Nintendo hat die Einführung einer überarbeiteten Version der Nintendo Switch 2 für den europäischen Markt bestätigt. Die neue Hardware verfügt über einen austauschbaren Akku, um die EU-Batterieverordnung zu erfüllen. Laut der Website von Nintendo of Europe werden diese Modelle spezifische Modellnummern sowie den Code OSM
tragen, um die regulatorische Konformität zu kennzeichnen.
Die Bestätigung erfolgte am 3. Juni 2026 über die offizielle Website von Nintendo of Europe. Damit findet ein Bericht des japanischen Mediums Nikkei vom 20. März 2026 seine Bestätigung. Nintendo reagiert damit auf die gesetzlichen Anforderungen der Europäischen Union, die eine einfachere Wartbarkeit von elektronischen Geräten vorschreiben.
Regulatorischer Druck durch die EU-Batterieverordnung
Der Grund für die Hardware-Revision ist die EU-Batterieverordnung aus dem Jahr 2023. Diese gesetzliche Vorgabe schreibt vor, dass Produkte mit tragbaren Batterien ab dem 27. Februar eines nicht näher spezifizierten Jahres so konstruiert sein müssen, dass Verbraucher die Akkumulatoren leicht selbst entfernen oder ersetzen können. Die EU verfolgt damit das Ziel, die Lebensdauer von Elektronikprodukten zu verlängern und die Menge an Elektroschrott zu reduzieren.
Für Nintendo bedeutet dies einen signifikanten Eingriff in das Produktdesign der Nintendo Switch 2. Bisher waren Akkus in vielen kompakten Konsolen fest verbaut und erforderten für einen Austausch professionelles Werkzeug oder den Versand an einen autorisierten Servicepartner. Die neue Revision bricht mit diesem Ansatz, um die rechtlichen Rahmenbedingungen in den EU-Mitgliedstaaten zu erfüllen.
Interessant ist dabei die Einführung des Codes OSM
. Zu Beginn des Jahres 2026 wurde in Fachkreisen spekuliert, ob dieser Code auf ein neues Hardware-Feature oder eine spezielle Edition hindeutet. Die aktuellen Informationen von Nintendo of Europe klären diesen Sachverhalt: Der Code dient als Kennzeichnung für die konformen Versionen der Switch 2, die den europäischen Batterievorschriften entsprechen.
Hardware-Anpassungen an Konsole und Joy-Cons
Die technischen Änderungen beschränken sich nicht nur auf die Hauptkonsole. Berichten zufolge werden sowohl die Nintendo Switch 2-Konsole als auch die dazugehörigen Joy-Con-Controller so modifiziert, dass die Lithium-Ionen-Batterien sicher entnommen werden können. Dies stellt eine technische Herausforderung dar, da insbesondere die Joy-Cons aufgrund ihrer geringen Größe kaum Spielraum für mechanische Änderungen bei gleichzeitiger Beibehaltung der Stabilität bieten.
Die Umstellung auf austauschbare Batterien könnte langfristig die Nutzererfahrung verbessern, da die Leistungsfähigkeit von Lithium-Ionen-Akkus über die Jahre zwangsläufig nachlässt. Anstatt das gesamte Gerät zu ersetzen oder einen kostspieligen Reparaturservice in Anspruch zu nehmen, können europäische Kunden die Energiequelle nun eigenständig tauschen.
Strategische Marktteilung zwischen EU und Rest der Welt
Nintendo verfolgt bei dieser Revision eine strikt regionale Strategie. Während die EU-Versionen angepasst werden, bleibt die Hardware in anderen Märkten vorerst unverändert. Laut dem ursprünglichen Bericht von Nikkei werden die Produkte in Japan und den USA weiterhin mit den aktuellen Spezifikationen verkauft, bei denen die Batterien nicht ohne Weiteres durch den Endnutzer austauschbar sind.
Diese Divergenz in der Hardware-Produktion ist ungewöhnlich für einen globalen Elektronikhersteller, da einheitliche Bauteile normalerweise die Produktionskosten senken. Nintendo scheint jedoch die Kosten für eine weltweite Umstellung gegen den Aufwand abzuwägen. Eine Ausweitung der austauschbaren Batterien auf den japanischen und US-amerikanischen Markt wird laut Nikkei erst dann in Erwägung gezogen, wenn dort das Bewusstsein für das Right to Repair
– also das Recht auf Reparatur – signifikant zunimmt.
Die Entscheidung, die Hardware-Spezifikationen regional zu trennen, könnte zu einem Zweitmarkt führen, bei dem EU-Versionen aufgrund ihrer besseren Wartbarkeit in anderen Regionen begehrt sind. Gleichzeitig zeigt es die Macht der EU-Regulierung, die globale Tech-Giganten dazu zwingt, ihre Designphilosophien anzupassen, selbst wenn dies nur für einen Teil des Absatzmarktes geschieht.
Wirtschaftliche Kennzahlen im Kontext des Hardware-Wechsels
Die Anpassungen an der Switch 2 erfolgen in einer Phase stabiler finanzieller Performance für Nintendo. Für das Geschäftsjahr 2026 (FY26) meldete das Unternehmen eine beachtliche Umsatzentwicklung. Die Finanzdaten zeigen ein Gesamtbild hoher Rentabilität trotz der notwendigen Anpassungen an verschiedenen globalen Märkten.

- Umsatz: 2,31 Billionen Yen
- Betriebsergebnis: 360,1 Milliarden Yen
- Nettoertrag: 424 Milliarden Yen
- Gesamtvermögen: 3,805 Billionen Yen
Diese Zahlen unterstreichen die Fähigkeit von Nintendo, neue Hardware-Generationen erfolgreich zu etablieren und gleichzeitig regulatorische Hürden zu nehmen. Die Einführung der Switch 2 wird durch eine breite Software-Strategie flankiert, die sowohl neue Titel als auch Aktualisierungen von Klassikern umfasst. So ist beispielsweise EA SPORTS FC 26 bereits für das System verfügbar, und Nintendo setzt weiterhin auf die Bindung der Nutzer durch den Nintendo Switch Online + Expansion Pack Service.
Die strategische Entscheidung, in Europa eine wartungsfreundlichere Version anzubieten, ist somit weniger eine finanzielle Notwendigkeit als vielmehr eine rechtliche Compliance-Maßnahme. Es bleibt abzuwarten, ob andere Hardware-Hersteller im Gaming-Sektor diesem Beispiel folgen werden, falls die EU-Vorgaben auch auf weitere Produktkategorien ausgeweitet werden oder wenn der Druck durch Verbraucherschutzorganisationen in anderen Regionen steigt.