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Welt

Niamey unter Schuss: Regierungsviertel und Flughafen trafen Angriffskräfte

Schwere Explosionen und anhaltende Schüsse erschütterten in den frühen Morgenstunden des Samstags, den 29. Die Angreifer zielten auf den internationalen Flughafen Diori Hamani sowie die Militärbasis Base 101.

Die Ruhe in der nigrischen Hauptstadt Niamey wurde in der Nacht zum Samstag durch heftige Gefechte jäh unterbrochen. Laut übereinstimmenden Berichten von Augenzeugen und Behörden hallten Schüsse und Detonationen rund um den internationalen Flughafen sowie in der Nähe des Präsidentenpalastes wider. Es ist bereits das dritte Mal im laufenden Jahr, dass das strategisch wichtige Areal im Zentrum des westafrikanischen Landes Ziel von Anschlägen oder schwerer Unruhe geworden ist.

Angriffsziel Base 101 und das Flughafen-Areal

Im Zentrum der nächtlichen Auseinandersetzungen stand der militärische Teil des Hauptstadtflughafens. Ein lokaler Bewohner berichtete gegenüber Nachrichtenagenturen von schwerem Beschuss und Explosionen an der Base 101, einer zentralen Militärinstallation im Komplex des Diori Hamani International Airport. Auf online verbreiteten Videoaufnahmen war zu sehen, wie gepanzerte Fahrzeuge zur Verstärkung in die betroffenen Wohn- und Verwaltungsbezirke rollten.

Bana Wagana Ibrahim, ein Mitglied des Konsultativrats sowie Abgeordneter im Parlament der Allianz der Sahelstaaten, bestätigte über soziale Medien, dass Angreifer die Luftwaffenbasis ins Visier genommen hatten.

Noch ein feiger Angriff auf die Base 101 und wieder einmal haben unsere Verteidigungs- und Sicherheitskräfte dafür gesorgt … Lage unter Kontrolle. Bana Wagana Ibrahim, Mitglied des Konsultativrats und Parlamentsabgeordneter

Sicherheitskreise gaben an, dass die Angreifer zudem versucht hatten, die Sicherheitsperipherie rund um den Präsidentenpalast zu durchbrechen. Die darauffolgenden Suchaktionen der staatlichen Kräfte führten laut Behördenangaben dazu, dass ein Teil der Angreifer neutralisiert wurde, während andere die Flucht ergriffen.

Ausfall des Staatssenders Tele Sahel und offizielle Reaktionen

Die Auswirkungen der nächtlichen Kämpfe griffen unmittelbar auf die staatliche Infrastruktur über. Anwohner berichteten, dass der nationale Fernsehsender Tele Sahel am Samstagmorgen plötzlich nicht mehr erreichbar war. Sowohl über Satellit als auch im Internet erscheint seit 9:00 Uhr Ortszeit ein schwarzer Bildschirm. Soldaten riegelten daraufhin die Zugänge zum Hauptsitz des Senders sowie zum Präsidentenpalast ab.

Motorcyclists ride by the entrance of the airport in Niamey, Niger
Photo: dw.com

Das nigrische Militär reagierte auf die Vorkommnisse mit einem Appell an die Bevölkerung.

Angesichts der aktuellen Ereignisse wollen wir ruhig bleiben und die Verbreitung unbestätigter Informationen vermeiden. Unsere Verteidigungs- und Sicherheitskräfte sind zur Verteidigung der Heimat mobilisiert worden. Das nigrische Militär, offizielle Erklärung

Hintergrund der Sicherheitslage unter der Junta

Das ressourcenreiche Land mit bedeutenden Vorkommen an Uran, Öl und Gold kämpft seit Jahren gegen eine hartnäckige Dschihadismus-Welle. In den vergangenen Monaten verlagerte das Regime seine außenpolitischen Bündnisse weg von westlichen Partnern hin zu engeren Kontakten mit Russland, während es sich mit den Nachbarländern Mali und Burkina Faso in der Allianz der Sahelstaaten zusammenschloss.

Gunfire, blasts heard in several areas of Niger capital Niamey
Photo: Aljazeera

Das nun attackierte Flughafenareal in Niamey hat in diesem geopolitischen Gefüge eine herausgehobene Bedeutung. Auf der Air Base 101 ist neben dem gemeinsamen Oberkommando der Sahel-Allianz auch das Hauptquartier der russischen Africa Corps-Partner stationiert. Zudem geriet das Gelände im Jahresverlauf wiederholt in den Fokus rivalisierender dschihadistischer Gruppierungen.

Gunfire, explosions rock Niger's capital
Datum bzw. ZeitraumAngreifende Gruppe / AkteurAusgang des Angriffs
Januar 2026Islamic State in the Sahel (EIS)Abgewehrt; 20 Angreifer und 4 Soldaten getötet
Juni 2026Group for the Support of Islam and Muslims (JNIM)Abgewehrt; 22 Angreifer, 11 Soldaten und 2 Zivilisten getötet
29. August 2026Nicht namentlich genannte AngreiferDurch Sicherheitskräfte unter Kontrolle gebracht

Die anhaltenden Angriffe auf den hochsensiblen Militärkomplex verdeutlichen die fortbestehenden Sicherheitsrisiken, denen sich die Militärregierung trotz ihrer Neuausrichtung gegenübersieht. Weder die genaue Identität der Angreifer vom Samstagmorgen noch die Gesamtzahl eventueller Opfer aufseiten der Streitkräfte wurden von offizieller Seite unmittelbar im Detail beziffert, während die Such- und Sicherungsoperationen in Niamey anhalten.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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