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Technik und Wissenschaft

NASA investiert 20 Milliarden Dollar in permanente Mondbasis am Südpol

Die NASA plant eine Investition von 20 Milliarden US-Dollar über die nächsten sieben Jahre, um eine permanente Mondbasis am lunaren Südpol zu errichten. Das Projekt umfasst bewohnbare Habitate, druckbeaufschlagte Rover und Kernkraftsysteme. Ziel ist eine semi-permanente Besiedlung, die als technologisches Sprungbrett für künftige bemannte Mars-Missionen dienen soll.

Der 20-Milliarden-Dollar-Plan für den lunaren Südpol

Die US-Raumfahrtbehörde hat eine massive strategische Neuausrichtung eingeleitet. Wie CBS News berichtete, sieht der neue Plan vor, innerhalb der nächsten sieben Jahre 20 Milliarden US-Dollar in eine Infrastruktur am Südpol des Mondes zu investieren. Dabei geht es nicht mehr nur um punktuelle Expeditionen, sondern um den Aufbau einer funktionalen Basis.

Die geplante Ausstattung ist spezifisch auf die extremen Bedingungen des Südpoles zugeschnitten:

  • Habitate: Geschützte Wohn- und Arbeitsbereiche für Astronauten.
  • Druckbeaufschlagte Rover: Fahrzeuge, die längere Aufenthalte außerhalb der Basis ermöglichen.
  • Kernkraftsysteme: Energiequellen zur Stromversorgung und Heizung.
  • Ein wesentlicher Teil dieser Strategie ist die Abkehr von rein staatlichen Systemen. Die NASA plant den Übergang vom staatlich betriebenen Space Launch System (SLS)-Raketensystem hin zu wettbewerbsfähigen kommerziellen Raketen, wie sie von SpaceX, Blue Origin und anderen Unternehmen entwickelt werden. Diese Privatisierung der Transportwege soll die Kosten senken und die Frequenz der Missionen erhöhen.

    Strategiewechsel: Von kurzen Besuchen zur dauerhaften Präsenz

    Strategiewechsel: Von kurzen Besuchen zur dauerhaften Präsenz
    cluster (priority): cbsnews.com

    Die Philosophie hinter dem Programm hat sich grundlegend gewandelt. Während die Apollo-Missionen der 1960er Jahre primär dem Prestige und dem ersten Beweis der Machbarkeit dienten, zielt das aktuelle Artemis-Programm auf Nachhaltigkeit ab.

    „Dieser überarbeitete, schrittweise Ansatz zum Lernen, zum Aufbau von Muskelgedächtnis, zur Risikominimierung und Gewinnung von Vertrauen ist genau das, wie die NASA in den 1960er Jahren das fast Unmögliche erreicht hat, aber dieses Mal geht es nicht um Flaggen und Fußabdrücke. Dieses Mal ist das Ziel, zu bleiben.“
    Jared Isaacman, NASA-Administrator

    Um diese dauerhafte Präsenz zu erreichen, strebt die Behörde eine Taktung von mindestens zwei bemannten Landungen pro Jahr an. Dies bedeutet Landungen in einem sechsmonatigen Rhythmus, was eine völlig neue Logistikkette erfordert.

    Ein bemerkenswerter Teil dieses Plans ist die Umstrukturierung bestehender Projekte. Die Entwicklung der Gateway-Raumstation im Mondorbit wird vorerst pausiert. Stattdessen sollen Komponenten dieses Projekts für Operationen direkt auf der Mondoberfläche umgewidmet werden, um die Anforderungen der neuen nationalen Weltraumstrategie der Trump-Administration zu erfüllen.

    Kernenergie und die Mars-Mission „Skyfall“

    Kernenergie und die Mars-Mission „Skyfall“
    cluster (priority): britannica.com

    Ohne eine zuverlässige Energiequelle ist eine dauerhafte Basis am Mond oder ein Vorstoß zum Mars unmöglich. Deshalb setzt die NASA massiv auf nukleare Technologien. Im Zentrum steht die Entwicklung von Kernkraftsystemen, die sowohl die Habitate wärmen als auch die notwendige Elektrizität für Forschung und Bauarbeiten liefern sollen.

    Der erste große Testlauf dieser Technologie erfolgt im Rahmen der Mission „Skyfall“ im Jahr 2028. Dabei wird ein Spaltungsreaktor, der Space Reactor 1 (SR-1), eingesetzt.

    Komponente Funktion/Ziel Zeitplan SR-1 Reaktor Kernelektrischer Antrieb & Energieversorgung 2028 Mars-Helikopter Drei kleine Drohnen zur Erkundung von Landezonen 2028 Mondbasis Semi-permanente Besiedlung des Südpoles Nächste 7 Jahre

    Die „Skyfall“-Mission wird drei kleine Helikopter in die dünne Marsatmosphäre absetzen, um potenzielle Landezonen für künftige Astronauten zu untersuchen. Der SR-1-Reaktor ist dabei nur der erste in einer Serie neuer nuklearer Technologien, die die NASA in den kommenden Jahren auch auf dem Mond implementieren will.

    Historische Kontinuität und die Ziele von Artemis

    Historische Kontinuität und die Ziele von Artemis
    cluster (priority): nasa.gov

    Die aktuelle Expansion ist die konsequente Fortsetzung einer Entwicklung, die 1958 mit der Gründung der NASA begann. Die Behörde entstand als direkte Reaktion auf den sowjetischen Sputnik-Start von 1957 und baute auf den Strukturen des National Advisory Committee for Aeronautics (NACA) auf, das bereits 1915 ins Leben gerufen worden war.

    Nach dem Erfolg der Apollo-Missionen, die 1969 mit Neil Armstrong den ersten Menschen auf dem Mond landeten, folgte eine Phase der robotergestützten Exploration und dem Betrieb der Internationalen Raumstation. Das 2017 gestartete Artemis-Programm markiert nun die Rückkehr zum bemannten Mondflug, allerdings mit einem erweiterten gesellschaftlichen Auftrag.

    Laut Informationen von nasa.gov ist es ein zentrales Ziel, die erste Frau und die erste Person of Color auf dem Mond zu landen. Als mögliche Kandidatin für diese historische Mission wird Jessica Meir genannt.

    Diese Diversifizierung der Besatzungen spiegelt den Wandel der Raumfahrt wider: Weg von einem exklusiven Wettlauf zwischen Supermächten, hin zu einer globalen, kommerziell gestützten Infrastruktur. Die Mondbasis ist dabei nicht das Endziel, sondern das notwendige Trainingslager. Die Erfahrungen in Bezug auf Strahlenschutz, Ressourcenextraktion und psychologische Langzeitbelastung auf dem Mond sind die einzigen verlässlichen Datenquellen, mit denen die NASA die Risiken für eine spätere Mars-Besiedlung kalkulieren kann.

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    Clara Vogt

    Über den Autor

    Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

    Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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