Eine NASA-Studie aus August 2026 zeigt, dass resistente irdische Mikroben auf dem Mond überleben könnten. Der Schimmelpilz Aspergillus niger erwies sich dabei als erstaunlich widerstandsfähig gegen UV-Strahlung und übertraf sogar bekannte Extremophile in Simulationen für die Südpolregion.
Raumfahrtmissionen hinterlassen Spuren, und dazu gehören zwangsläufig auch jene winzigen Organismen, die menschliche Forscher im Gepäck haben. Eine im August 2026 in der Fachzeitschrift Science Advances veröffentlichte Studie untersucht nun, welche Überlebenschancen irdische Pilze und Bakterien in den extremen Bedingungen der Mondoberfläche tatsächlich haben. Geleitet wurde die Forschung von dem Planetenforscher Prabal Saxena am NASA Goddard Space Flight Center in Greenbelt, Maryland.
Simulationen am Mondsüdpol für fünf ausgewählte Organismen
Das Wissenschaftsteam analysierte fünf verschiedene Mikrobenarten, die häufig mit Raumfahrtumgebungen oder dem menschlichen Körper in Verbindung gebracht werden. Dazu zählten die Bakterien Deinococcus radiodurans, Staphylococcus aureus und Bacillus subtilis sowie zwei Pilzgattungen: der schwarze Schimmelpilz Aspergillus niger und mehrere Arten der Gattung Fusarium, wie Reuters berichtet.
Die Forscher koppelten topografische und thermische Daten der Sonde Lunar Reconnaissance Orbiter mit Modellen zur Sonneneinstrahlung. Untersucht wurden dabei drei konkrete Regionen, die für künftige bemannte Landungen im Rahmen des Artemis-Programms im Gespräch sind: Nobile Rim, Connecting Ridge und De Gerlache Rim. Laut den Simulationen könnten einige der getesteten Organismen in bestimmten Zonen, etwa in permanent beschatteten Kratern, für Wochen bis Monate überdauern. In diesen sogenannten Kältefallen herrschen niedrige Temperaturen und es ist Schutz vor aggressiver ultravioletter Strahlung gegeben.
Aspergillus niger schlägt bekannte Extremophile bei der UV-Resistenz
Überraschend war für die Wissenschaftler vor allem die Widerstandskraft von Aspergillus niger. Der Schimmelpilz, der im Alltag in warmen und feuchten Bereichen wie Badezimmern oder Lüftungsanlagen gedeiht, wurde bereits mehrfach an Bord der Internationalen Raumstation ISS nachgewiesen. Frühere Experimente zeigten zudem, dass Sporen des Pilzes sogar auf der Außenhülle der Station überleben können.

Im Rahmen der Laborwerte, die dem Mondmodell zugrunde lagen, zeigte der Pilz eine höhere Toleranz gegenüber UV-C-Strahlung als Deinococcus radiodurans. Letzteres Bakterium gilt in der Astrobiologie seit langem als extrem widerstandsfähig gegen Strahlung und Austrocknung. Prabal Saxena erklärte dazu, dass Aspergillus am besten dafür geeignet sei, in den Regionen der Mondpole zu überleben.
Prabal Saxena, Planetologe am NASA Goddard Space Flight Center, führte aus, die von ihnen untersuchten Bakterien seien weniger widerstandsfähig gegen ultraviolette Strahlung gewesen und hätten folglich eine geringere Überlebensrate aufgewiesen, wobei Deinococcus den Anfang gemacht und Staphylococcus sowie Bacillus das Schlusslicht gebildet hätten.
Bedeutung für künftige Missionen und die Suche nach Leben
Die Autoren der Studie betonen, dass die Berechnungen ausschließlich das Überleben von Zellen im Ruhezustand und nicht deren Wachstum oder Fortpflanzung abbilden. Kosmische Strahlung, extreme Tagestemperaturen von rund 127 Grad Celsius sowie das Fehlen von flüssigem Wasser verhindern eine aktive Vermehrung auf der Mondoberfläche. Dennoch werfen die Ergebnisse Fragen für den Probenschutz bei künftigen Mondbasen und Marsexpeditionen auf.

Das könnte es künftigen Forschergenerationen erschweren, ursprüngliche chemische Signaturen des Mondes von mitgebrachtem irdischem Material zu unterscheiden. Zugleich sehen die Wissenschaftler in dem Umstand eine Chance. Der Mond könnte unter bestimmten Bedingungen wie ein natürlicher Gefrierschrank wirken, der historische Spuren bewahrt.
Prabal Saxena, Planetologe am NASA Goddard Space Flight Center, fügte hinzu, der Mond könnte wie der Gefrierschrank der Erde sein und wirklich interessante Beweisstücke der Erdvergangenheit konservieren, falls diese an den Polen des Mondes gelandet seien.
Diese Perspektive eröffnet neue Möglichkeiten, die Erdgeschichte durch die Analyse von Material zu rekonstruieren, das über Jahrmillionen in den eisigen Regionen des Mondes konserviert wurde.
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