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Gesundheit

Frauenherzen anders untersuchen: Prof. Abanador-Kamper forscht zu Takotsubo

Prof. Dr. Nadine Abanador-Kamper wurde am 24. Juni 2026 auf die Professur für Kardiologie an der Universität Witten/Herdecke berufen. Ihre Forschung fokussiert sich auf geschlechtsspezifische Unterschiede bei Herzerkrankungen wie dem Broken-Heart-Syndrom, um die oft verzögerte Diagnose und Behandlung bei Frauen durch moderne bildgebende Verfahren zu optimieren.

Warum Frauen andere Herzinfarkt-Symptome zeigen

Warum Frauen andere Herzinfarkt-Symptome zeigen
Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellen die häufigste Todesursache bei Frauen dar, doch die medizinischen Standards basieren nach wie vor primär auf männlichen Patienten. Wie mgo medizin berichtet, weichen die Symptome bei Frauen oft massiv von den klassischen Anzeichen eines Herzinfarkts ab. Anstatt des typischen Brustschmerzes klagen Patientinnen häufig über Übelkeit, Erschöpfung oder Rückenschmerzen. Diese Abweichungen führen dazu, dass Beschwerden oft als „atypisch“ eingestuft werden, was wertvolle Zeit bis zur Diagnose kostet. Die Konsequenzen sind gravierend: Das Sterberisiko bei einem schweren Herzinfarkt ist für Frauen unter 60 Jahren höher als für Männer im gleichen Alter. Zudem werden Frauen bei einem öffentlichen Herzstillstand seltener reanimiert, was häufig auf Unsicherheiten oder eine Fehlinterpretation der Symptome zurückzuführen ist.

Neue Forschung zur Bildgebung des Takotsubo-Syndroms

Neue Forschung zur Bildgebung des Takotsubo-Syndroms
Photo: mgo medizin
Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem sogenannten Broken-Heart-Syndrom, medizinisch als Takotsubo-Syndrom bekannt. Diese Erkrankung führt zu einer akuten Funktionsstörung des Herzmuskels und wird oft durch extremen emotionalen oder körperlichen Stress ausgelöst. Laut Berichten von news.google.com erforscht Prof. Dr. Nadine Abanador-Kamper an der Universität Witten/Herdecke, wie diese Erkrankung frühzeitig erkannt werden kann. Das Syndrom betrifft überwiegend Frauen, doch die medizinische Versorgung orientierte sich über Jahrzehnte an männlichen Krankheitsverläufen. Die moderne Magnetresonanztomographie (MRT) ermöglicht es heute, das Takotsubo-Syndrom präzise von anderen lebensbedrohlichen Herzerkrankungen zu unterscheiden. Abanador-Kamper untersucht zudem, wie die Kombination aus kardialer Schnittbildgebung und künstlicher Intelligenz (KI) die Auswertung komplexer Bilddaten und damit die klinische Versorgung verbessern kann.

Hormonelle Umbrüche und langfristige Gesundheitsrisiken

Frauenherzen schlagen anders – individuelle Diagnostik in der Frauenherzsprechstunde
Neben akuten Ereignissen prägen biologische Lebensphasen das kardiovaskuläre Profil von Frauen maßgeblich. Das Deutsche Herzzentrum der Charité (DHZC) hat anlässlich des Internationalen Tages der Frauengesundheit am 28. Mai die Initiative „Klartext Frauenherzen“ gestartet, um auf diese Unterschiede aufmerksam zu machen. Wie dhzc.charite.de mitteilt, spielen insbesondere die Schwangerschaft und die Menopause eine zentrale Rolle. Komplikationen wie Präeklampsie, Schwangerschaftsdiabetes oder Bluthochdruck gelten als wichtige Frühwarnzeichen für ein dauerhaft erhöhtes Risiko. PD Dr. Kun Zhang, Oberärztin am DHZC, betont, dass die interdisziplinäre Betreuung vor, während und nach der Geburt entscheidend ist, um die langfristige Herzgesundheit zu schützen. Auch die Menopause stellt eine Herausforderung dar: Durch sinkende Östrogenspiegel steigt das Risiko für Bluthochdruck bei mehr als der Hälfte aller Frauen in den ersten Jahren nach der Menopause. Dr. Julia Lueg, Kardiologin am DHZC Ein weiteres kritisches Feld ist die Kardioonkologie. PD Dr. Hannah Woopen, Leiterin der AG Cancer Survivorship an der Charité, weist darauf hin, dass viele Frauen nach Brust- oder Gebärmutterkrebs jahrelang überleben, jedoch durch Krebstherapien oder gemeinsame Risikofaktoren ein erhöhtes Herzrisiko tragen. Diese Langzeitfolgen betreffen Frauen mit nahezu allen Krebserkrankungen.

Der Fall Vivien F.: Die Notwendigkeit spezialisierter Diagnostik

Die Bedeutung einer spezialisierten Versorgung verdeutlicht das Beispiel der 33-jährigen Theologin Vivien F. aus Hennigsdorf. Sie bemerkte bereits Anfang 2021 einen schleichenden Leistungsabfall, erhielt jedoch erst 2023 die Diagnose idiopathische pulmonale Hypertonie. Dieser krankhaft erhöhte Blutdruck in den Lungengefäßen belastet das Herz dauerhaft und kann ohne Behandlung lebensbedrohlich sein. Ihr Fall unterstreicht die Notwendigkeit, körperliche Warnsignale nicht zu unterschätzen.

„Ich kann allen Frauen nur empfehlen, die eigene Herzgesundheit ernst zu nehmen. Es ist wichtig, dem eigenen Körper zu vertrauen, selbst wenn man sich eigentlich gut fühlt.”

Der Fall Vivien F.: Die Notwendigkeit spezialisierter Diagnostik
Vivien F., via DHZC Für die künftige medizinische Ausbildung und Praxis bedeutet dies eine verstärkte Integration geschlechtsspezifischer Erkenntnisse. Die moderne Bildgebung und die Nutzung von KI könnten dabei helfen, die Diagnoselücken zu schließen, die durch die bisherige Fokussierung auf männliche Krankheitsbilder entstanden sind. Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Beratung. Konsultieren Sie bei Herzbeschwerden bitte umgehend einen Arzt oder den Notruf.

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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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