Ein Mann kam am 12. Oktober 2026 bei einem schweren Unfall auf der Achterbahn Goliath im Freizeitpark Six Flags Over Georgia ums Leben. Infolgedessen schloss der Betreiber vorübergehend neun ähnliche Attraktionen in sechs verschiedenen Parks in Nordamerika, während die Polizei von Cobb County die Todesursache untersucht.
Der Vorfall ereignete sich am Montag kurz vor 16:00 Uhr in Austell, Georgia. Laut Aussagen von Augenzeugen stürzte ein Fahrgast während der Fahrt aus der Bahn, wobei er mehrmals gegen die Wagen prallte, bevor er auf das Dach einer Geisterhaus-Attraktion stürzte. Die Polizei von Cobb County bestätigte den Todesfall sowie mehrere Verletzte – laut ABC7 Chicago waren es vier Personen –, gab jedoch keine weiteren Details zum Zustand der anderen Betroffenen bekannt. Die Polizei von Cobb County gab an, dass Beamte, die im Park stationiert sind, sowie uniformierte Streifenpolizisten zum Einsatzort eilten und Detektive der Major Crimes Unit die Umstände des Vorfalls untersuchen.
Augenzeugen berichten von Sturz aus der Goliath-Bahn
Besucher des Parks schilderten gegenüber lokalen Medien ein traumatisches Szenario. Ein Zeuge berichtete dem Sender WXIA, dass der Mann drei verschiedene Male gegen den Wagen prallte
, bevor er abstürzte. Der Parkbesucher Logan Conner, der mit seiner Verlobten fuhr, gab an, der Mann habe begonnen, seitlich in der Luft zu schweben
, und er habe direkten Augenkontakt mit ihm gehabt. Nicholas Mendenhall berichtete gegenüber TODAY, dass er die Bahn zehn Minuten vor dem Unfall mit seinem Sohn befahren habe und der Mann in Zeitlupe mit dem Kopf voran aus seinem Wagen stürzte.
Besonders erschütternd: Der Moment des Sturzes wurde offenbar durch eine Souvenir-Fotokamera des Parks festgehalten. Ein Zeuge bestätigte gegenüber 11Alive, dass der Mann auf diesen Bildern zu sehen sei. Weitere Berichte von WXIA zufolge befand sich der Mann gemeinsam mit seinem Sohn auf der Fahrt, während seine Frau und Tochter vom Boden aus zusahen. Eine Zeugin schilderte gegenüber Newsweek, dass das Blut des Mannes über alle anderen Fahrgäste spritzte.

Wir hatten eine tolle Zeit und schrien dann plötzlich ‚Oh mein Gott, was passiert hier?‘
Nicht namentlich genannte Zeugin, via NBC News
Nach dem Vorfall stoppte die Achterbahn abrupt, wodurch Passagiere in großer Höhe feststeckten. Luftaufnahmen von WXIA zeigten, wie die Fahrgäste gegen 17:00 Uhr über eine Treppe entlang der Gleise evakuiert wurden. Britny Landry, die in der Warteschlange für die Attraktion Georgia Scorcher stand, berichtete gegenüber Fox 5 Atlanta, sie habe aus etwa 150 Fuß Entfernung gesehen, wie jemand aus der Bahn in den Wald flog. Landry spekulierte gegenüber TODAY, ob die Person möglicherweise eine Tasche oder etwas Ähnliches bei sich gehabt habe.
Sicherheitsmaßnahmen: Neun Achterbahnen in sechs Parks geschlossen
Six Flags reagierte auf den Vorfall mit weitreichenden Vorsichtsmaßnahmen. Ein Sprecher des Unternehmens erklärte, dass neun ähnliche Attraktionen in sechs Parks vorübergehend geschlossen wurden, um die Sicherheit zu gewährleisten. Ein Sprecher betonte, dass die Sicherheit der Gäste und Teammitglieder eine der höchsten Prioritäten sei. Die betroffenen Bahnen gehören zur Kategorie der sogenannten Hyper-Coaster – Stahlkonstruktionen mit einer Höhe von über 200 Fuß.
