Rosacea ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die vor allem das Gesicht hellhäutiger Erwachsenen zwischen 30 und 50 Jahren betrifft. Laut medizinischen Experten ist eine konsequente Basistherapie essenziell, da der vollständige Verzicht auf Hautpflege fatale Folgen für das Hautbild haben kann, insbesondere bei der Bekämpfung von Rötungen und Entzündungen.
Die Symptomatik und der „Keltenfluch“
Photo: dermasence.de
Die Erkrankung äußert sich primär durch anfallsartige oder dauerhafte Rötungen an Wangen und Nase sowie durch sichtbare Gefäßerweiterungen, sogenannte Teleangiektasien. In der Fachwelt und im Volksmund wird die Krankheit oft als „Keltenfluch“ bezeichnet, da sie besonders häufig bei Menschen mit heller Haut auftritt.
Die Ausprägung variiert stark. Während die Krankheit oft schleichend beginnt und anfangs nur vorübergehende Reizungen zeigt, können sich im Verlauf dauerhafte Veränderungen entwickeln. Laut dem Universitätsspital Zürich (USZ) lassen sich dabei vier Subtypen unterscheiden:
Typ 1: Gerötete Gesichtshaut mit teilweise sichtbaren Äderchen.
Typ 2: Kombination aus Rötungen sowie Knötchen (Papeln) und Pusteln.
Typ 3: Verdickte Haut, häufig mit entzündlichen Knötchen an der Nase.
Typ 4: Entzündungen an den Augen und Augenlidern.
Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zur klassischen Akne ist das Fehlen von Mitessern. Bei Männern kann die Krankheit in fortgeschrittenen Stadien zu einem Rhinophym führen, einer krankhaften Verdickung der Nase, die als Knollennase bekannt ist.
Triggerfaktoren und biologische Auslöser
Photo: usz.ch
Die genauen Ursachen der frühen Krankheitsentwicklung sind nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass eine Kombination aus genetischen Faktoren, einer gestörten Schutzfunktion der Haut und Immunreaktionen eine Rolle spielt. Auch neuronale Mechanismen und die Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Bakterien oder Demodex-Milben werden als Einflussgrößen diskutiert.
Da die Erkrankung in Schüben verläuft, ist die Identifikation individueller Trigger entscheidend. Zu den bekanntesten Auslösern zählen:
Extreme Temperaturen (starke Hitze und Kälte) sowie heißer Wasserdampf.
Ernährungsfaktoren wie scharfe Speisen und Alkohol.
Intensive körperliche Belastung und Stress.
UV-Strahlung, die entzündliche Prozesse fördert.
Die Gefahr des Pflege-Verzichts und richtige Wirkstoffe
Hautpflege bei Rosacea – Was kann ich tun? 💜
Viele Betroffene versuchen, die Rötungen durch den Verzicht auf Kosmetik zu vermeiden. Diese Strategie ist jedoch kontraproduktiv. Dr. Simone Presto, Ärztin und medizinische Beraterin bei Dermasence, betont, dass eine konsequente Basistherapie eine zentrale Rolle spielt.
„Gar keine Hautpflege zu verwenden ist fatal“
Dr. Simone Presto, Ärztin und medizinische Beraterin bei Dermasence
Die Herausforderung liegt in der Wahl der Produkte. Während mechanische Peelings aufgrund der Reibung die Haut zusätzlich reizen, sind laut rosacea-info.de enzymatische Peelings mit Papain (Papayafrucht) oder Bromelain (Ananas) geeignet, da sie sanfter wirken.
Ein Blick auf die Inhaltsstoffe zeigt eine klare Trennung zwischen empfehlenswerten und riskanten Komponenten:
Empfohlen
Zu vermeiden
Wasserbasierte Lotionen
Kampfer, Menthol, Duftstoffe
Silikonöle (z. B. Dimethicon)
Hamamelis, Salbei, Zinksulfat
Kühlende Wirkkomplexe
Fetthaltige Salben und Öle
Mild, seifenfreie Reinigung
Anti-Aging- und Akne-Kosmetika
Strategien zur Beruhigung und dem pH-Ausgleich
Ein oft übersehener Aspekt ist der pH-Wert der Haut. Bei Rosacea-Patienten ist dieser häufig erhöht, was die Barrierefunktion schwächt. Der Einsatz von Tonern mit Fruchtsäuren kann helfen, den Säureschutzmantel zu stabilisieren und abgestorbene Hautschüppchen sanft zu entfernen.
Zur täglichen Routine gehört laut Dermasence insbesondere ein hoher Lichtschutz mit SPF 50, um die Haut vor UV-induzierten Entzündungen zu schützen. Zur optischen Korrektur können getönte Tagespflegeprodukte mit grünen, mikroverkapselten Pigmenten genutzt werden, die Rötungen nach dem Prinzip der Komplementärfarben neutralisieren.
Zusätzlich kann die Lagerung von Seren im Kühlschrank einen intensiv kühlenden Effekt erzielen, der die Gefäße stärkt und die Haut beruhigt.
Besonderheiten: Okuläre Rosacea und Kinder
Rosacea betrifft nicht ausschließlich das Erwachsenenalter. In seltenen Fällen treten Symptome bereits im Kindesalter auf. Hier steht oft die okuläre Rosacea im Vordergrund, die in manchen Fällen die einzige Manifestation der Erkrankung darstellt.
Die Augen können durch Brennen, wiederkehrende Lidrandentzündungen oder ein Fremdkörpergefühl auffallen. Wenn Augen anhaltend gerötet sind, ohne dass eine offensichtliche Ursache vorliegt, sollte eine Untersuchung auf Rosacea erfolgen, insbesondere wenn eine Familienanamnese besteht oder begleitend ein Flush im Gesicht auftritt.
Die chronische Natur der Erkrankung macht eine langfristige Kooperation zwischen Patienten, Apotheken und Dermatologen notwendig. Da die Haut bei Rosacea zu Trockenheit, Schwellung und Schuppung neigt, ist die kontinuierliche Stärkung der dermalen Struktur der einzige Weg, um die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig zu verbessern.
Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Diagnose. Bitte konsultieren Sie bei Verdacht auf Rosacea Ihren Hautarzt oder Gesundheitsdienstleister.
Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.
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