021 nicht mehr gewinnen konnte.
Gleichzeitig stellt der Stadtkurs in Singapur die Techniker vor besondere Aufgaben. Die Streckencharakteristik unterscheidet sich stark von Malaysia, was dem Team laut Wolff die Gelegenheit bietet, neue Erkenntnisse zu gewinnen und sowohl das neueste Update-Paket als auch die vorherige Spezifikation zu vergleichen.

„[Russells Strafe] ist besonders frustrierend angesichts seiner Fahrweise am vergangenen Wochenende und des Ergebnisses, um das zu kämpfen er verdient gewesen wäre. Leider gehören solche Dinge zum Sport, und unser Fokus liegt nun darauf, ihm das bestmögliche Auto und die besten Möglichkeiten zu geben, sich im Feld nach vorne zu kämpfen.“
Toto Wolff, Mercedes
Zusätzlich erschwert wird die Aufholjagd durch die Streckenbeschaffenheit in Singapur. Experten und Teammitglieder betonen, dass es auf dem winkligen Stadtkurs zu den schwersten Aufgaben im gesamten Formel-1-Kalender gehört, von weit hinten im Feld Plätze gutzumachen und ein starkes Resultat einzufahren.