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Technik und Wissenschaft

Österreich warnt vor Betrugswelle mit gefälschtem Klimabonus

Österreichs Behörden warnen im Oktober 2026 vor einer akuten Betrugswelle. Kriminelle nutzen den Namen des ehemaligen Klimabonus sowie gefälschte FinanzOnline-Mitteilungen per SMS und E-Mail, um an persönliche Daten und Banküberweisungen von Bürgern zu gelangen.

Der Herbst bringt nicht nur kühlere Temperaturen, sondern auch eine neue Welle digitaler Kriminalität nach Österreich. Das Bundesministerium für Finanzen und das Landeskriminalamt Oberösterreich schlagen Alarm vor täuschend echten Betrugsmails, Kurznachrichten und manipulierten Webseiten, die gezielt auf sensible Daten von Privatpersonen und Unternehmen abzielen. Im Herbst tauchen laut Polizei wieder vermehrt Fake-Mails zum Thema Klimabonus auf, wobei die Täter versuchen, mit gefälschten E-Mails an persönliche Daten und Geld zu kommen, da der Klimabonus mittlerweile Geschichte ist und diese ehemalige staatliche Zahlung von Betrügern für eine neue Betrugsmasche genutzt wird.

Das Phänomen betrifft ein Land, in dem der Zahlungsverkehr längst digitalisiert ist: Online-Banking ist in Österreich längst Standard, da knapp 90 Prozent der Menschen ihre Überweisungen digital abwickeln und 88 Prozent dafür eine Banking-App nutzen. Eine aktuelle Erhebung der bank99 zeigt zudem ein enormes Vertrauen in diese Systeme, denn 85 Prozent der Befragten fühlen sich beim Online-Banking sicher, während 87 Prozent auf den Datenschutz ihrer Bank vertrauen. Diese hohe Digitalisierungsquote und das Vertrauen in digitale Finanzwege machen es Internetbetrügern leicht, mit immer professionelleren Maschen anzusetzen.

Der angebliche Klimabonus als digitaler Köder

Zahlreiche gefälschte E-Mails und SMS sind im Umlauf, die eine angebliche Rückerstattung oder Restzahlung von 145 bis 400 Euro versprechen, wobei die genaue Höhe von der Wohngemeinde und der dortigen Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel abhängt und für Personen unter 18 Jahren zudem die halbe Regionalstufe obendrauf kommt. Solche Nachrichten nutzen aus, dass Anträge im Alltag schnell untergehen und die Aussicht auf eine staatliche Zahlung für viele Menschen in Zeiten hoher Lebenshaltungskosten verlockend ist.

Österreich warnt vor Betrugswelle mit gefälschtem Klimabonus
Foto: Derstandard

Die Täter arbeiten mit erzeugtem Zeitdruck und offiziell wirkenden Logos. Sie behaupten, für den Hauptwohnsitz liege noch kein Antrag vor, oder die angegebene Frist rücke näher. Ab diesem Punkt sind die Betroffenen den Täter direkt ausgeliefert, erklärt Klaus Allerstorfer vom Landeskriminalamt Oberösterreich, da die Betrüger ihre Opfer Schritt für Schritt durch weitere Anweisungen führen, bis im schlimmsten Fall bereits erste Überweisungen erfolgen.

Ab diesem Punkt sind die Betroffenen den Tätern ausgeliefert.

Klaus Allerstorfer, Landeskriminalamt Oberösterreich

In besonders perfiden Fällen verlangen die Kriminellen von ihren Opfern sogar eine angebliche Probeüberweisung, um die Richtigkeit der Kontoverbindung zu prüfen. Obwohl den Opfern eigentlich eine Auszahlung versprochen wird, gelingt es den Betrügern auf diese Weise immer wieder, Menschen zur Überweisung von Geld zu bringen. Wie viele Menschen genau betroffen sind und wie hoch der Gesamtschaden ist, lässt sich laut Polizei schwer einschätzen, wobei die einzelnen Schadenssummen von kleineren Beträgen bis in den fünfstelligen Bereich reichen.

FinanzOnline, Familienbeihilfe und gefälschte Steuerbescheide

Neben dem Klimabonus nutzen die Kriminellen ein breites Repertoire an Vorwänden, um Druck aufzubauen. Auch die Nachricht über eine angeblich ablaufende FinanzOnline-ID wird von Betrügern eingesetzt, um Zugangsdaten abzugreifen. In einer weiteren Variante wird behauptet, Familienleistungen seien auf fremde Konten umgeleitet worden, weshalb man die Bankverbindung sofort bestätigen müsse, da andernfalls künftige Überweisungen nicht mehr garantiert werden können.

Österreich warnt vor Betrugswelle mit gefälschtem Klimabonus
Foto: Das Verbraucherschutzforum

Das Bundesministerium für Finanzen betont in seiner Warnung, dass solche Nachrichten und Webseiten reine Fälschungen sind. Offizielle Behörden kommunizieren niemals über einfache Textlinks, und das Ministerium empfiehlt, solche Nachrichten sofort zu löschen, verdächtige Anrufe sofort zu beenden und im Zweifelsfall die betreffende Behörde ausschließlich über eine offiziell recherchierte Telefonnummer zu kontaktieren, wobei auch die Plattform Watchlist Internet aktuelle Warnungen veröffentlicht.

Das BMF fordert Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmerinnen und Unternehmer niemals zur Übermittlung von persönlichen Daten wie Passwörtern, Kreditkartendaten oder Kontoinformationen auf.

Bundesministerium für Finanzen

Empfehlungen der Behörden zum Schutz vor den Betrügern

Angesichts der professionell gemachten Phishing-Welle raten Polizei und Finanzministerium zu absoluter Wachsamkeit und konsequentem Handeln beim Erhalt verdächtiger Nachrichten:

Österreich warnt vor Betrugswelle mit gefälschtem Klimabonus
Foto: oe24
  • Keinesfalls auf Links in verdächtigen E-Mails oder SMS klicken.
  • Niemals Anhänge öffnen, da diese Schadsoftware enthalten können.
  • Keine Passwörter, Freigabecodes, Bestätigungen in Banking-Apps oder Kontodaten preisgeben, da die Weitergabe von Onlinebanking-Passwörtern besonders gefährlich ist.
  • Verdächtige Anrufe sofort beenden und sich nicht unter Druck setzen lassen.
  • Die Nachricht ohne Verzögerung löschen.

Wer unsicher ist, sollte die offizielle Nummer der Behörde heraussuchen und telefonisch nachfragen.

Aktuelle Warnungen werden zudem auf Plattformen wie Watchlist Internet veröffentlicht, um die Öffentlichkeit vor den immer raffinierteren Betrugsversuchen im Namen des ehemaligen Klimabonus und anderer angeblicher staatlicher Leistungen zu schützen.

Die Betrüger setzen bei ihren Cyberangriffen auf eine Vielzahl von Kommunikationskanälen, darunter neben E-Mail und SMS auch Messenger-Dienste, Telefonanrufe und Postings in sozialen Netzwerken, wobei sie vorgeben, im Namen des BMF, des Finanzamts Österreich, des Zollamts oder direkt über FinanzOnline zu agieren. Um dem Betrug zu entgehen, raten die Behörden dringend dazu, SMS und E-Mails zum Klimabonus sofort zu löschen und bei jeglichen Zweifeln den direkten Weg über offiziell recherchierte Kontakte zu wählen.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.