Die Dallas Cowboys haben am 1. Oktober 2026 den Cornerback Joey Porter Jr. in einem Trade von den Pittsburgh Steelers verpflichtet. Im Gegenzug erhält Pittsburgh einen Zweitrunden-Pick für 2028 sowie einen konditionalen Sechstrunden-Pick für 2027. Der Wechsel folgt auf monatelange, ergebnislose Vertragsverhandlungen zwischen dem Spieler und seinem bisherigen Team.
Hintergründe des Wechsels und Vertragsstreit
Die Entscheidung der Steelers, Joey Porter Jr. abzugeben, markiert das Ende einer langwierigen Hängepartie. Porter, der 2023 in der zweiten Runde gedraftet wurde, hatte sich aufgrund einer festgefahrenen Vertragssituation gegen eine Teilnahme am Training Camp entschieden und die ersten drei Saisonspiele verpasst. Laut Berichten von ESPN bestand eine erhebliche Differenz zwischen der Bewertung des Spielers durch das Team und Porters eigenen Gehaltsvorstellungen, insbesondere hinsichtlich der Garantiestruktur des Deals. Während die Steelers im Sommer ein Angebot von rund 27 Millionen Dollar pro Jahr unterbreiteten, lehnte die Seite des Spielers dies ab, was letztlich zu einer vollständigen Blockade führte.
Obwohl Pittsburgh grundsätzlich keine Vertragsverhandlungen während der laufenden Saison führt, war der Trade laut Quellen für beide Seiten die letzte verbleibende Lösung. Die Situation eskalierte weiter, als Porter trotz anfänglicher Optimismus im Team für das Spiel am vierten Spieltag gegen die Cleveland Browns nicht zur Verfügung stand. Linebacker Patrick Queen soll bereits erkannt haben, dass Porter nicht mehr Teil der Mannschaft sein würde, als dieser nicht mit dem Team in den Bus nach Cleveland stieg. Cheftrainer Mike McCarthy räumte ein, dass die Organisation Porter zwar fest eingeplant hatte, man aber an einem Punkt angelangt war, an dem eine Trennung unvermeidlich schien.
Reaktionen in Dallas: Jerry Jones und Brian Schottenheimer
Für die Dallas Cowboys, die mit einer Bilanz von 1-2 in die Saison starteten und in ihrer Defensive im Schnitt 27,3 Punkte pro Spiel zuließen, ist die Verpflichtung ein klares Signal für ihren aktuellen Kurs. Eigentümer Jerry Jones, der für seine aggressive Transferpolitik bekannt ist, betonte die Bereitschaft, bei passenden Gelegenheiten zu handeln.

Brian Schottenheimer sagte gegenüber 105.3 The Fan: „Wir befinden uns im ‚Win-now‘-Modus. Jerry ist 84 Jahre alt, wir haben Dak Prescott, der gerade auf MVP-Niveau spielt, und wir haben ein paar unglaubliche Receiver. … Ich glaube, wir sind immer darauf aus, großartige Spieler zu finden. Und die Leute rufen gerne bei den Cowboys an, weil wir keine Angst davor haben, Deals abzuschließen.
Die Cowboys verfügten zum Zeitpunkt des Trades über ein Cap-Space von etwa 23,3 Millionen Dollar, was ihnen den nötigen finanziellen Spielraum für den Deal verschaffte. Laut internen Berichten ist der Trade nicht an eine sofortige Vertragsverlängerung geknüpft, und Dallas plant derzeit auch keine neuen Verhandlungen während der laufenden Saison. Stattdessen setzt man darauf, Porters Qualitäten auf dem Feld zu nutzen, wobei die Option besteht, den Spieler in der kommenden Offseason mittels Franchise- oder Transition-Tag an das Team zu binden.
Sportliche Einordnung und Kritik am Trade
Innerhalb der Liga stieß der Preis für den Cornerback auf gemischte Reaktionen. Wie das Fachportal The Athletic berichtet, vertraten viele Verantwortliche die Ansicht, dass Dallas den Wert des Spielers überschätzt habe.
Trotz der Kritik gilt Porter als hochveranlagter Verteidiger. In der Saison 2025 ließ er bei Pässen in seine Richtung eine Abschlussquote von lediglich 35,3 Prozent in Manndeckung zu. Dallas hofft nun, dass er die Lücken in ihrer Secondary schließen kann, die zuletzt durch Kommunikationsprobleme und Verletzungen auffiel. Dabei soll er auch den Spielraum für andere Akteure wie Caleb Downs vergrößern, der durch die Ankunft von Porter flexibler in der Defensive eingesetzt werden kann. Die Integration erfolgt in einer Phase, in der Dallas nach den Ausfällen von Spielern wie Cobie Durant und DeMarvion Overshown dringend Stabilität benötigt.

Debüt und gesundheitlicher Status
Nachdem Porter aufgrund einer Rückenverletzung bei den Steelers als inaktiv geführt wurde, deutet in Dallas vieles auf einen schnellen Einsatz hin. Porter absolvierte bereits Trainingseinheiten mit seinem neuen Team und steht laut dem aktuellen Injury Report der Cowboys für das Spiel am Sonntag gegen die Houston Texans ohne Einschränkungen zur Verfügung. Während Spieler wie Malik Hooker und Shavon Revel Jr. ebenfalls nach Verletzungen wieder in das Training zurückkehrten, könnte Porter bereits am Wochenende sein Debüt feiern.
Verwandte Artikel