Die New York Times führt seit Dezember 2023 einen wegweisenden Urheberrechtsstreit gegen OpenAI und Microsoft vor einem US-Bundesgericht in Manhattan. Der Fall befindet sich im Juni 2026 in der Discovery-Phase. Im Kern geht es darum, ob das Training von KI-Modellen mit Millionen geschützter Artikel unter die „Fair Use“-Doktrin fällt oder eine massive Urheberrechtsverletzung darstellt.
Finanzielle Dimensionen: Schadensersatz und Lizenztheorien

| Kategorie | Wert / Basis | Theoretische Summe |
|---|---|---|
| Tatsächlicher Schaden (Licensing Theory) | 16 Millionen Datensätze à 10 $ | 160 Millionen $ |
| Gesetzlicher Schadensersatz (Statutory Damages) | Bis zu 150.000 $ pro Werk | Milliardenbeträge (potenziell) |
| Microsoft-Investment in OpenAI | Kapitalbeteiligung | 13 Milliarden $ |
Gerichtliche Weichenstellungen: Was die Klage überlebt hat

Das Scheitern der „Sophisticated Publisher“-Strategie
sophisticated publishereine besondere Sorgfaltspflicht gehabt hätte, die Verletzungen früher zu erkennen. Das Gericht wies diese Theorie zurück. Laut Loeb & Loeb stellte der Richter fest, dass es 2019 und 2020 kaum Artikel über die Produkte von OpenAI gab und kein konkreter Anlass bestanden hätte, dass die Zeitung eine Urheberrechtsverletzung hätte ahnen müssen. „sophisticated rightsholder“ Die Theorie einer gesteigerten Kenntnispflicht für professionelle Rechteinhaber wurde vom Gericht explizit abgelehnt.
Marktverdrängung versus transformative Nutzung
Der juristische Kernkampf wird sich um die Definition vontransformative usedrehen. Die Beklagten stützen sich auf die Fair-Use-Doktrin und vergleichen das KI-Training mit der Indexierung von Suchmaschinen oder dem Google-Books-Projekt. Sie behaupten, dass die Modelle keine Kopien erstellen, sondern statistische Muster lernen. Die New York Times kontert dies mit dem Argument der kommerziellen Substitution. Wenn eine KI eine Zusammenfassung eines Artikels so präzise liefert, dass der Nutzer die Originalseite nicht mehr besuchen muss, wird das Geschäftsmodell der Zeitung direkt untergraben. Global Law Today hebt hervor, dass die Klägerseite bereits über 100 Seiten mit Beispielen für urheberrechtswidrige Ausgaben in die Akten eingereicht hat. Die Argumentation der Zeitung ist klar: Es handelt sich nicht um eine transformative Neuschöpfung, sondern um eine Maschine, die als direkter Wettbewerber zum Original auftritt und dessen ökonomische Lebensgrundlage erodiert. Mit dem Übergang in die Discovery-Phase rückt die Offenlegung interner Dokumente und Trainingsdaten in den Fokus. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Gerichte die Logik der Tech-Giganten akzeptieren oder ob die KI-Industrie gezwungen wird, ein neues, kostenpflichtiges Lizenzmodell für journalistische Inhalte zu etablieren.
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