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Schweden: Zentrumslinkes Bündnis führt nach Wahlprojektionen knapp

Schweden steht nach einer Parlamentswahl vor einem möglichen Machtwechsel, da das zentrumslinke Oppositionsbündnis unter Magdalena Andersson in ersten Auszählungen eine hauchdünne Mehrheit von 175 zu 174 Sitzen erreicht. Die schwedische Wahlbehörde und Senderprognosen meldeten am Sonntag ein extrem knappe Entscheidung zwischen den vier Parteien der linken und rechten Lager.

Nach einer von Sicherheitsfragen, Gang-Kriminalität und Wohlfahrtsausgaben dominierten Kampagne zeigt sich die schwedische Politlandschaft tief gespalten. Die von Magdalena Andersson angeführte zentrumslinke Opposition lag bei den ersten Auswertungen der Wahlbehörde hauchdünn vor dem bisherigen rechten Regierungsbündnis von Ministerpräsident Ulf Kristersson, wie Reuters berichtet. Das Rennen im 349-sitzen Parlament spitzte sich auf einen Vorsprung von exakt einem Sitz zu.

Hauchdünner Vorsprung im schwedischen Parlament nach Auszählung von Tausenden Distrikten

Die schwedische Wahlbehörde legte am späten Sonntagabend Projektionen vor, die auf den ausgegebenen Stimmen aus 4,853 der insgesamt 6,312 Wahlbezirke basierten. Demnach steuert das linke Lager auf 175 Mandate zu, während das von Kristersson geführte rechte Bündnis bei 174 Sitzen gesehen wurde. Noch vor den offiziellen Zwischenständen hatten die öffentlich-rechtlichen Sender SVT und TV4 in ihren Wahl-am-Abend-Umfragen ebenfalls den Vorsprung der Zentrumslinken dokumentiert.

Schweden’s center-left parties, which back Social Democrat leader Magdalena Andersson for prime minister, held an early lead with 51.3% of the vote in a parliamentary election on Sunday, an exit poll by broadcaster SVT showed. Der SVT exit poll gab dem zentrumslinken Bündnis 183 Sitze, während die Parteien des rechten Lagers laut dieser Prognose 166 Sitze gewinnen sollten. A separate election-day poll conducted by broadcaster TV4 also showed the centre-left in the lead.

In den Parteizentralen reagierten die Anhänger unterschiedlich auf die ersten Zahlen. Während bei den linken Gruppierungen Jubel ausbrach, herrschte bei den rechtspopulistischen Schwedendemokraten (SD) auffälliges Schweigen. Tobias Baudin, Parteisekretär der Sozialdemokraten, erklärte nach den ersten Prognosen im Sender SVT: „If this holds up, Magdalena Andersson will become our country’s prime minister.

Die Rolle der Schwedendemokraten und die Reaktionen von Andersson und Kristersson

Die Parlamentswahl galt für viele Beobachter als richtungsweisend im Umgang mit den Schwedendemokraten, einer Gruppierung mit Wurzeln im neo-Nazi fringe, die seit ihrem Einzug ins Parlament im Jahr 2010 stetig an Einfluss gewonnen hatte. SD had been founded by Nazi sympathisers in the 1980s. Nach Jahren der Ausgrenzung wurden sie 2022 zum zweitgrößten Landesteil nach einer Kampagne zu den Themen violent crime and immigration. Vor dem Urnengang hatte Ministerpräsident Kristersson angekündigt, die Partei fest in eine Regierungszusammenarbeit einbinden zu wollen, was bei vielen wahlberechtigten Schweden Bedenken auslöste.

Schweden: Zentrumslinkes Bündnis führt nach Wahlprojektionen knapp
Photo: nbcnews.com

Nach der Stimmabgabe am Sonntag erklärte Magdalena Andersson: „Should we have a government entirely dominated by the Sweden Democrats, something that has never happened in Sweden before? Or should we have a government led by me, which will steer Sweden in a new spirit of co-operation?

Sweden's Social Democratic Party leader, Magdalena Andersson applauds as she waits with other party members for general
Photo: bbc.co.uk

Ministerpräsident Ulf Kristersson betonte nach seiner Stimmabgabe in seinem Wohnort Strängnäs, dass er und sein Bündnis ihre Arbeit gern fortsetzen würden. „I think there is a genuine enthusiasm for us being able to continue our important work“, sagte der amtierende Regierungschef. Dennoch zeigten partial results, dass die Partei zum ersten Mal seit 2010 an Unterstützung einbüßte, was der stellvertretende Parteichef Henrik Vinge kommentierte: „This is not what we hoped for, but it’s not the final results so we’ll have to see. Er fügte hinzu: „You typically see some decline when you’re part of the ruling coalition.

Ausblick und politische Unsicherheiten vor dem endgültigen Resultat

Politikwissenschaftler verweisen darauf, dass die Regierungsbildung in Schweden kompliziert werden dürfte. Marie Demker, Professorin für Politikwissenschaft an der Universität Göteborg, analysierte die Stimmung: „There is a wish for a kind of change. How that change is going to work out with these different red lines that these parties have drawn is tomorrow’s worry.

Opposition leader and Sweden
Photo: reuters.com

Da die amtlichen Endergebnisse noch ausstehen, rief Magdalena Andersson am Sonntagabend ihre Anhänger dazu auf, auf das finale Resultat zu warten, stellte jedoch in Aussicht: „Sweden will have a new government. Der Ausgang bleibt bis zum Vorliegen der vollständigen Auszählung aller Wahlbezirke offen.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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