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Technik und Wissenschaft

NASA-Teleskop Swift wird nach gescheiterter Rettung unkontrolliert abstürzen

Das NASA-Weltraumteleskop Swift tritt voraussichtlich am 4. November 2026 unkontrolliert in die Erdatmosphäre ein, nachdem eine privat finanzierte Rettungsmission des Unternehmens Katalyst Space Technologies gescheitert ist.

Das NASA-Weltraumteleskop Swift steht kurz vor dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. Nach Berechnungen der US Space Force vom 2. November wird das rund 1,5 Tonnen schwere Observatorium voraussichtlich am 4. November 2026 gegen 9:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit abstürzen. Die Prognose ist allerdings mit einer Unsicherheit von elf Stunden in beide Richtungen verbunden. Nach Berechnungen der US-Forschungseinrichtung Aerospace Corporation wird der Wiedereintritt gegen 10.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit erwartet, wobei der Zeitpunkt bis zu 26 Stunden abweichen kann. Ohne Treibstoff wiegt Swift rund 613 Kilogramm.

Gescheiterte Rettungsmission im All für 30 Millionen US-Dollar

Eigentlich sollte das Observatorium länger im All bleiben. Im September 2025 beauftragte die NASA das in Arizona ansässige Unternehmen Katalyst Space Technologies mit einer Rettungsmission, wobei die Nachrichtenagentur AP die Kosten auf 30 Millionen US-Dollar bezifferte. Der dafür entwickelte Satellit LINK startete am 3. Juli 2026. Die NASA betrachtete den Rettungsversuch zugleich als Test für künftige Wartungseinsätze im All, um zu zeigen, ob sich ältere Satelliten ohne eigene Vorrichtungen nachträglich auf eine höhere Umlaufbahn bringen lassen.

NASA's $30 Million Rescue Failed – Swift Is Falling Now

Nach Problemen mit der Flugsteuerung geriet LINK jedoch ins Trudeln. Die Ingenieure konnten die Sonde zwar teilweise wieder steuern, aber der Versuch scheiterte an dieser schwierigen Aufgabe. Dennoch näherte sich der private Satellit dem Teleskop später noch einmal bis auf 12 bis 15 Kilometer und fotografierte es. Am 25. September trat das Rettungsraumschiff schließlich selbst in die Atmosphäre ein und verglühte. Sean Domagal-Goldman, ein Vertreter am NASA-Hauptsitz, bezeichnete das Vorhaben als eine von Anfang an risikoreiche Mission, die neue Wege testete.

Erhöhte Sonnenaktivität beschleunigt den orbitalen Verfall

Der Höhenverlust von Swift wurde maßgeblich durch das aktuelle Sonnenmaximum und verstärkte Sonnenaktivität beschleunigt. Mithilfe der Bahndaten von etwa 1.200 Starlink-Satelliten lassen sich folglich Aussagen über die Dichte der oberen Atmosphäre treffen. Am 20. Oktober 2026 zeichnete das Teleskop seine letzten wissenschaftlichen Daten auf.

Nasa teleskop swift stuerzt in den naechsten wochen auf die erde
Foto: forschung-und-wissen.de

Die NASA beendete daraufhin die wissenschaftliche Datenerfassung. Das Teleskop war am 20. November 2004 gestartet und ursprünglich für eine Betriebsdauer von zwei Jahren ausgelegt. Während seiner fast 22 Jahre im All beobachtete das Observatorium mehr als 2.000 Gammablitze, über 1.400 Supernovae sowie Schwarze Löcher, Asteroiden und Kometen und führte Durchmusterungen im Röntgenlicht durch. Die Messungen bildeten die Grundlage für rund 7.000 veröffentlichte wissenschaftliche Arbeiten.

Mögliche Trümmer und Risiken für bewohnte Regionen

Beim unkontrollierten Wiedereintritt wird der größte Teil des Satelliten verglühen, wobei einige Komponenten diesen voraussichtlich überstehen werden. Das Risiko, dass jemand auf der Erde zu Schaden kommt, schätzt die Behörde als unwahrscheinlich ein. Deutschland liegt dabei außerhalb des möglichen Absturzgebiets.

NASA Ends Swift Telescope Mission After 22 Years: Rescue Failed

Das Teleskop hinterlässt nach fast 22 Jahren und Tausenden Beobachtungen vor allem einen gewaltigen Datenbestand, der Forschern noch für lange Zeit als Grundlage dienen wird. Domagal-Goldman betonte in einer Erklärung vom Oktober, dass uns das Observatorium ein äußerst wertvolles Archiv von Mehrkanalbeobachtungen hinterlassen hat, das auch in den kommenden Jahrzehnten neue wissenschaftliche Entdeckungen anregen wird.

Unser früherer Bericht: NASA-Teleskop Swift stürzt nach gescheiterter Rettung bald auf Erde

Nasa teleskop swift vor absturz mio rettung scheitert pcgh artwork
Foto: Pcgameshardware
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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

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