Sina Frei hat beim Mountainbike-Weltcup in Les Gets am Sonntag das Cross-Country-Rennen gewonnen und sich damit nach ihrem Short-Track-Erfolg den Sieg im Doppelpack gesichert. Kurz vor den Weltmeisterschaften im italienischen Val di Sole setzte sich die Schweizerin vor der Gesamtweltcup-Leaderin Jenny Rissveds durch.
Sina Frei feiert Doppelsieg in Frankreich
Die formstarke Schweizer Mountainbikerin Sina Frei befindet sich pünktlich auf den Saison-Höhepunkt in absoluter Topform. Eine Woche vor den Weltmeisterschaften unterstreicht die 29-jährige Zürcherin ihre tolle Form und bewies nach ihrem Sieg am Freitag im Short Track auch zwei Tage später am gleichen Ort im olympischen Cross-Country ihr Können. Frei übernahm im französischen Les Gets früh die Initiative und gehörte ab der zweiten der insgesamt sieben Runden stets der Spitzengruppe an. Frei bluffte offensichtlich nicht: In den Anstiegen führte sie die Spitzengruppe fast immer an, und besonders bevor es in die technische Abfahrt ging, wollte sie keine Fahrerin vor sich haben.
Auf der letzten Runde kam es zum Duell zwischen Frei und der schwedischen Gesamtweltcup-Leaderin Jenny Rissveds. Während sie auf den Rennrunden auf alles eine Antwort hatte – auch auf das Startfurioso von Jenny Rissveds –, parierte sie auf der letzten Runde die Angriffe von Blunk und Rissveds, die sie über drei Viertel der Strecke gezogen hatte, scheinbar mühelos. Der Schweizerin gelang es mit einer Tempoverschärfung, sich vorentscheidend von der schwedischen Gesamtweltcup-Leaderin zu lösen. Auf den letzten Metern vor dem Ziel liess sich Frei ihren zweiten Weltcupsieg im Cross Country nicht mehr nehmen. Die médaillée d’argent des JO 2021 à Tokyo a franchi la ligne avec deux secondes d’avance sur sa rivale und 30 sur l’Américaine Savilia Blunk, die das Podest komplettierte. Jenny Rissveds conserve toutefois un avantage de plus de 200 points en tête du classement général alors qu’il reste deux manches à disputer dans cette Coupe du monde.
Taktischer Rennverlauf und WM-Hauptprobe
Das Rennen verlangte den Fahrerinnen bei hohem Tempo taktisches Geschick ab.
„C’était une course tactique et rapide. Ce n’était pas facile, mais j’ai su rester calme malgré la pression. Et j’ai eu l’énergie nécessaire pour finir devant, donc je suis très heureuse“
Sina Frei, via rts.ch
Im Siegerinnen-Interview meinte sie zunächst, ihr fehlten die Worte. Dann erklärte sie aber dennoch, sie habe sich einfach auf sich konzentriert, «denn was die anderen tun, kann ich nicht beeinflussen.» Im Hinblick auf die Weltmeisterschaften in einer Woche im italienischen Val di Sole meinte sie zudem: «Mein Fitness-Level stimmt, und ich habe ein so starkes Team hinter mit, das gibt mir noch mehr Selbstvertrauen und Energie.»
Mit diesem Erfolg unterstreicht Frei ihre Ambitionen für die anstehenden Welttitelkämpfe. Nach ihren Darbietungen Anfang August an der EM in Monteceneri (Gold im Short Track und Cross Country) und nun im Weltcup in Les Gets steigt Frei in Val di Sole als Topfavoritin auf den Weltmeister-Titel in die Frauen-Wettkämpfe – nicht nur im Short Track, sondern auch im Cross Country. Frei tentera naturellement d’ôter le maillot arc-en-ciel que Rissveds avait décroché l’an dernier en Valais.
Starke Schweizer Teamleistung im Weltcup
Neben der Siegerin zeigten sich weitere Schweizer Athletinnen in starker Verfassung in der station de Haute-Savoie. Alessandra Keller konnte lange mit dem Spitzentrio mithalten, verlor auf den letzten beiden Runden aber den Anschluss und musste sich letztlich mit dem undankbaren 4. Rang begnügen, mit einem Rückstand von 1’07 auf ihre Landsfrau. Hinter Keller klassierte sich mit Nicole Koller als Fünfte (mit 1’32 Rückstand) noch eine dritte Schweizerin in den Top 5. Weiter hinten im Feld klassierten sich Ginia Caluori auf dem 12. Rang und Ronja Blöchlinger auf dem 18. Platz.

Im Rennen der Männer durfte sich bis zur achten und letzten Runde ein Quintett Hoffnungen auf den Tagessieg machen. Die besten Beine hatte letztlich Adrien Boichis. Der Franzose, der bereits das letzte Weltcup-Rennen in Andorra für sich entschieden hatte, feierte damit den zweiten Sieg in Serie und behielt im finalen Duell mit dem Niederländer Mathieu van der Poel die Nase vorne. Dritter wurde der Chilene Martin Vidaurre Kossmann. Bester Schweizer wurde wie bereits im Short Track Mathias Flückiger. Der Berner erreichte das Ziel exakt eine Minute nach Boichis und belegte den 6. Platz. Mit Dario Lillo als Achtem schaffte es noch ein zweiter Schweizer unter die besten 10. Während Frei bei den Frauen als Topfavoritin in die WM-Wettkämpfe steigt, gehören die Schweizer Männer in den italienischen Alpen eher zu den Herausforderern.
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