Präsident Donald Trump hat im August Unternehmensanleihen von SpaceX im Wert von bis zu fünf Millionen US-Dollar erworben. Nur zwei Tage nach dem Kauf unterzeichnete er eine neue Direktive zur Förderung der kommerziellen Raumfahrt, wie aus offiziellen Regulierungsberichten hervorgeht.
Die jüngsten Finanzoffenlegungen aus Washington offenbaren eine beachtliche Handelsaktivität des US-Präsidenten in den Sommermonaten. Laut den am Donnerstag veröffentlichten Berichten des Office of Government Ethics verzeichnete das Depot von Donald Trump im August insgesamt 517 Wertpapiertransaktionen. Der Gesamtwert dieser Käufe und Verkäufe bewegt sich nach Analysen im Bereich zwischen 74,3 Millionen und 273,3 Millionen US-Dollar. Die Gesamtzahl der Transaktionen im August unterlag im Vergleich zu früheren Monaten, in denen seine Konten jeweils über 1.000 Trades verzeichneten, einem langsameren Tempo. In den ersten acht Monaten des Jahres hat der Präsident in verschiedenen Dokumenten bereits über 9.200 Transaktionen offengelegt. Nach Angaben von CNBC erreichten die Käufe im August mindestens 44,2 Millionen US-Dollar, während sich die Verkäufe auf mindestens 30,1 Millionen US-Dollar beliefen.
Neben bedeutenden Umschichtungen im Technologie- und Telekommunikationssektor – darunter Aktienkäufe im zweistelligen Millionenbereich bei Meta Platforms – erregte vor allem eine Investition in das von Elon Musk geführte Raumfahrtunternehmen Aufmerksamkeit. Das Timing des Geschäfts fiel unmittelbar vor eine weitreichende raumpolitische Entscheidung des Weißen Hauses.

Anleihekauf bei SpaceX und die politische Agenda im August
Am 18. August erwarben die Konten des Präsidenten senior unsecured bonds von SpaceX im Wert von einer Million bis zu fünf Millionen US-Dollar. Die Transaktion betraf Inhaberschuldverschreibungen mit einer Verzinsung von 5,35 Prozent, die im Juli 2031 fällig werden. Zu den früheren Beteiligungen gehörten laut den Berichten auch kleinere Aktienkäufe von SpaceX im Juni und Juli im Wert von 15.001 bis 50.000 US-Dollar sowie ein Verkauf im Juli zwischen 1.001 und 15.000 US-Dollar, wobei der Monat Juni als der Monat des Börsengangs des Unternehmens beschrieben wird. Lediglich 48 Stunden später, am 20. August, unterzeichnete Trump ein nationales Sicherheitspräsidialmemorandum, das auf eine massive Beschleunigung der kommerziellen Raumfahrt abzielt. Die neue Politik setzt das Ziel, bis zum Jahr 2030 mehr als 1.000 Starts und Wiedereintritte auf US-amerikanischem Boden jährlich zu ermöglichen, und sieht dafür unter anderem den Abbau von behördlichen Hürden sowie Umweltprüfungen vor.
SpaceX profitiert als privater Raumfahrtpionier und Regierungsauftragnehmer direkt von solchen Rahmenbedingungen. Während Befürworter und Marktbeobachter die zeitliche Abfolge dieser Ereignisse als bemerkenswert einordnen, betonen offizielle Stellen die strikte Trennung zwischen der Vermögensverwaltung und den politischen Entscheidungen des Amtsträgers.
Davis Ingle sagte laut CNN, dass das Aktien- und Anleihenportfolio von Präsident Trump unabhängig von externen Finanzinstituten verwaltet wird.
Der Regierungssprecher erklärte ferner, dass sämtliche Bestände in diskretionären Konten gehalten und über computergestützte Modellportfolios investiert werden, die anerkannte Indizes wie den Schwab 1000 automatisch abbilden. Weder der Präsident noch seine Familie hätten die Möglichkeit, die Allokation oder den Zeitpunkt von Käufen und Verkäufen zu steuern, zu beeinflussen oder Rückmeldungen dazu zu geben. Nach Angaben des Sprechers werden alle Investitionsentscheidungen vollständig von unabhängigen Managern getroffen, weshalb keine Interessenkonflikte vorliegen.

Umfangreiche Portfolio-Umschichtungen und Reaktionen aus der Politik
Die Transaktionen im August setzen eine Serie von intensiven Handelsaktivitäten während der zweiten Amtszeit fort. Zu den größten Einzelpositionen des Monats gehörte ein Aktienkauf bei Meta in einer Spanne von fünf bis 25 Millionen US-Dollar, der am 21. August getätigt wurde. Im selben Zeitraum kauften die Konten am 10. August jeweils Positionen im Wert von einer Million bis fünf Millionen US-Dollar in Microsoft, McDonald’s und Comcast sowie am 26. August Anteile an Tyson Foods im Wert von 15.001 bis 50.000 US-Dollar. Gleichzeitig trennte sich das Depot am 21. August von Werten wie Advanced Micro Devices und Church & Dwight im Wert von jeweils einer Million bis fünf Millionen US-Dollar sowie von Positionen in Unternehmen wie Boeing, Home Depot, T-Mobile, Datadog, Dell Technologies, Palo Alto Networks und Nvidia, deren Verkäufe sich jeweils auf rund 500.000 bis 1 Million US-Dollar beliefen.
Die Veröffentlichung der Finanzberichte rief umgehend Kritik von Ethikexperten und politischen Kontrahenten hervor. Richard Painter, ehemaliger Chef-Ethikanwalt unter Präsident George W. Bush und heute Professor an der University of Minnesota Law School, bewertete die Vorgänge gegenüber CNN als einen Tatbestand, der zumindest den Anchein von Korruption erwecke. Er wies darauf hin, dass der Präsident, der Vizepräsident und Mitglieder des Kongresses zwar nicht den allgemeinen Bundesgesetzen zu Interessenkonflikten unterliegen, solche Vorgänge jedoch problematisch seien. Auch Senatorin Elizabeth Warren und der Abgeordnete Robert Garcia wandten sich in einem Schreiben an das Weiße Haus, um Auskunft über die Identität der Kontenverwalter zu fordern. Warren kritisierte die Geschäfte als offene Korruption und forderte den Kongress auf, den Aktienbesitz und den Eigenhandel für Amtsträger im Kongress und für den Präsidenten gesetzlich zu verbieten.