Der Pariser Autosalon zieht im Oktober 2026 wieder spürbar mehr Aufmerksamkeit auf sich, doch die Hersteller zeigen ein stark gespaltenes Bild. Während europäische Marken mit bezahlbaren Elektro-Retro-Modellen und emotionalen Designstudien punkten, fallen zahlreiche chinesische Neuvorstellungen durch austauschbare Groß-SUV auf.
Citroën und Smart setzen auf elektrische Retro-Modelle für die Stadt
Der Pariser Autosalon im Oktober 2026 zeigt einen klaren Trend zu kompakten und erschwinglichen Elektrofahrzeugen, die sich deutlich vom aktuellen Trend zu tonnenschweren Geländewagen abheben. Besonders die französischen Hersteller nutzen die heimische Bühne, um ihren Marken ein unverwechselbares Gesicht zu geben. An der Spitze der Publikumslieblinge steht das Citroën 2CV Concept, das den legendären Charme der klassischen Ente als modernes Elektroauto interpretiert.
Das Konzeptfahrzeug greift die markanten Formen und Scheinwerfer-Froschaugen des Originals auf und verbindet sie mit einem minimalistischen Interieur im Retro-Stil. Citroën peilt für das geplante Serienmodell einen Einstiegspreis von rund 15.000 Euro an. Mit einer Länge von 3,76 Metern ist das in Europa produzierte Fahrzeug als klassischer Stadtwagen konzipiert und soll das Angebot bis 2028 ergänzen.
Auch Smart besinnt sich auf seine Wurzeln und präsentiert mit dem Smart #2 einen rein elektrischen Zweisitzer. Der nur 2,75 Meter lange Kleinstwagen bietet eine Reichweite von bis zu 290 Kilometern und soll in der ersten Jahreshälfte 2027 zu einem Einstiegspreis von 19.990 Euro auf den Markt kommen.
Alfa Romeo Cuorerosso als emotionales Designmanifest ohne SUV-Trend
Ganz auf Emotionen setzt Alfa Romeo mit seiner Studie Alfa Romeo Cuorerosso. Das Fahrzeug verzichtet bewusst auf riesige Displays im Cockpit und präsentiert sich als reines Designmanifest. Unter der Haube arbeitet ein lebendiges Sechszylinder-Aggregat, das für die Serie ein Hybridmodul erhalten könnte, um den charakteristischen Sound und die Vibrationen zu bewahren.
In einer Zeit, in der sich viele Fahrzeuge optisch immer stärker ähneln, versteht die italienische Marke die Studie als klare Abkehr von der Beliebigkeit. Während europäische Marken mit eigenständigen Formen experimentieren, schlagen andere Aussteller einen deutlich massenhafteren Kurs ein.
Chinesische Hersteller dominieren die Messe quantitativ mit großen SUV
Quantitativ sind chinesische Autobauer auf der diesjährigen Messe stark vertreten. Rund 20 Marken aus China zeigen Präsenz – deutlich mehr als noch im Jahr 2024. Modelle wie der BYD Atto 8, der Geely Monjaro EM-i, der Xpeng G9L oder der Leapmotor D19 auf der Pariser Automesse verdeutlichen jedoch eine starke Fixierung auf große Sport Utility Vehicles.

Zwar bieten diese elektrischen Fahrzeuge leistungsfähige Antriebe und großzügige Platzverhältnisse, doch im Design mangelt es an Eigenständigkeit. Die SUV-Modelle wirken optisch austauschbar und schlucken enormen Parkraum in den Innenstädten. Im direkten Vergleich zu den kreativen Retro-Entwürfen europäischer Konzerne hinterlassen die chinesischen Premieren einen uniformen Eindruck.
Lancia Gamma und die verhaltene Präsenz deutscher Autobauer
Zu den weiteren beachteten Modellen gehört der Lancia Gamma, mit dem die italienische Traditionsmarke die Rückkehr in ein wichtiges Segment anstrebt. Das Modell nutzt die Plattform STLA Medium des Mutterkonzerns Stellantis, die auch im DS N°7 zum Einsatz kommt, und stellt für die Elektroversion Reichweiten von über 700 Kilometern nach WLTP in Aussicht.
Ob die Rückkehr gelingt, bleibt jedoch offen, da Lancia außerhalb Italiens stark an Bekanntheit verloren hat und ein konkreter Termin für den deutschen Markt bislang fehlt. Während Stellantis und französische Hersteller in Paris breite Modellpaletten zeigen, halten sich die deutschen Automobilkonzerne auf der Messe auffällig zurück und überlassen das Feld weitgehend der Konkurrenz.