Die geplante Übernahme von Iridium Communications durch Rocket Lab gerät durch regulatorische Vorstöße des Konkurrenten SpaceX zunehmend unter Druck. Wie aus Berichten hervorgeht, hat SpaceX die US-Regulierungsbehörde FCC aufgefordert, das Verhalten von Iridium zu prüfen. Ein Mitarbeiter von SpaceX, Matthew Turk, kritisierte Iridiums Historie scharf und erklärte, dass diese wie eine Wolke über der geplanten Transaktion hänge. Die Beschwerde fällt in eine Phase, in der die US-Behörde ohnehin über Rocket Labs Übernahmeanträge berät.
SpaceX-Beschwerde bei der FCC setzt Rocket Labs Iridium-Übernahme unter Druck
Die Nachricht hinterließ deutliche Spuren am Aktienmarkt. Die Aktie gab zuletzt um 4,1 Prozent nach, womit sich das Minus auf Wochentich auf elf Prozent summierte. Analysten und Marktbeobachter betonen, dass der Kursrückgang eng mit der Vertragsarchitektur des Milliardendeals verknüpft ist. Die Auszahlung an die Iridium-Aktionäre soll über ein variables Umtauschverhältnis erfolgen, das sich am volumengewichteten Zehn-Tage-Durchschnittskurs von Rocket Lab kurz vor dem Vollzugstermin orientiert. Regulatorische Unsicherheit und ein fallender Aktienkurs verstärken sich in diesem Mechanismus gegenseitig, da ein sinkender Kurs die Bewertung für die Gegenseite implizit verschlechtert.
Fahrplan der Transaktion und anstehende Aktionärsabstimmung
Trotz des politischen Gegenwinds läuft der formale Übernahmeprozess bislang nach Plan. Bereits am 12. August lief die US-kartellrechtliche Wartefrist nach dem Hart-Scott-Rodino-Gesetz aus, womit ein großer antitrust-rechtlicher Stolperstein aus dem Weg geräumt wurde. Iridium veröffentlichte am 24. August seine definitive Proxy-Erklärung und Rocket Lab den zugehörigen Prospekt, wodurch der Termin für die entscheidende Abstimmung der Aktionäre auf den 24. September festgelegt wurde.
Im Rahmen der im Juni vereinbarten Transaktion, die ein Volumen von rund acht Milliarden US-Dollar umfasst, soll Rocket Lab alle ausstehenden Aktien von Iridium für jeweils 54 US-Dollar je Aktie in einer Bar- und Kassa-Transaktion erwerben. Der Abschluss wird für Mitte 2027 anvisiert, sofern die Zustimmung der Iridium-Aktionäre und die erforderlichen behördlichen Freigaben vorliegen. Parallel dazu reichte Rocket Lab ein S-4-Registrierungsformular bei der US-Börsenaufsicht ein, um die als Kaufpreis vorgesehenen Aktien zu registrieren.
Starkes operatives Geschäft und interne Managerverkäufe
Ungeachtet der Übernahmedebatte liefert Rocket Lab operativ robuste Zahlen. Im zweiten Quartal 2026 erzielte das Unternehmen einen Rekordumsatz von 234 Millionen US-Dollar, was einem Zuwachs von 62 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Auftragsbestand kletterte auf 2,36 Milliarden US-Dollar. Für das dritte Quartal stellte das Management Umsätze zwischen 250 und 265 Millionen US-Dollar in Aussicht. Zu den jüngsten Erfolgen zählen außerdem der 93. Electron-Start am 20. August – die 14.

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgten indes Aktiengeschäfte aus der Führungsetage: Fünf Manager trennten sich von Papieren im Gesamtwert von 5,49 Millionen US-Dollar, darunter Betriebschef Frank Klein mit Anteilen im Wert von gut 3,18 Millionen US-Dollar. Dem Unternehmen zufolge dienten die Verkäufe jedoch überwiegend der Begleichung von Steuerverbindlichkeiten aus ausgelaufenen Restricted Stock Units und wurden über automatisierte 10b5-1-Pläne abgewickelt.
Strategische Bedeutung der vertikalen Integration
Mit dem Zukauf strebt Rocket Lab die Transformation vom reinen Startdienstleister zu einem vertikal integrierten Satellitenkommunikationsbetreiber an. Die Transaktion verbindet die Fertigungs- und Startkapazitäten von Rocket Lab mit Iridiums globaler Niedrigumlaufbahn-Netzwerkstruktur (LEO) und dessen L-Band-Frequenzspektrum.

Als zentraler Unsicherheitsfaktor gilt derweil die Entwicklung der neuen Rakete Neutron. Anleger richten ihren Blick nun vor allem auf die bevorstehende FCC-Entscheidung und die wegweisende Aktionärsabstimmung am 24. September.
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