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Technik und Wissenschaft

SpaceX kauft Frequenzen für Starlink Mobile von Grain Management

Am 9. Oktober 2026 hat SpaceX eine Vereinbarung zum Kauf landesweiter Frequenzen im 800-Megahertz-Bereich von Grain Management getroffen. Mit diesem milliardenschweren Zukauf treibt Elon Musk den Aufbau von Starlink Mobile voran, um künftig direkt vom Satelliten aus herkömmliche Smartphones zu erreichen und die etablierten US-Mobilfunkanbieter herauszufordern.

Milliardenschwerer Frequenzkauf von Grain Management

Das von Elon Musk geführte Raumfahrtunternehmen SpaceX hat am 9. Oktober 2026 den Erwerb eines landesweiten Portfolios an Niederfrequenz-Spektren im 800-Megahertz-Bereich bekannt gegeben. Verkäufer der Lizenzen ist der Finanzinvestor Grain Management, der damit sein gesamtes Frequenzportfolio abgibt. Zwar wurden offiziell keine finanziellen Details genannt, doch das Wall Street Journal schätzte den Kaufpreis auf rund 8 Milliarden Dollar.

Um künftig Telekommunikationssignale aus dem Weltraum direkt auf Mobiltelefone zu bringen, sicherte sich Musks Raumfahrtunternehmen die Rechte an landesweiten Niederfrequenz-Spektren. Wie der Finanzinformationsdienst AlgoTradeAlert anmerkte, stößt SpaceX mit dem Erwerb der Low-Band-Frequenz verstärkt in den Mobilfunkmarkt vor, wo der Zugang zu geeignetem Spektrum ein wesentlicher Bestandteil beim Aufbau eines umfassenderen Dienstleistungsangebots ist.

Mit diesem strategischen Zukauf sichert sich das Unternehmen ein wichtiges Fundament für den geplanten Ausbau von Starlink Mobile. Um sein Angebot weiter voranzubringen, hat sich SpaceX mit Grain Management auf die Übernahme eines landesweiten 800-MHz-Low-Band-Spektrum-Portfolios verständigt, das bis zu 14 MHz umfasst.

Überwindung technischer Hürden für Satelliten-Handynetze

Bislang war die Nutzung des Starlink-Dienstes an bestimmte Bedingungen geknüpft. Nutzer benötigten auf der Erde ein separates Empfangsgerät mit eigener Antenne sowie eine freie Sicht zum Himmel, um eine stabile Verbindung zu erhalten. Durch den Zugriff auf das Niederfrequenz-Spektrum kann SpaceX diese Einschränkungen nun überwinden.

SpaceX kauft Frequenzen für Starlink Mobile von Grain Management
Foto: tagesschau.de

Das Signal lässt sich künftig auch durch dicke Wände und Hindernisse senden, was den direkten Betrieb von herkömmlichen Smartphones aus dem All ermöglicht. Auf der Kurznachrichtenplattform X bezeichnete SpaceX-Chef Elon Musk diesen Schritt als das letzte entscheidende Puzzleteil, das sein Unternehmen für eine flächendeckende mobile Versorgung in den USA benötigt.

„Dies ist das letzte entscheidende Puzzleteil, das SpaceX benötigt, um in Amerika eine flächendeckende Mobilfunkversorgung zu gewährleisten.“

Elon Musk, SpaceX-Gründer

Börsentrubel und Druck auf AT&T, Verizon und T-Mobile US

An den Finanzmärkten sorgte die Transaktion unmittelbar für Nervosität. Die Aktienkurse von AT&T und Verizon gaben im nachbörslichen beziehungsweise vorbörslichen Handel um rund sechs bis sieben Prozent nach.

Auch in Europa hinterließ der Vorstoß Spuren. Die Telekom-Tochter T-Mobile US gab nachbörslich an der Nasdaq sieben Prozent nach, während Verizon und AT&T ebenfalls Verluste verzeichneten.

SpaceX kauft Frequenzen für Starlink Mobile von Grain Management
Foto: TradingKey

Analysten des Research-Hauses William Blair erklärten dazu, man gehe davon aus, dass SpaceX ein äußerst attraktives Paket aus Starlink-Breitband und -Mobilfunk anbieten werde, und hielten es für möglich, dass die Künstliche Intelligenz Grok der SpaceX-Sparte xAI darin enthalten sein werde.

Rolle von Funkmasten und offene regulatorische Fragen

Obwohl der Satellitenbetreiber mit dem Frequenzkauf einen großen Meilenstein erreicht hat, stehen noch zahlreiche Herausforderungen im Raum. Wie Tech-Analyst Benedict Evans – ehemals Partner beim Risikokapitalgeber Andreessen Horowitz und seit 2020 als unabhängiger Tech-Analyst tätig – bereits im Sommer hervorhob, setzt ein eigenständiger Mobilfunkdienst zwingend ein terrestrisches Netz voraus und lässt sich nicht allein über Satelliten realisieren.

Entsprechend positiv reagierten Betreiber von Funktürmen an der Börse. Unternehmen wie Crown Castle, American Tower und SBA Communications verzeichneten deutliche Kursgewinne.

Bevor Starlink Mobile an den Start gehen kann, muss das Vorhaben noch von der US-Telekommunikationsaufsicht FCC genehmigt werden. Der Deal steht weiterhin ausdrücklich unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Federal Communications Commission.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.