Das knapp zwei Meter hohe und sechs Meter lange Skelett von Nanotyrannus Jodi wurde für 47,3 Millionen US-Dollar bei Sotheby’s in New York versteigert. Das gut erhaltene Fossil erzielt damit den zweithöchsten je bei einer Auktion gezahlten Preis für ein Dinosaurierskelett und übertrifft die ursprünglichen Schätzungen deutlich.
Ein intensiver Bieterwettstreit mit sechs Interessenten dauerte rund zwölf Minuten, bis das Fundstück am Telefon an einen Sammler zugesprochen wurde, wie das Auktionshaus Sotheby’s mitteilte. Der erzielte Erlös von rund 47,3 Millionen US-Dollar — umgerechnet etwa 42 Millionen Euro — lag weit über der vorherigen Schätzung des Auktionshauses. Sotheby’s hatte den Wert im Vorfeld der Versteigerung auf sechs bis neun Millionen US-Dollar taxiert.
Entdeckung in Montana durch den Dinosaurier-Cowboy
Seinen Namen verdankt das Fossil dem Viehzüchter Jodi Pierson, der die Überreste im Jahr 2019 im US-Bundesstaat Montana entdeckte. Geborgen wurde das Tier von dem als Dinosaurier-Cowboy
bekannten kommerziellen Fossilienjäger Clayton Phipps mit familiärer Unterstützung. Phipps hatte in unmittelbarer Nähe des Fundorts bereits eine Gruppe zweier kämpfender Saurier aus dem Boden geholt, wie Recherchen des Auktionsmarktes zeigen. In den USA dürfen Fossilien, die auf Privatgrundstücken gefunden werden, frei verkauft und ausgeführt werden.

Wissenschaftliche Einordnung und der fast vollständige Schädel von Jodi
Mit einer Höhe von knapp zwei Metern und einer Länge von sechs Metern gilt das Exemplar als außergewöhnlicher Fund in der Paläontologie.
„Jodi“ ist das außergewöhnlich seltene montierte Skelett eines Nanotyrannus und eines von lediglich drei der Wissenschaft bekannten Skeletten dieser Art. Das Skelett besitzt unter anderem einen nahezu vollständigen Schädel.
Sotheby’s, Auktionshaus
Das Fossil markiert zudem den ersten Nanotyrannus, der seit der wissenschaftlichen Bestätigung der Gattung zum Kauf angeboten wurde. In der Forschung wurde lange kontrovers diskutiert, ob es sich bei Nanotyrannus um eine eigenständige Gattung handelt oder lediglich um ein jugendliches Exemplar des Tyrannosaurus rex.
Einordnung auf dem Auktionsmarkt und anhaltende Kritik
In der Rangliste der teuersten Dinosaurierskelette rangiert Jodi nun direkt hinter einem T-Rex. Den Spitzenplatz belegt seit Juli ein rund 67 Millionen altes Skelett eines Tyrannosaurus rex, das bei einer Auktion in New York für rund 50 Millionen Dollar versteigert worden war.
Derartige Millionenauktionen rufen regelmäßig Kritik hervor. Kritiker bemängeln, dass private Verkäufe und der damit verbundene Hype um fossilienbasierte Trophäen dazu führen, dass bedeutende Fundstücke der wissenschaftlichen Forschung und der Öffentlichkeit entzogen werden. Die geforderten Summen übersteigen die Budgets öffentlicher Museen und Universitäten meist deutlich.

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