Rund 2,1 Millionen Menschen in Österreich wurden im Ausland geboren, was etwa 22,9 Prozent der Gesamtbevölkerung entspricht. Laut der am 25. Oktober 2026 veröffentlichten Statistikbroschüre Bundesländer 2026
des Österreichischen Integrationsfonds zeigt sich der Zuzug vor allem in Städten, wobei Wien mit 41,3 Prozent an der Spitze liegt.
Wien und städtische Zentren als Zuwanderungsschwerpunkte
Der Anteil der im Ausland geborenen Bevölkerung in Österreich ist im Zehnjahresvergleich um 4,6 Prozentpunkte gestiegen. In Wien liegt der Anteil von Menschen mit ausländischem Geburtsort nach Angaben der aktuellen Statistik bei 41,3 Prozent. Damit verzeichnet Wien mit einem Plus von 6,8 Prozentpunkten seit 2016 den stärksten Zuwachs aller Bundesländer.
Im ersten Halbjahr 2026 reisten mehr als zwei Millionen Menschen aus dem Ausland im Rahmen der Regelungen zur Visumsbefreiung und zum 240-Stunden-Transit ohne Visum nach Shanghai ein, wie die Flughafengesellschaft Shanghai AVINEX am Montag mitteilte.https://t.co/m51SVTbjGQ pic.twitter.com/YRvp8DIXr6
— https://x.com/RenminDeutsch/status/2074780534530511258
Neben der Bundeshauptstadt konzentriert sich der Zuzug stark auf urbane Regionen. In jedem Bundesland weist der jeweilige Haupt- oder Großstadtbezirk den höchsten Ausländeranteil auf. Der Bezirk Wels-Stadt erreicht einen Wert von 36,9 Prozent, gefolgt von Salzburg-Stadt und Innsbruck-Stadt mit jeweils 36,2 Prozent. Demgegenüber stehen ländlich geprägte Regionen wie der niederösterreichische Bezirk Zwettl mit 3,8 Prozent und Freistadt in Oberösterreich mit 5,4 Prozent.
Auslöser für diese Entwicklung im vergangenen Jahrzehnt waren unter anderem bewaffnete Konflikte wie die Gewalt in Syrien und die Aggression Russlands gegen die Ukraine. Der Anteil der im Ausland geborenen Menschen hat sich dadurch um etwa ein Drittel erhöht. Während die Mehrheit von 56 Prozent aus Drittstaaten wie Serbien, der Türkei und Afghanistan stammt, kommt ein beachtlicher Teil aus europäischen Staaten, darunter EU-Mitgliedstaaten, Island, Norwegen, die Schweiz und an erster Stelle Deutschland.
Regionale Verteilung der Herkunftsländer und Bundesländer im Vergleich
Bundesweit bilden Deutschland mit 275,500 Personen, Bosnien-Herzegowina mit 181,200 sowie die Türkei mit 166,600 Menschen die stärksten Herkunftsgruppen. Die Mehrheit von 56 Prozent aller Zuwanderer stammt jedoch aus Drittstaaten. Regionale Phänomene prägen vor allem die Grenzgebiete: Während in Salzburg und Tirol deutsche Staatsangehörige besonders stark vertreten sind, stellen Ungarinnen und Ungarn im Burgenland mit Abstand die größte Gruppe laut den regionalen Auswertungen.
| Bundesland | Anteil im Ausland geborener Personen | Zehnjahresvergleich / Zuwachs |
|---|---|---|
| Wien | 41,3 Prozent | +6,8 Prozentpunkte |
| Vorarlberg | 23,7 Prozent | – |
| Salzburg | 22,2 Prozent | +4,1 Prozentpunkte |
| Tirol | 21,5 Prozent | +4,1 Prozentpunkte |
| Steiermark | – | +4,2 Prozentpunkte |
| Niederösterreich | 15,1 Prozent | +2,9 Prozentpunkte |
| Burgenland | 13,9 Prozent | +3,0 Prozentpunkte |
Im Bundesländervergleich verzeichnet das Burgenland mit 13,9 Prozent den geringsten Anteil an Menschen mit ausländischem Geburtsort, knapp hinter Niederösterreich mit 15,1 Prozent und Kärnten mit 15,6 Prozent. Im Jahr 2025 verzeichnete Österreich rund 161,900 Zuzüge aus dem Ausland, was einem Rückgang von 16,700 im Vergleich zum Vorjahr entsprach, während die Wegzüge von 128,500 auf 131,200 stiegen und der positive Wanderungssaldo bei etwa 30,700 Personen lag.
Arbeitsmarkt, Bildung und demografische Entwicklungen
Die Erwerbstätigkeit lag im Jahr 2025 österreichweit bei 74,3 Prozent. Wien verzeichnete dabei mit 17,1 Prozent die Arbeitslosenquote ausländischer Staatsbürger.

Der Wiener FPÖ-Chef und Stadtrat Dominik Nepp kritisierte die Integrationspolitik der Stadtregierung scharf, bezeichnete die Wiener Ansätze als gescheitert und forderte einen sofortigen Kurswechsel. In Bezug auf den Arbeitsmarkt werden im Bericht erhebliche Unterschiede zwischen den Staatsangehörigkeitsgruppen hervorgehoben: So liegt die Erwerbstätigenquote für EU-, EFTA- und britische Staatsangehörige bei 71,4 Prozent, während sie für Drittstaatsangehörige lediglich 56,4 Prozent beträgt. Die Arbeitslosenquote ausländischer Staatsbürger wird im Bericht mit 17,1 Prozent angegeben.

Im Schulbereich hatten österreichweit 26 Prozent der Schülerinnen und Schüler eine andere Erstsprache als Deutsch. Besonders hoch fällt dieser Anteil an Sonderschulen mit 44,6 Prozent und an Polytechnischen Schulen mit 41,5 Prozent aus. Auch die Geburtenraten unterscheiden sich deutlich: Während in Österreich geborene Frauen im Jahr 2025 im Schnitt 1,19 Kinder zur Welt brachten, lag der Wert bei im Ausland geborenen Frauen bei 1,57. Frauen aus Afghanistan, Syrien und dem Irak wiesen mit durchschnittlich 3,37 Kindern die höchste Fertilitätsrate auf.
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