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Schweizer sparen bei Autos: Durchschnittswert sinkt erstmals seit Jahren

In der Schweiz ist der durchschnittliche Fahrzeugwert im Jahr 2025 erstmals seit Jahren gesunken. Laut einer Auswertung von AXA liegt der Wert nun bei 48.000 Franken, während Käufer vermehrt auf günstigere Gebrauchtwagen setzen. Diese Entwicklung spiegelt Sparmaßnahmen und geopolitische Unsicherheiten wider, die den Neuwagenmarkt spürbar unter Druck setzen.

Der Trend zum Gebrauchtwagen: Warum Schweizer beim Autokauf sparen

Der Schweizer Automarkt erlebt eine Trendwende. Nachdem die Fahrzeugpreise über Jahre hinweg stetig gestiegen waren, verzeichnete das Jahr 2025 einen Rückgang des durchschnittlichen Fahrzeugwerts. Laut einer Auswertung von Axa, wie Blick berichtet, sank der Wert von rund 50.000 Franken im Jahr 2024 auf 48.000 Franken im Jahr 2025.

Der Trend zum Gebrauchtwagen: Warum Schweizer beim Autokauf sparen
cluster (priority): March24

Diese Verschiebung deutet auf ein verändertes Konsumverhalten hin. Anstatt in teure Neuwagen zu investieren, greifen die Konsumenten verstärkt zu Occasionen. Jérôme Pahud, Leiter Mobilitätsversicherungen bei Axa, sieht in dieser Entwicklung eine Reaktion auf wirtschaftliche Instabilität.

Die Menschen kaufen offenbar seltener neue Autos und greifen vermehrt auf günstigere Occasionsfahrzeuge zurück. Sparmassnahmen sowie die generelle Unsicherheit aufgrund geopolitischer Spannungen scheinen sich im Automarkt bemerkbar zu machen.

Das schwache Wachstum im Neuwagenmarkt scheint die Käufer zu einer defensiveren Strategie zu zwingen. Anstatt auf die neueste Technik zu setzen, priorisieren die Haushalte zunehmend die Kostenersparnis, was den Markt für Gebrauchtwagen massiv belebt.

Regionale Disparitäten: Reichtum in Zug versus Ersparnisse im Westen

Die Daten zeigen jedoch kein einheitliches Bild für die gesamte Schweiz; vielmehr offenbart die Auswertung eine tiefe Kluft zwischen den Kantonen. In den Kantonen Zug, Schwyz und Appenzell Innerrhoden sind die Fahrzeuge am teuersten, wie 20 Minuten darlegt.

Regionale Disparitäten: Reichtum in Zug versus Ersparnisse im Westen
cluster (priority): AUTO&Wirtschaft

Der Kanton Zug führt das Ranking mit einem durchschnittlichen Fahrzeugwert von 65.500 Franken an – ein Wert, der rund 35 Prozent über dem landesweiten Durchschnitt liegt. Schwyz folgt mit knapp 58.000 Franken auf dem zweiten Platz, während Appenzell Innerrhoden mit 54.500 Franken den dritten Rang belegt.

Im krassen Gegensatz dazu stehen die Westschweizer Kantone Jura, Neuenburg und Freiburg. Dort bewegen sich die Durchschnittswerte lediglich zwischen 41.500 und knapp 44.000 Franken. Damit liegen die Fahrzeuge in diesen Regionen rund 20.000 Franken unter dem Niveau der luxuriöseren Kantone.

Eine alternde Flotte: Die langfristige Entwicklung des Fahrzeugbestands

Neben dem sinkenden Wert der Fahrzeuge zeigt sich ein weiterer, langfristiger Trend: Die Autos auf Schweizer Straßen werden älter. Das Durchschnittsalter der Fahrzeuge ist seit 2019 deutlich gestiegen, wie Plattform J analysiert.

Eine alternde Flotte: Die langfristige Entwicklung des Fahrzeugbestands
cluster (priority): 20 Min
Zeitraum / Region Durchschnittliches Fahrzeugalter
Schweiz (2019) 8,3 Jahre
Schweiz (2025) 9,7 Jahre
Tessin (jüngste Flotte) 8,4 Jahre
Bern / Schaffhausen / Appenzell AR (älteste Flotte) 10,3 bis 10,6 Jahre

Zwar gab es im Vergleich zum Vorjahr eine leichte Verjüngung des Fahrzeugbestands, doch der langfristige Trend bleibt eindeutig. Die Kombination aus Sparzwang und der Entscheidung, Fahrzeuge länger zu nutzen, führt dazu, dass die durchschnittliche Lebensdauer der Autos zunimmt. Während die Menschen im Tessin mit einem Schnitt von 8,4 Jahren die neuesten Fahrzeuge fahren, müssen die Autofahrer in Bern oder Schaffhausen mit Modellen leben, die im Schnitt über 10 Jahre alt sind.

Politischer Gegenwind: Die Kritik der Automobilindustrie

Die wirtschaftliche Entwicklung des Automobilsektors steht nicht nur unter dem Einfluss des Konsumverhaltens, sondern auch unter politischem Druck. Die Händlervereinigung Auto-Schweiz sieht die Branche durch aktuelle politische Weichenstellungen massiv belastet.

Politischer Gegenwind: Die Kritik der Automobilindustrie
cluster (priority): news.google.com

Wir müssen wegkommen von der Sanktionspolitik, der überdurchschnittlichen Steuer- und Abgabenlast für Automobilisten, aber auch der verkehrsfeindlichen Politik gewisser Städte.

Laut Grünenfelder gefährden die aktuellen Rahmenbedingungen die Wettbewerbsfähigkeit und die Investitionsbereitschaft in der Branche. Die Kombination aus hohen Abgaben und einer als verkehrsfeindlich wahrgenommenen Stadtpolitik erschwert den Übergang zur Elektromobilität und belastet insbesondere die KMU-Vertriebspartner im Handel.

Die Branche steht somit vor einer doppelten Herausforderung: Einerseits müssen Unternehmen auf eine Kundschaft reagieren, die zunehmend vorsichtiger und preisbewusster agiert, und andererseits müssen sie sich in einem regulatorischen Umfeld behaupten, das laut Branchenvertretern die wirtschaftliche Stabilität der Automobilwirtschaft bedroht.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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