Die österreichische Bitcoin-Szene setzt dem gesichtslosen Gründer Satoshi Nakamoto mit einer neuen Skulptur in Wien ein bleibendes Zeichen. Da bis heute nicht geklärt ist, wer sich hinter diesem Namen verbirgt – oder ob es sich überhaupt um eine Einzelperson handelt –, stellt das Kunstwerk keine reale Person dar. Stattdessen verkörpert die Figur den Geist der Bewegung, die seit der Veröffentlichung des Bitcoin-Whitepapers am 31. Oktober 2008 in Code, Ideen und dezentralen Netzwerken weiterlebt.
Ein Denkmal für einen Unbekannten
Die Statue stammt aus der Werkstätte der italienischen Künstlerin Valentina Picozzi, die das Projekt Satoshi Gallery leitet. Die Skulptur besteht aus 61 spiegelpolierten Edelstahlprofilen, die auf einem Sockel aus Corten-Stahl montiert sind. Das Design ist bewusst interaktiv gestaltet: Während die Figur von der Seite klar erkennbar ist, wirkt sie frontal betrachtet fast unsichtbar. Wer sich hinter die Statue stellt, sieht sein eigenes Spiegelbild im Gesicht der Figur – ein physischer Ausdruck des Community-Gedankens We are all Satoshi
.

Das weltweite Netzwerk „21 Nodes“
Die Wiener Skulptur ist ein integraler Bestandteil des internationalen Kunstprojekts 21 Nodes. Ziel dieser Initiative ist es, Satoshi-Statuen an historisch oder kulturell bedeutenden Orten rund um den Globus zu platzieren und so ein weltweites Netzwerk aus Kunst und Technologie zu knüpfen. Die erste Statue wurde im Oktober 2024 in Lugano enthüllt. Weitere Standorte finden sich unter anderem in New York vor der Börse, in Tokio sowie in El Zonte in El Salvador.
Finanzierung und Standort in Wien
Hier liegen die historischen Anfänge der Österreichischen Schule der Nationalökonomie, deren Vertreter wie Carl Menger und Friedrich A. von Hayek die theoretischen Grundlagen für wettbewerbsfähige Währungen und privates Geld legten. Zudem blickt die lokale Szene auf eine lange Geschichte zurück: Der erste Bitcoin-Stammtisch in Wien fand bereits im Juli 2011 statt.
Bei der Finanzierung wählte das Organisationskomitee einen gemeinschaftlichen Weg. Anstatt auf einen einzelnen Großsponsor zu setzen, wurde von Dezember 2025 bis August 2026 eine Spendenkampagne durchgeführt. Mehr als 120 Privatpersonen trugen zur Realisierung bei. Unterstützt wurde das Vorhaben zudem von verschiedenen Unternehmen, darunter Bitpanda als Genesis-Sponsor sowie weiteren Partnern aus Steuerberatung, Recht und Medien. Die Skulptur steht am Seeanfang neben dem OMV-Gebäude Hoch Zwei im 2. Bezirk und ist ab dem 14. Oktober 2026 öffentlich zugänglich.
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