US-Senatoren fordern vom Pentagon eine Untersuchung zu unerwarteten Drosselungen des Satelliteninternets Starlink in der Ukraine. Die Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 160 km/h beeinträchtigten im Oktober 2026 ukrainische Drohnenabwehrmissionen. Zudem gerieten amerikanische Diplomaten und Militärangehörige während russischer Luftangriffe in Lebensgefahr, weil sie Schutzräume nicht rechtzeitig erreichen konnten.
Unerwartetes Tempolimit für Starlink-Terminals in der Ukraine
In der Nacht zwischen dem 12. und 14. Oktober 2026, führte der Satellitenbetreiber SpaceX nach ukrainischen Angaben ohne vorherige Ankündigung eine strikte Geschwindigkeitsbegrenzung für Starlink-Terminals ein. Die Maßnahme hielt knapp über einen Tag an. Flugobjekte, die sich schneller als 160 Kilometer pro Stunde fortbewegten, verloren abrupt die Verbindung zu dem Netzwerk. Weitreichende ukrainische Drohnen, die Geschwindigkeiten von bis zu 300 Kilometern pro Stunde erreichen, waren infolgedessen vorübergehend im Blindflug unterwegs und ließen sich nicht mehr aus der Ferne steuern.
Die Einschränkungen betrafen nach Angaben der US-Senatoren Jeanne Shaheen und Thom Tillis kritische Kommunikationsinfrastrukturen, die ukrainische unbemannte Flugsysteme sowie Flugzeuge unterstützen. Militärische Tests in der Ukraine identifizierten am 14. Oktober 2026 Beschränkungen ab einer Geschwindigkeit von rund 100 Meilen pro Stunde.

Gefährdung amerikanischen Personals im Kriegsgebiet
Neben den militärischen Konsequenzen richtet sich das Augenmerk der Politik in Washington auf die Sicherheit eigener Staatsbürger vor Ort. Eine parteiübergreifende Gruppe aus neun Mitgliedern des Auswärtigen Ausschusses im US-Senat wandte sich mit einem Brandbrief an den Generalinspekteur des Pentagons, Platte Moring III. In dem Schreiben verlangen die Politiker Aufklärung darüber, ob US-Beamte der Unterbrechung des militärisch genutzten Dienstes zugestimmt oder vorab davon gewusst hatten.
Besonders alarmierend seien Berichte über Kommunikationsausfälle und technische Probleme, die dazu führten, dass amerikanisches Personal während russischer Raketen- und Drohnenangriffe abgeschnitten war. Diplomaten, Militärangehörige und Sicherheitspersonal konnten demnach wichtige Schutzräume nicht rechtzeitig erreichen. Ein US-Verteidigungsbeamter erklärte auf Anfrage der BBC, dass der Präsident niemals eine solche Anforderung zur Drosselung gestellt habe. Insidern zufolge soll die Anweisung jedoch aus dem Weißen Haus an das Verteidigungsministerium ergangen sein.
US-Senatorinnen und -Senatoren in ihrem Schreiben an den Generalinspekteur des Pentagons.
Politische Spannungen und das Ultimatum bis zum 1. November 2026
Die Drosselung fällt in eine ohnehin angespannte Phase zwischen Kiew und Washington. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskyj wies nach Berichten der Financial Times auf einen gefährlichen Mangel an US-Geheimdienstdaten hin und beklagte die gleichzeitigen Probleme mit Starlink. US-Präsident Donald Trump hatte die Ukraine zuvor beschuldigt, sich gegen ein Friedensabkommen zu sperren und durch Angriffe auf russische Raffinerien die Dieselpreise in die Höhe zu treiben. Die demokratische Senatorin Jeanne Shaheen warf der US-Regierung daraufhin vor, die Ukraine als Sündenbock
für wirtschaftliche Probleme zu benutzen, die tatsächlich aus dem Krieg im Iran resultierten.

Gleichzeitig normalisiert sich die technische Lage vor Ort nur schrittweise. Präsident Selenskyj bestätigte auf einer Pressekonferenz in Brüssel, dass die Verbindungsgeschwindigkeiten zwar wieder hochgefahren werden, das Niveau von vor dem Vorfall jedoch noch nicht vollständig erreicht ist. Das Pentagon steht nun unter Druck: Die Senatoren fordern eine schriftliche Bestätigung des Untersuchungsstatus sowie ein erstes offizielles Briefing spätestens bis zum 1. November 2026.
Weiterlesen