Ein russischer Drohnenangriff hat am Freitag, den 4. September 2026, das Hauptquartier des ukrainischen Geheimdienstes SBU im Zentrum von Kiew getroffen. Der Luftschlag forderte nach Angaben der örtlichen Behörden zwölf Verletzte und ereignete sich wenige Tage vor erwarteten US-Diplomatiegesprächen über den Krieg in der Ukraine.
Drohnenangriff auf das SBU-Hauptquartier in Kiew
Am Freitagmorgen schlug eine russische Drohne direkt in dem Gebäude ein, in dem das Hauptquartier des ukrainischen Sicherheitsdienstes SBU untergebracht ist. Der Einschlag im historischen Stadtkern Kiews, unweit der St. Sophien-Kathedrale und internationaler Hotels, führte zu starkem schwarzen Rauch und beschädigte auch Gebäude in der Nachbarschaft wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. Laut Angaben des Kiewer Bürgermeisters wurden bei dem Angriff mindestens zwölf Menschen verletzt.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, die Drohne sei gezielt auf das Büro des Leiters der Behörde in diesem Gebäude gerichtet gewesen. Nach Angaben aus Berichten von Associated Press besprach Selenskyj mit dem amtierenden Geheimdienstchef Oleksandr Poklad eine konkrete Reaktion, deren geografische Ausrichtung bereits festgelegt worden sei.
Reaktionen auf die Eskalation und erwartete US-Vermittlung
Die ukrainische Führung wertete den Angriff als bewusste Verschärfung der Lage. Außenminister Andrii Sybiha betonte, dass Moskau den Schlag genau zu einem Zeitpunkt ausgeführt habe, als neue diplomatische Impulse für Friedensverhandlungen entstanden seien. Parallel dazu bestätigte US-Präsident Donald Trump, dass die Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner am Wochenende und zu Beginn der kommenden Woche nach Moskau und Kiew reisen werden, um einen Vorschlag zur Beendigung des Krieges zu unterbreiten.
Präsident Selenskyj kündigte an, dass die Ukraine während der bevorstehenden Gespräche auf Luftangriffe verzichten werde, um die Sicherheit der amerikanischen Unterhändler zu gewährleisten. Gleichzeitig forderte er Russland zu einem entsprechenden Schritt auf. Kremlsprecher Dmitrij Peskow lehnte es am Freitag ab, Berichte über ein bevorstehendes Treffen der US-Gesandten in Moskau zu bestätigen, und erklärte lediglich, die Öffentlichkeit werde gegebenenfalls informiert.
Schwere Angriffe in Dnipro, Odesa und Krywyi Rih
Der Angriff auf das Kiewer Geheimdienstquartier reiht sich in eine Welle schwerer Luftschläge ein, die das gesamte Land trafen. In der Region Odesa forderte ein massiver nächtlicher Angriff ein Todesopfer und mindestens fünf Verletzte, darunter ein Kind. In Dnipro töteten nächtliche Angriffe zwei Polizeibeamte. In Krywyi Rih, der Heimatstadt des ukrainischen Präsidenten, traf ein Drohnenangriff ein Einkaufszentrum und führte zu verheerenden Verlusten.

Der Leiter der militärischen Administration der Region Dnipropetrovsk, Oleksandr Hanzha, teilte mit, dass der Angriff in Krywyi Rih mindestens 15 Menschen das Leben gekostet und 130 weitere verletzt habe, darunter 23 Kinder. Präsident Selenskyj nannte den Vorfall ein schreckliches Verbrechen und warfte Russland vor, gezielt Rettungskräfte durch Folgeschläge getroffen zu haben.
Gegenseitige Drohnenangriffe auf Infrastruktur und Energieeinrichtungen
Während Russland seine Luftangriffe gegen ukrainische Städte und kritische Infrastruktur intensivierte, zielten ukrainische Drohnen im Gegenzug verstärkt auf russische Industrie- und Ölanlagen.
