Elon Musk plant den Aufbau eines landesweiten Mobilfunknetzes in den USA durch sein Raumfahrtunternehmen SpaceX. Durch den Zukauf von Frequenzen im 800-Megahertz-Bereich vom Finanzinvestor Grain Management will SpaceX Starlink-Mobilfunkdienste direkt auf Smartphones ermöglichen. Der Vorstoß löste an der Börse einen Kursrutsch bei etablierten Telekommunikationsanbietern wie der Deutschen Telekom aus.
Frequenzkauf als entscheidender technischer Durchbruch
Mit dem Erwerb eines landesweiten Portfolios an Niederfrequenz-Spektren von Grain Management beseitigt SpaceX eine der zentralen Hürden für den direkten Satellitenmobilfunk. Bisher konnten Starlink-Nutzer Verbindungen nur im Freien und mit speziellen Antennen herstellen, da das Signal durch Hindernisse wie Wände oder Dächer stark gedämpft wurde. Für den Empfang auf der Erde ist bisher aber ein Empfangsgerät mit eigener Antenne notwendig – und zudem wird klare Sicht zum Satelliten benötigt. Mit den nun erworbenen Lizenzen hingegen könne man das Signal auch durch Wände senden und herkömmliche Geräte wie Smartphones versorgen, betonte SpaceX. Verkäufer des Frequenzspektrums ist der Finanzinvestor Grain Management, der sein Portfolio vollständig abgibt. Offizielle Angaben zum Verkaufspreis gab es keine, während das Wall Street Journal
den Preis auf acht Milliarden Dollar schätzte.
Elon Musk bezeichnete diesen Schritt auf der Plattform X als das letzte entscheidende Puzzleteil
, das SpaceX benötige, um in den gesamten USA Mobilfunk anzubieten. Die neuen Lizenzen ergänzen das bestehende globale Zwei-Gigahertz-Spektrum von Starlink Mobile, das für hohe Bandbreiten ausgelegt ist. Die US-Kommunikationsbehörde FCC hatte zuvor SpaceX grünes Licht gegeben, bis zu 15.000 Satelliten in einer sehr niedrigen Erdumlaufbahn von rund 330 Kilometern zu platzieren. SpaceX wartet nun zunächst auf die Erlaubnis der Telekom-Aufsicht FCC, das Satelliten-Internet mit einem terrestrischen Netzwerk zu kombinieren.
Kursverluste bei der Deutschen Telekom und Konkurrenten
Die Ankündigung löste an den Finanzmärkten eine Verkaufswelle aus, da Investoren einen verschärften Preiskampf auf dem US-Mobilfunkmarkt befürchten. Die Deutsche Telekom, die gut die Hälfte an T-Mobile US hält und mittlerweile den größten Teil ihres Geschäfts in den Vereinigten Staaten macht, schloß daraufhin am Freitag auf Xetra fast 8% tiefer bei 24,70 Euro. Dass der Konzern ohne seine US-Beteiligung inzwischen so niedrig bewertet ist wie seit fünf Jahren nicht mehr, hat den Hedgefonds Elliott auf den Plan gerufen, dessen Beteiligung knapp unter der Meldeschwelle von 3% im September bekannt wurde und der von Vorstandschef Timotheus Höttges mehr Aktienrückkäufe statt der erwogenen Fusion mit T-Mobile US verlangt. Telekom-Chef Tim Höttges hatte erst kürzlich eine mögliche Zusammenführung des deutschen Geschäfts mit dem gut 54-prozentigen Anteil an T-Mobile US in einer über 300 Milliarden US-Dollar schweren Holding durchspielen lassen, was bei Investoren nicht gut ankam.
Auch die US-Konkurrenten verzeichneten deutliche Einbußen: Die T-Mobile US gab nachbörslich an der Nasdaq sieben Prozent nach, während der Kurs von AT&T im nachbörslichen Handel zeitweise um rund sieben Prozent fiel und für Papiere von Verizon es jeweils um mehr als sechs Prozent abwärts ging. SpaceX selbst profitierte von der Ankündigung und legte an der Börse um etwa zwei Prozent zu.
Wettbewerb zwischen Satellitennetz und Bodeninfrastruktur
Solange SpaceX in den Städten kein eigenes Netz am Boden hat, bleibt der Angriff auf die Kerngebiete der Netzbetreiber begrenzt, und in Europa ist die Telekom mit Starlink Partner, nicht Gegner. SpaceX eignet sich für diese Gruppe eher als Beimischung, mit viel Geduld, denn bis sich die Mobilfunkpläne in Gewinnen niederschlagen, dürften noch Jahre vergehen. Dem Analysten Graham Hunt von der Investmentbank Jefferies zufolge könnte sich Starlink als weiterer Kunde bei Mobilfunkmasten-Betreibern wie American Tower einmieten.
| Unternehmen | Marktkapitalisierung (ca.) | Rolle |
|---|---|---|
| Deutsche Telekom | gut 53% Anteil an T-Mobile US | Etablierter Netzbetreiber |
Es ist noch unklar, ob und wann SpaceX die Genehmigung erhält, das Satellitennetz mit terrestrischen Komponenten zu verknüpfen. T-Mobile US und die Deutsche Telekom kooperieren bereits mit Starlink, und in Deutschland sowie neun weiteren europäischen Ländern will die Telekom ab 2028 Mobilfunklücken über den Satellitendienst ausgleichen. Wie sich das Verhältnis zwischen Telekom und SpaceX entwickelt, wenn Starlink zugleich als Konkurrent im US-Markt auftritt, bleibt vorerst offen.

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