- Raging Bull im Six Flags Great America (Illinois)
- Goliath im Six Flags Magic Mountain (Kalifornien)
- Nitro im Six Flags Great Adventure (New Jersey)
- Leviathan und Behemoth im Canada’s Wonderland (Ontario)
- Fury 325 und Thunder Striker in Carowinds (North Carolina)
- Orion und Diamondback im Kings Island (Ohio)
Im Fall von Kings Island gibt es technische Unterschiede: Während die Goliath-Bahn in Georgia ein Clamshell-Lap-Bar-System ohne traditionelle Sicherheitsgurte nutzt, sind die dortigen Bahnen mit zusätzlichen Gurten ausgestattet. Dennoch wurden Orion und Diamondback vorsorglich geschlossen, da sie vom selben Hersteller, Bolliger & Mabillard (B&M), stammen. Robert Niles, Redakteur von Theme Park Insider, schrieb am Montagabend, dass er sich an keine früheren Beispiele erinnern könne, bei denen ein Fahrgast von einer B&M-Achterbahn gestürzt sei.
Technische Details und die Historie der Goliath-Bahn
Die Goliath-Achterbahn, die im Jahr 2006 eröffnet wurde, gilt als die höchste Achterbahn Georgias. Sie erreicht eine Höhe von 200 Fuß (ca. 61 Meter) und eine Höchstgeschwindigkeit von 70 mph (ca. 113 km/h). Die Fahrt dauert etwa 3,5 Minuten und führt die Fahrgäste laut Website des Parks durch rasante Kurven und über gewaltige Hügel. Die Anlage kostete 20 Millionen Dollar, so Newsweek.

Dies ist nicht der erste Todesfall an dieser Attraktion. Laut der Doan Law Firm, die Unfälle in Freizeitparks dokumentiert, starb bereits im Juli 2006 ein 45-jähriger Mann namens Michael Corry aus Birmingham, Alabama, nach einer Fahrt auf der Goliath, wobei eine Obduktion ein angeborenes Herzproblem als Ursache feststellte. Insgesamt verzeichnet der Park in Georgia laut derselben Quelle mindestens sieben Todesfälle.
Reaktionen der Behörden und des Betreibers
Die Major Crimes Unit der Polizei von Cobb County leitet die Ermittlungen. Zudem sind Inspektoren des Georgia Office of Insurance and Safety Fire Commissioner vor Ort, um die Ausrüstung zu prüfen, wie Commissioner John F. King gegenüber Fox 5 Atlanta bestätigte. Sie bestätigte zudem, dass die nächsten Angehörigen benachrichtigt wurden.
Wir alle ringen damit, wie so etwas Verheerendes an einem Ort passieren konnte, der Generationen von Familien so glückliche Erinnerungen beschert hat.
Lisa Cupid, Vorsitzende des Cobb County Board of Commissioners
Ein Sprecher von Six Flags erklärte, dass das Unternehmen voll mit den Behörden kooperiere und betroffene Gäste sowie Mitarbeiter unterstütze. In einer offiziellen Stellungnahme hieß es: Wir sind zutiefst betrübt über den Vorfall mit dem Gast in unserem Park heute. Unsere Gedanken und unser herzliches Beileid gelten der Familie, den Freunden und den geliebten Menschen des Gastes
.
Der Vorfall erfolgt in einer Phase wachsender Sicherheitsbedenken bei Six Flags. Vor knapp zwei Wochen kündigte Six Flags Magic Mountain in Kalifornien die dauerhafte Stilllegung der X2-Achterbahn an. Dies geschah nach mehreren Klagen, in denen behauptet wurde, dass die Fahrt schwere Hirnverletzungen verursacht habe. In einem Fall einigte sich der Park mit der Familie eines 22-jährigen Mannes, der 2022 nach einer Fahrt starb. Magic Mountain Präsident Brian Oerding erklärte im September, dass die Stilllegung die richtige Entscheidung sei, da das Vertrauen der Gäste in die Sicherheit beeinträchtigt worden sei.
