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RBI führt Addiko-Übernahme mit 50,72 Prozent

Die Raiffeisen Bank International (RBI) hält im Übernahmekampf um die Addiko Bank trotz eines deutlich höheren Gegenangebots der Nova Ljubljanska Banka (NLB) die Führung. Bis zum 22. Juni 2026 gingen Annahmeerklärungen für 50,72 Prozent der Aktien ein, während die NLB den Preis auf 37 Euro pro Aktie anhob.

Die mathematische Ausgangslage: 50,72 Prozent gegen 37 Euro

Die mathematische Ausgangslage: 50,72 Prozent gegen 37 Euro
Photo: boerse.de

Die RBI führt das Rennen derzeit über die schiere Masse an Zusagen. Wie nachrichten.at berichtet, liegen der Wiener Bank bis Montag Annahmeerklärungen für 50,72 Prozent der Addiko-Aktien vor. In dieser Quote sind 1,878 Millionen Aktien der Alta Group enthalten, was einem Anteil von 9,63 Prozent entspricht.

Die NLB versucht diesen Vorsprung mit einem massiven Preisaufschlag zu brechen. Während die RBI 26,50 Euro pro Aktie bietet, hat die slowenische Bank ihr Angebot auf 37,00 Euro aufgestockt. Das ist ein Aufgeld von 10,50 Euro pro Anteilsschein. Beide Institute haben ihre Angebote an eine Annahmequote von 75 Prozent geknüpft.

Rein rechnerisch steht die NLB vor einer schwierigen Hürde. Da die RBI bereits die 50-Prozent-Marke überschritten hat, kann die NLB die erforderlichen 75 Prozent nur erreichen, wenn ein signifikanter Teil der Aktionäre ihre Zusage an die RBI widerruft.

Das Rücktrittsrecht als Joker der NLB

Das Rücktrittsrecht als Joker der NLB
Photo: Börse Social

Der entscheidende Hebel für die NLB ist das gesetzliche Rücktrittsrecht gemäß § 17 ÜbG. Aktionäre, die sich bereits für die RBI entschieden haben, können unter bestimmten Voraussetzungen umschwenken.

„Addiko-Aktionäre, die das Konkurrenzangebot der Raiffeisen Bank International AG bereits angenommen haben, können ihre Annahmeerklärungen bis spätestens vier Handelstage vor Ablauf der Annahmefrist widerrufen und ihre Aktien im Rahmen des Angebots der NLB andienen,“

NLB, via Börse Social

Die Frist für diesen Wechsel läuft bis zum 22. Juli 2026. Die RBI zeigt sich bislang gelassen; bis zum 22. Juni gingen keine Rücktrittserklärungen bei der Zahl- und Abwicklungsstelle ein. Die NLB hingegen signalisiert Bewegung in der Aktionärsstruktur. Das Geldhaus gab an, positive Rückmeldungen von den institutionellen Aktionären von Addiko erhalten zu haben, welche die verbesserten Konditionen prüfen.

Das Zeitfenster ist knapp, aber die finanzielle Differenz von über 10 Euro pro Aktie könnte insbesondere institutionelle Anleger dazu bewegen, ihre Strategie kurzfristig zu ändern.

Regulatorische Hürden in Kroatien und die Rolle des Managements

Regulatorische Hürden in Kroatien und die Rolle des Managements
Photo: Börse Express

Trotz des niedrigeren Preises hat sich das Management der Addiko Bank hinter das Angebot der RBI gestellt. Der Grund ist nicht die Rendite, sondern die Transaktionssicherheit. Wie Börse Express analysiert, gibt es für die NLB potenzielle regulatorische Hürden in Kroatien. Hintergrund ist ein historischer Streit um Alt-Fremdwährungseinlagen, der den Abschluss der Übernahme gefährden könnte.

Die NLB arbeitet aktiv daran, diese Bedenken auszuräumen. Das Institut hat bereits Genehmigungen von drei Wettbewerbsbehörden in Österreich, Nordmazedonien und Serbien erhalten.

„Der laufende Dialog mit den Aufsichtsbehörden ist transparent und proaktiv und unterstützt unsere fortlaufenden Bemühungen, alle notwendigen Bedingungen fristgerecht zu erfüllen,“

NLB, via Börse Social

Für die Aktionäre bedeutet dies eine Abwägung zwischen dem maximalen Preis (NLB) und der Wahrscheinlichkeit, dass der Deal tatsächlich über die Ziellinie geht (RBI).

Zwei Strategien: Aufspaltung versus Integration

Die beiden Bieter verfolgen grundlegend unterschiedliche Pläne für die Zukunft der Addiko Bank. Die RBI plant keine vollständige Integration, sondern eine strategische Aufspaltung. Laut einer über boerse.de veröffentlichten Mitteilung sollen die Geschäfte in Serbien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro an die Alta Group verkauft werden. Nur die Aktivitäten in Kroatien und Slowenien sollen in das eigene Netzwerk der RBI integriert werden.

Die NLB verfolgt einen anderen Ansatz: Sie will die komplette Addiko Bank in ihre eigenen Strukturen integrieren. Damit würde die NLB ihre Marktpräsenz massiv ausweiten, während die RBI gezielt nur die für sie strategisch wertvollen Märkte behält und das Risiko in anderen Regionen an die Alta Group auslagert.

Der Markt scheint diesen Kurs der RBI zu favorisieren. Die Aktien der Raiffeisen Bank bewegten sich zuletzt in einem Aufwärtstrend und notierten am Mittwochmorgen bei etwa 54,30 Euro.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die finanzielle Überlegenheit der NLB ausreicht, um die regulatorischen Bedenken und den aktuellen Vorsprung der RBI zu überwinden. Der entscheidende Termin bleibt der 22. Juli.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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