Eltern von Opfern des Amoklaufs an der Sandy Hook Elementary School haben sich an den Obersten Gerichtshof der USA gewandt. Sie fordern die Richter auf, bestehende Verbote von Sturmgewehren in Connecticut und Cook County aufrechtzuerhalten.
Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten bereitet sich auf eine wegweisende Entscheidung zum Waffenrecht vor. Am 2. Dezember 2026 verhandelt das Gericht über zwei zusammengelegte Verfahren, die das Verbot von halbautomatischen Gewehren wie der AR-15 infrage stellen (Viramontes gegen Cook County und Grant gegen Higgins). Im Zentrum der juristischen Auseinandersetzung stehen Gesetze in Connecticut und im Cook County in Illinois, die nach früheren Massakern verschärft worden waren.
Die juristischen Frontlinien vor dem Obersten Gerichtshof
Die Kläger und Waffenrechtsgruppen argumentieren, dass pauschale Verbote von in der Bevölkerung weit verbreiteten Waffen gegen den Zweiten Verfassungszusatz verstoßen. Umfrage-Daten deuten darauf hin, dass Amerikaner zwischen 16 und 25 Millionen AR-15-Gewehre besitzen. Vertreter dieser Position berufen sich auf frühere Urteile, wonach Waffen in „allgemeinem Gebrauchfür rechtmäßige Zwecke wie die Selbstverteidigung geschützt sind.
Die verteidigenden Behörden halten dagegen, dass die Waffengesetze mit der historischen Tradition der Regulierung außergewöhnlich gefährlicher Waffen vereinbar sind. Das Cook County und der Staat Connecticut führen in ihren Schriftsätzen an, dass die Verfassung Gesetzgebern Spielraum lässt, um die öffentliche Sicherheit zu währen (State’s Attorney Eileen O’Neill Burke). Dabei berufen sie sich auf historische Präzedenzfälle und argumentieren, dass moderne Plattformen wie die AR-15 eine maximale Zerstörungskraft in den Händen einzelner Schützen entfalten, die über herkömmliche Jagdwaffen hinausgeht.

Zu den am Streit beteiligten Parteien gehört Gouverneur Matt Meyer aus Delaware, der sich gemeinsam mit Gouverneuren aus acht weiteren Bundesstaaten (darunter Gavin Newsom aus Kalifornien, Jared Polis aus Colorado, JB Pritzker aus Illinois, Wes Moore aus Maryland, Kathy Hochul aus New York, Tina Kotek aus Oregon, Dan McKee aus Rhode Island und Bob Ferguson aus Washington) in einem Schriftsatz an den Obersten Gerichtshof gewandt hat, um staatliche Schutzmaßnahmen zu unterstützen.
Die Schatten von Sandy Hook und die Debatte um die Lethalität
Die Erinnerung an den Amoklauf an der Sandy Hook Elementary School im Dezember 2012 prägt die aktuelle juristische Debatte. Damals ermordete ein Täter mit einem AR-15-ähnlichen Gewehre 20 Kinder und sechs Lehrkräfte. Als Reaktion darauf verschärfte Connecticut sein bestehende Verbot aus dem Jahr 1993 im Jahr 2013 und dehnte es gezielt auf bestimmte halbautomatisierte Gewehre mit Magazinen für den zivilen Gebrauch aus.
Die Entscheidung des Gerichts wird tiefgreifende Folgen dafür haben, wie die Bundesstaaten auch in Zukunft den Schutz aller Kinder gewährleisten können.

Befürworter der Verbote betonen, dass solche Gewehre in zahlreichen Amokläufen der vergangenen Jahre zum Einsatz kamen. Studien und Statistiken, auf die unter anderem Organisationen wie Everytown verweisen, belegen die weitreichenden Folgen von Waffengewalt in den Vereinigten Staaten.
Befürworter und Gegner im juristischen Schlagabtausch
Neben den Regierungen der betroffenen Gebiete haben sich zahlreiche Organisationen und Amtsträger in den Verfahren zu Wort gemeldet. Auf der Gegenseite werfen Kritiker den verteidigenden Kommunen vor, die historische Realität des Waffenbesitzes zu verkennen und unübliche historische Vergleiche anzuführen.
Der Oberste Gerichtshof wird nach den Mündlichen Verhandlungen im Dezember voraussichtlich im Sommer 2027 sein Urteil fällen.
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