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Welt

Pakistan: Sicherheitskräfte töten 29 Kämpfer an Grenze zu Afghanistan

Pakistanische Sicherheitskräfte führten am Sonntag, dem 28. Juni 2026, Bodenoperationen und Luftangriffe entlang der Grenze zu Afghanistan durch. Wie der pakistanische Informationsminister Attaullah Tarar mitteilte, wurden dabei 29 Kämpfer getötet, um Verstecke terroristischer Gruppen nach einem tödlichen Anschlag auf ein Militärhauptquartier in Karachi zu zerstören.

Die Reaktion auf den Anschlag im Hauptquartier der Sindh Rangers

Die militärische Eskalation entlang der Grenze folgt unmittelbar auf einen gewaltsamen Angriff in der pakistanischen Hafenstadt Karachi. In der vergangenen Nacht wurden die regionalen Hauptquartiere der paramilitärischen Rangers mit Schusswaffen und Sprengstoffen angegriffen. Laut einem Bericht der BBC wurden bei diesem Anschlag drei Soldaten getötet.Bei dem Einsatz in Karachi starben zudem drei Angreifer. Die pakistanischen Sicherheitskräfte konnten einen vierten Attentäter festnehmen, der als verwundeter afghanischer Staatsangehöriger identifiziert wurde. Die Terrorgruppe Jamaat-ul-Ahrar, eine Abspaltung der Pakistan Taliban, übernahm in einer Erklärung am Samstagabend die Verantwortung für den Anschlag.Informationsminister Attaullah Tarar beschrieb die darauffolgenden Maßnahmen an der Grenze als eine „geheimdienstbasierte Bodenoperation“, die durch gezielte Luftschläge ergänzt wurde. Tarar betonte die Entschlossenheit seines Landes:

„Pakistan hat stets nach der Aufrechterhaltung von Frieden und Stabilität in der Region angestrebt, wird aber gleichzeitig keine Kompromisse bei der Sicherheit unserer Bürger eingehen, die unsere oberste Priorität bleibt“, erklärte Tarar via X.

Die Reaktion auf den Anschlag im Hauptquartier der Sindh Rangers
Photo: The Guardian
Attaullah Tarar, via X

Berichte über zivile Opfer in Paktia und Paktika

Berichte über zivile Opfer in Paktia und Paktika
Photo: BBC
Während Islamabad von der Zerstörung terroristischer Verstecke spricht, zeichnet die afghanische Seite ein deutlich düstereres Bild der Auswirkungen. Die afghanische Taliban-Regierung weist die pakistanischen Operationen als gezielte Angriffe auf die Zivilbevölkerung zurück. Laut NBC News forderten die Luftschläge mindestens 36 zivile Todesopfer und verletzten über 160 Menschen.Hamdullah Fitrat, der stellvertretende Sprecher der afghanischen Taliban-Regierung, beschrieb die Angriffe als einen „feigen Akt der Aggression“ und einen „Akt der Brutalität“. Er lieferte detaillierte Angaben zu den betroffenen Gebieten:
  • Distrikt Chamkani, Provinz Paktia: Ein Luftschlag auf ein Wohnhaus tötete einen älteren Mann und ein Kind. Als Anwohner versuchten, die Überlebenden zu retten, schlug das Gebiet erneut ein, was zu 28 Toten unter den Dorfbewohnern und 158 Verletzten führte.
  • Distrikt Giyan, Provinz Paktika: Bei einem Schlag auf ein weiteres Wohnhaus starben sechs Menschen, größtenteils Frauen und Kinder.
  • Provinz Kunar: Ein Angriff auf ein ziviles Heim verursachte keine menschlichen Verluste, zerstörte jedoch rund 30 Nutztiere.
Tarar hingegen gab an, dass die Präzisionsschläge gezielt gegen terroristische Ziele gerichtet waren. Er erklärte: „Drei Ziele in Paktia, Paktika und Kunar wurden durch Präzisionsschläge zerstört“.

Die Verbindung zwischen der TTP und dem afghanischen Taliban-Regime

Pakistan claims to kill TTP’s 29 terrorists along Afghanistan border after Karachi attack
Im Zentrum des Konflikts steht die Identität der Angreifer. Die pakistanischen Behörden machen die Tehrik-e-Taliban Pakistan (TTP) und verbündete Gruppen für die Zunahme der Gewalt verantwortlich. Obwohl die TTP eine separate Organisation von den afghanischen Taliban ist, werden sie als Verbündete betrachtet.Wie Al Jazeera berichtet, wirft Pakistan der Regierung in Kabul vor, Rückzugsorte für Kämpfer bereitzustellen, die Angriffe auf pakistanisches Staatsgebiet durchführen. Die afghanischen Behörden weisen diese Anschuldigungen konsequent zurück und bestreiten, dass ihr Territorium als Basis für Militanten dient.Diese tiefe diplomatische Kluft erschwert jede Form der Zusammenarbeit. Während Pakistan die Bekämpfung der TTP als nationale Sicherheitsnotwendigkeit betrachtet, sieht Kabul in den pakistanischen Luftangriffen eine Verletzung der Souveränität.

Das Scheitern der chinesischen und internationalen Vermittlung

Die jüngsten Luftschläge markieren eine gefährliche Eskalationsstufe in einer bereits hochgradig instabilen Region. Seit Februar 2026 kam es zu wiederholten militärischen Gegenreaktionen zwischen den beiden Nachbarstaaten, wobei hunderte Menschen ums Leben kamen.Bemühungen der internationalen Gemeinschaft, einen dauerhaften Waffenstillstand zu erreichen, blieben bislang weitgehend wirkungslos. Ein im April von China moderierter Vermittlungsversuch endete mit der bloßen Zusage beider Seiten, die Konflikte nicht weiter zu eskalieren. Eine tiefgreifende Lösung steht jedoch noch aus.Laut Berichten von The Guardian ist die Grenze seit den schweren Kämpfen im Februar weitgehend geschlossen. Die Gewalt zeigt keine Anzeichen einer Deeskalation, was die Region vor eine neue, unvorhersehbare Phase der Instabilität stellt.

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Das Scheitern der chinesischen und internationalen Vermittlung
Photo: NBC News
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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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