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Swiss Steel kündigt Stellenabbau an: Deutsche Standorte betroffen

Swiss Steel kündigt eine erneute Restrukturierung seiner deutschen Standorte an, die mit weiteren Stellenstreichungen verbunden ist. Konzernchef Frank Koch nannte im Oktober 2026 keine konkreten Zahlen zum Personalabbau, begründete den Schritt jedoch mit anhaltend hohen Verlusten und einer anhaltenden Schwäche in der Automobilindustrie.

Verluste in dreistelliger Millionenhöhe bei Swiss Steel

Der Stahlkonzern mit Hauptsitz in Luzern leidet unter einer massiven Talfahrt seiner Geschäfte. Für das Jahr 2025 wies das Unternehmen nach Medienberichten einen Verlust von 311 Millionen Euro aus, nachdem im Vorjahr 2024 bereits ein Minus von 197 Millionen Euro verzeichnet worden war. Der Umsatz ist im Zuge der anhaltenden Marktkrise seit 2022 um etwa 45 Prozent von gut vier Milliarden auf rund 2,24 Milliarden Euro eingebrochen. Besonders die Schwäche im europäischen Maschinen- und Anlagenbau sowie im wichtigsten Kundensektor, der Automobilindustrie, lastet schwer auf den Bilanzen des Unternehmens. Um der Krise zu begegnen, sind neben dem operativen Umbau auch drastische finanzielle Schritte an der Bilanz notwendig, bei denen Banken auf einen Teil ihrer Kredite verzichten müssen und Hauptaktionär Martin Haefner neues Kapital einbringen soll, wie aus vorliegenden Berichten hervorgeht.

Swiss Steel kündigt Stellenabbau an: Deutsche Standorte betroffen
Foto: SRF

Erneuter Stellenabbau an den deutschen Standorten

Die Sanierungswelle trifft erneut die deutschen Produktionsstätten, darunter die Einheiten der Deutschen Edelstahlwerke in Städten wie Witten, Krefeld, Siegen und Hagen. Konzernchef Frank Koch kündigte an, dass im Zuge des Umbaus weitere Arbeitsplätze wegfallen sollen. Konkrete Zahlen nannte das Management dazu zunächst nicht. Die Einschnitte sind Teil einer jahrelangen Schrumpfung. Swiss Steel hat seine weltweite Belegschaft in den vergangenen Jahren bereits von rund 13.000 auf etwa 6.500 Beschäftigte halbiert. Mit den nun avisierten Schritten in Deutschland soll diese Zahl weiter sinken. Der Umbau zielt vor allem darauf ab, die Abhängigkeit des Konzerns von der Automobilbranche zu verringern. Die Standorte sollen so zugeschnitten werden, dass sie auch in einem massiv geschrumpften Markt profitabel arbeiten können. Im November 2024 hatte der Konzern ein weiteres Programm auf den Weg gebracht, das Kapazitätsanpassungen im Umfang von rund 800 Vollzeitstellen umfasste, von denen 530 Arbeitsplätze entfielen und 270 Stellen über kürzere Arbeitszeiten eingespart wurden, wofür die tarifliche Wochenarbeitszeit der Deutschen Edelstahlwerke um etwa 15 Prozent reduziert worden war.

«Unser Plan sieht vor, dass wir ab 2028 wieder in die operative Gewinnzone kommen»

Frank Koch, Konzernchef von Swiss Steel

Der Konzernchef betonte zudem, dass ab dem Jahr 2028 ein deutlich kleinerer und fokussierterer Konzern entstehen soll. Die deutschen Aktivitäten stehen bereits seit mehreren Jahren im Mittelpunkt des Konzernumbaus, wobei für die Deutschen Edelstahlwerke bereits im Jahr 2023 ein umfangreiches Restrukturierungsprogramm aufgelegt worden war, das bis 2025 Einsparungen struktureller Kosten von mehr als 130 Millionen Euro und die Streichung von über 350 Stellen in indirekten Bereichen vorsah.

Swiss Steel kündigt Stellenabbau an: Deutsche Standorte betroffen
Foto: 20 Minuten

Finanzspritzen für Tochtergesellschaft Steeltec in der Schweiz

Parallel zu den Restrukturierungen in Deutschland kämpft Swiss Steel auch an seinem Heimatstandort mit finanziellem Druck. Mitte 2026 beschloss der Luzerner Kantonsrat eine Finanzhilfe von 17 Millionen Franken für die Swiss-Steel-Tochter Steeltec in Emmenbrücke, die rund 600 Menschen beschäftigt. Diese kantonale Unterstützung ist jedoch an die Bedingung geknüpft, dass der Bund eine gleich hohe Summe auszahlt. Belastet wird das Geschäft zudem durch neue Schutzmaßnahmen der Europäischen Union gegen Stahlimporte, die die zollfreie Exportmenge für die Schweiz um rund 35 Prozent reduziert haben. Laut Konzernchef Koch besteht jedoch begründete Hoffnung auf eine Lösung, da man sich diesbezüglich in Gesprächen mit der EU und der Schweizer Regierung befindet.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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