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Welt

Starlink-Beschränkungen: USA und Elon Musk streiten über Verantwortung

Ukrainische Streitkräfte melden unerwartete Beschränkungen des Satellitennetzwerks Starlink, die schnelle Drohneneinsätze in der Frontzone behindern. Das Weiße Haus, SpaceX und europäische Partner streiten über die Verantwortung für den Befehl. Neun US-Senatoren fordern bis zum 1. November eine Untersuchung des Pentagons.

Das Weiße Haus, Elon Musk und widersprüchliche Aussagen zur Drosselung

In der Nacht auf Mittwoch wurde der ukrainischen Armee ohne Vorwarnung eine Beschränkung bei der Nutzung des Satellitennetzwerks Starlink auferlegt, wie ukrainische Militärquellen meldeten. Konkret betrifft die Maßnahme die Militärversion Starshield, die Einsätze mit schnell fliegenden Drohnen behindert. Der Internetdienst fällt aus, sobald ein Empfangsgerät eine Geschwindigkeit von rund 160 Kilometern pro Stunde überschreitet; einige Einheiten verloren die Verbindung laut Berichten bereits bei etwa 72 bis 120 Kilometern pro Stunde.

Um die Verantwortung für diesen Schritt ist ein öffentlicher Streit entbrannt. SpaceX-Chef Elon Musk erklärte auf der Plattform X, dass Starshield-Systeme der US-Regierung gehören und von ihr kontrolliert werden. Jegliche Begrenzungen würden vom US-Militär und letztlich vom Präsidenten der Vereinigten Staaten entschieden, so Musk. US-Präsident Donald Trump wies diesen Vorwurf jedoch zurück und erklärte vor Reportern in Washington, er wisse nichts von der Maßforderung und habe diese nicht angeordnet.

Das habe ich nicht getan. Nein, wir haben das überhaupt nicht getan.

Donald Trump, US-Präsident, via N Tv

Einem Bericht der britischen Tageszeitung The Telegraph zufolge, der sich auf vier mit den Gesprächen vertraute Quellen stützt, soll sich Musk stattdessen selbst mit der Idee an Trump gewandt haben, die Geschwindigkeit des Systems für die Ukraine zu drosseln. Demnach habe Trump dem Vorschlag zugestimmt, um das Pentagon die Umsetzung zu ermöglichen. Ein hochrangiger europäischer Regierungsvertreter und zwei ukrainische Quellen bestätigten diese Darstellung gegenüber der Zeitung, während ein ungenannter US-Vertreter dem widersprach.

Folgen für die ukrainische Drohnenabwehr an der Front

Die temporäre Drosselung traf die ukrainischen Streitkräfte in einer heiklen Phase, während die ukrainische Luftwaffe zeitgleich einen massiven russischen Angriff mit Hunderten Drohnen abwehrte. Das Verteidigungsministerium in Kiew erklärte, dass die technische Begrenzung wichtige Operationen erschwert habe, darunter Angriffe mittlerer Reichweite, Abfangeinsätze der Luftverteidigung und die Logistik an der Front. Drohnen, die das Starshield-System nutzen, konnten den Berichten zufolge kaum noch mit anfliegenden russischen, düsengetriebenen Drohnen Schritt halten.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete die Drosselung am Rande eines EU-Gipfels in Brüssel als sehr gefährliche und unangenehme Überraschung. Gleichzeitig betonte Selenskyj, dass es mittlerweile Signale aus dem Weißen Haus gebe, die Fähigkeiten schrittweise wiederherzustellen, auch wenn die alte Geschwindigkeit noch nicht erreicht sei. Das Verteidigungsministerium meldete, dass die Terminals in Bewegung zwar grundsätzlich wieder funktionieren, die Obergrenze von 160 Kilometern pro Stunde jedoch bestehen bleibt.

Braucht starlink zur
Foto: FAZ

US-Senatoren fordern Aufklärung bis November und Europa sucht Alternativen

Der Vorfall hat in Washington politische Konsequenzen nach sich gezogen. Neun US-Senatoren beider Parteien, angeführt von der Demokratin Jeanne Shaheen und dem Republikaner Thom Tillis, fordern in einem Brief an den Generalinspektor des Pentagons eine umfassende Untersuchung. Die Parlamentarier verlangen bis zum 1. November eine schriftliche Statusmeldung samt erstem Briefing, um zu klären, ob US-Beamte die Einschränkung anordneten, ob SpaceX eigenmächtig handelte und ob dies mit den Verträgen der Space Force vereinbar war.

In Europa verstärkt der Fall die Diskussionen über eine strategische Abhängigkeit von kommerzieller US-Technologie. Bundesaußenminister Johann Wadephul kritisierte das Vorgehen in der ZDF-Talkshow Maybrit Illner als Druckerhöhung an falscher Stelle und betonte, dass Deutschland Teile der Starlink-Technik für die Ukraine finanziere und deshalb erwarte, dass diese funktioniere. Der polnische Außenminister Radosław Sikorski richtete sich direkt an den Tech-Milliardär: Als Ihre europäischen Kunden beobachten wir Sie.

Als europäische Alternativen stehen das Satellitensystem Eutelsat/OneWeb sowie das geplante EU-System Iris2 bereit, das bis 2030 aufgebaut werden soll. Vertreter des ukrainischen Militärs merkten jedoch an, dass es derzeit keine vollwertige Alternative gibt, die auf dem Gefechtsfeld vergleichbare Leistungsfähigkeit bietet.

Elon Musk sagt, die US-Regierung steckt hinter den Starlink-Beschränkungen | The Palki Sharma Sho…
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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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