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Norwegischer Kronprinzensohn Høiby zu vier Jahren Haft wegen Vergewaltigung verurteilt

Marius Borg Høiby, der Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, ist am Montag, 15. Juni 2026, vom Osloer Bezirksgericht zu vier Jahren Haft wegen zweifacher Vergewaltigung verurteilt worden. Das Urteil ist vorerst nicht rechtskräftig.

Das Gericht sprach Høiby in zwei der vier ihm vorgeworfenen Vergewaltigungen schuldig, die zwischen 2018 und 2024 an Frauen begangen worden sein sollen, die zum Tatzeitpunkt schliefen oder bewusstlos waren. Zudem wurden ihm Gewalt gegen eine Ex-Freundin, Drohungen sowie Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung angelastet. Die Staatsanwaltschaft hatte sieben Jahre und sieben Monate Haft gefordert, während Høiby die schwersten Vorwürfe bestritten hatte. DiePresse.com berichtet, dass Høiby nicht persönlich im Gerichtssaal anwesend war, sondern per Video aus der Untersuchungshaft zugeschaltet wurde.

Ein Urteil mit historischen Folgen für das norwegische Königshaus

Die Verurteilung von Marius Borg Høiby trifft das norwegische Königshaus in einer bereits tiefen Krise. Seine Mutter, Kronprinzessin Mette-Marit, leidet seit Jahren an der unheilbaren Krankheit Lungenfibrose und steht aktuell auf der Warteliste für eine Lungentransplantation. Ihr Zustand hat sich in den letzten Wochen deutlich verschlechtert, und sie ist nun auf ein Sauerstoffgerät angewiesen. ORF berichtet, dass die Familie sich in einer Zwickmühle befindet: Einerseits steht die Sorge um die Gesundheit der Kronprinzessin im Vordergrund, andererseits ist der Fall ihres Sohnes ein schwerer Schlag für das Ansehen der Monarchie.

Ein Urteil mit historischen Folgen für das norwegische Königshaus
Photo: BILD

Høibys Verurteilung ist nicht das erste Mal, dass das Königshaus mit Skandalen konfrontiert wird. Bereits 2019 sorgten Kontakte Mette-Marits zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein für internationale Empörung. Damals gab das Paar ein TV-Interview, in dem Mette-Marit beteuerte, nicht gewusst zu haben, dass Epstein ein Sexualstraftäter sei. Diese Affäre hat das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Monarchie nachhaltig erschüttert – und nun kommt der Fall ihres Sohnes hinzu.

Was das Urteil konkret bedeutet: Strafmaß, Freisprüche und mögliche Berufung

Das Gericht verurteilte Høiby in insgesamt 34 von 38 Anklagepunkten, darunter zwei Vergewaltigungen, Gewalt gegen eine Ex-Freundin, Drohungen und Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung. In zwei Anklagepunkten – darunter ein Verstoß gegen ein Kontaktverbot – wurde er freigesprochen. Zudem muss er vier Frauen, darunter zwei Ex-Partnerinnen, eine Entschädigung zahlen. BILD berichtet, dass Høiby zusätzlich wegen des heimlichen Filmens von Frauen verurteilt wurde.

Was das Urteil konkret bedeutet: Strafmaß, Freisprüche und mögliche Berufung
Photo: ORF

Die Staatsanwaltschaft hatte ein deutlich härteres Urteil gefordert: sieben Jahre und sieben Monate Haft. Dass das Gericht nur vier Jahre verhängte, könnte auf eine Bewertung der Umstände zurückzuführen sein – etwa die Rolle von Alkohol und Drogen vor den Taten oder die Frage, ob die Opfer in der Lage waren, einvernehmlichen Sex zuzustimmen. Høiby selbst hatte die schwersten Vorwürfe bestritten, sich aber in weniger schweren Punkten schuldig bekannt.

NORWEGEN: Gericht schickt Kronprinzen-Sohn Marius Borg Høiby in U-Haft!

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Sowohl Høiby als auch die Staatsanwaltschaft haben zwei Wochen Zeit, um über eine Berufung zu entscheiden. Bis dahin bleibt Høiby in Untersuchungshaft, da das Gericht die Gefahr neuer Straftaten als hoch einschätzt. Besonders problematisch ist ein Kontaktverbot gegenüber einer Ex-Freundin, gegen das Høiby bereits mehrfach verstoßen hat. Der Standard berichtet, dass Høiby bereits mehrfach versucht hat, aus der Untersuchungshaft entlassen zu werden – unter anderem mit dem Argument, bei seiner lebensbedrohlich kranken Mutter sein zu wollen.

Die Rolle der Öffentlichkeit: Mitgefühl vs. Empörung

Die norwegische Gesellschaft ist gespalten. Einerseits gibt es großes Mitgefühl für Mette-Marit, deren Gesundheitszustand sich dramatisch verschlechtert hat. Andererseits wächst die Empörung über die Taten ihres Sohnes – und die Frage, warum die Monarchie erneut in einen solchen Skandal verwickelt ist. Die ORF beschreibt, wie die öffentliche Debatte zwischen Solidarität mit der kranken Kronprinzessin und Forderungen nach Konsequenzen für Høiby schwankt.

Die Rolle der Öffentlichkeit: Mitgefühl vs. Empörung

Besonders brisant ist die Frage, wie das Königshaus mit der Krise umgeht. Kronprinz Haakon, der Ehemann von Mette-Marit, steht nun im Zentrum der Aufmerksamkeit. Er muss nicht nur seine kranke Frau unterstützen, sondern auch die Folgen des Urteils gegen seinen Stiefsohn bewältigen. Die Monarchie steht vor der Herausforderung, Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen – sowohl in der Bevölkerung als auch international.

Was kommt als Nächstes? Berufung, Haft und die Zukunft der Familie

Die nächsten Wochen werden entscheidend sein. Høiby könnte Berufung einlegen, und das Urteil könnte dann in höheren Instanzen überprüft werden. Sollte das Urteil bestehen bleiben, müsste er die vier Jahre Haft antreten – eine Perspektive, die sowohl für die Familie als auch für das Königshaus belastend ist.

Parallel dazu bleibt die Frage, wie es mit Mette-Marits Gesundheit weitergeht. Eine Lungentransplantation könnte ihre Überlebenschancen verbessern, doch der Prozess ist lang und unsicher. Die norwegische Öffentlichkeit wird die Entwicklung genau beobachten – und die Monarchie wird sich fragen müssen, wie sie aus dieser Krise gestärkt hervorgehen kann.

Eines ist klar: Der Fall Marius Borg Høiby wird das norwegische Königshaus noch lange beschäftigen – sowohl rechtlich als auch gesellschaftlich. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Familie die Krise bewältigen kann oder ob weitere Skandale folgen.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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