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Welt

Republikaner verlieren US-Zwischenwahlen wegen hoher Teuerung

Bei den US-Zwischenwahlen am 3. November 2026 mussten die Republikaner von US-Präsident Donald Trump herbe Verluste hinnehmen. Nach übereinstimmenden Medienberichten, darunter Der Standard, handelte es sich um die größte Schlappe bei einem Urnengang seit Anfang der 1980er-Jahre, berichtet Derstandard. Hauptgrund für die Unzufriedenheit der Wähler ist die hartnäckige Teuerung im Land.

Hohe Lebenshaltungskosten prägen die Zwischenwahlen

Im Zentrum des politischen Frustrs steht die sogenannte «affordability crisis». Laut einer Erhebung der Nachrichtenagentur AP und Berichten des Der Standard waren drei Viertel der Wähler zuletzt unzufrieden mit dem Zustand der US-Wirtschaft. Nach Angaben des US-Arbeitsmarktamtes Bureau of Labor Statistics lag die Inflationsrate im September 2026 bei 3,7 Prozent.

Die Teuerung trifft vor allem Haushalte mit mittlerem und geringem Einkommen. Laut Merkur und dem Meinungsforschungsinstitut SSRS geben rund zwei Drittel der US-Wähler dem Präsidenten die Schuld an der Preisentwicklung.

Während die Administration im Wahlkampf 2024 versprochen hatte, «Inflation bekämpfen und alle Preise schnell senken», zeigen aktuelle Daten eine starke Belastung bei Grundgütern.

Bereits im Vorfeld der Abstimmung hatten Umfragen ein düsteres Bild gezeichnet. Demnach sahen rund 85 Prozent der US-Amerikaner die Wirtschaft als den entscheidenden Grund für ihre Stimmabgabe an, während knapp dahinter mit 84 Prozent die Lebenshaltungskosten genannt wurden. Etwa zwei Drittel der Befragten nannten zudem die Gesundheitsversorgung und den Krieg im Iran. Das Weiße Haus wies die an der eigenen Politik geübte Kritik der Opposition und aus der Bevölkerung derweil zurück.

Republikaner verlieren US-Zwischenwahlen wegen hoher Teuerung
Foto: Derstandard

Energiepreise Treiben die Inflation an

Ein wesentlicher Preistreiber sind die Kosten für Energie und Kraftstoffe. Das US-Arbeitsministerium verzeichnete bei Benzin einen Anstieg um 34,2 Prozent innerhalb eines Jahres, wie Web.de berichtet. Energiekosten im Allgemeinen verteuerten sich um 20,4 Prozent.

Berichte der Berliner Morgenpost führen den Preissprung an den Zapfsäulen auf die wirtschaftlichen Folgen des im Februar 2026 begonnenen Krieges mit dem Iran zurück. Auch Merkur verweist auf diesen Zusammenhang.

An den Tankstellen im Bundesgebiet kostete Superbenzin im Landesdurchschnitt im Herbst 2026 mehr als 4,16 Dollar pro Gallone, während Dieselpreise stellenweise über sechs Dollar kletterten.

Republikaner verlieren US-Zwischenwahlen wegen hoher Teuerung
Foto: Spiegel

Zusätzlich belasten steigende Hypothekenzinsen den Immobilienmarkt. Laut Aktien.news kletterten die Zinsen für 30-jährige Kredite wieder auf über 7 Prozent. Immobilienpreise liegen zudem rund 57 Prozent höher als im Jahr 2020, wodurch viele Bürger vom Erwerb von Wohneigentum ausgeschlossen bleiben.

Wirtschaftswachstum trifft auf Alltagssorgen

Der realen Teuerung steht auf makroökonomischer Ebene ein robuster Trend gegenüber. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,4 Prozent, wie N-tv anmerkt. Getragen wird die Entwicklung vor allem vom Sektor der künstlichen Intelligenz und dazugehöriger Infrastruktur, was den Leitindex S&P 500 auf Rekordhöhen trieb.

Die positive Entwicklung an den Börsen half den Republikanern an den Urnen jedoch wenig. Da die steigenden Lebenshaltungskosten die Lohnzuwächse überholt haben, schlugen sich die makroökonomischen Erfolge nicht im subjektiven Wohlbefinden der Wähler nieder. Infolge der Mehrheitsverluste im Kongress stehen dem Weißen Haus nun erschwerte politische Rahmenbedingungen gegenüber.

Unser früherer Bericht: US-Midterms 2026: Teuerung dominiert Kongresswahlkampf

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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