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Unternehmen

Nach Kurssturz bei Partners Group: Alfred Gantner und Co. kaufen Aktien in Millionenhöhe

Nach einem Kurssturz der Partners Group-Aktie um 16 Prozent am vergangenen Mittwoch haben Führungskräfte und Verwaltungsräte Aktien im Wert von rund 23 Millionen Franken nachgekauft. Der Einbruch reduzierte den Börsenwert der Zuger Beteiligungsgesellschaft innerhalb weniger Stunden von 21,5 Milliarden auf rund 18 Milliarden Franken.

Massive Aktienkäufe nach dem Kursrutsch

Massive Aktienkäufe nach dem Kursrutsch

Die Volatilität am vergangenen Mittwoch löste eine Panikreaktion an den Märkten aus, nachdem bekannt wurde, dass Partners Group bei einzelnen Private-Equity-Fonds Kapitalrückzüge auf 5 Prozent beschränkt – eine Maßnahme, die laut den Fondsbedingungen vorgesehen ist. Solche sogenannten „Redemption Gates“ (Rücknahmesperren) sind ein etabliertes Instrument des Liquiditätsmanagements im Private-Equity-Sektor. Sie dienen dazu, die Fonds vor massiven, gleichzeitigen Abflüssen zu schützen, die den Verkauf von Vermögenswerten zu ungünstigen Zeitpunkten erzwingen könnten. Wie die NZZ berichtete, nutzten Mitglieder der Geschäftsleitung und des Verwaltungsrats den anschließenden Tiefstand, um ihre Beteiligungen massiv auszuweiten.

Daten der Schweizer Börse SIX belegen, dass in den zwei Tagen nach dem Einbruch Transaktionen im Gesamtwert von etwa 23 Millionen Franken registriert wurden. Diese Transaktionen müssen gemäss den Transparenzregeln der Schweizer Börsen von Insidern gemeldet werden, um sicherzustellen, dass der Markt über die Handelsaktivitäten von Schlüsselpersonen informiert bleibt. Zwei Einzelkäufe am Freitag stechen dabei besonders hervor:

  • Erwerb von 14.000 Namenaktien für rund 10 Millionen Franken.
  • Erwerb von 11.200 Namenaktien für rund 8 Millionen Franken.

Obwohl das Unternehmen keine Namen der Käufer nennt, wird vermutet, dass diese Transaktionen von den Unternehmensgründern stammen. Die drei Gründer Alfred Gantner, Marcel Erni und Urs Wietlisbach halten zusammen 15 Prozent des Unternehmens.

Alfred Gantners Verteidigung und der Rückblick auf 2008

Alfred „Fredy“ Gantner, das bekannteste Gesicht der Partners Group, sieht die aktuelle Marktreaktion als massive Überreaktion. Er führt die Volatilität auf Shortseller und schwierige geopolitische Rahmenbedingungen zurück. Gantner betonte, dass er nicht auf kurzfristige Kursgewinne aus sei, sondern als langfristig engagierter Unternehmer agiere.

Ich habe in letzter Zeit zusätzliche Aktien gekauft, wie viele unserer Mitarbeitenden.

Alfred Gantners Verteidigung und der Rückblick auf 2008

Alfred Gantner, Mitgründer, via NZZ

Laut NZZ zieht Gantner dabei Parallelen zur Finanzkrise im Jahr 2008. Damals war der Kurs der Partners Group um über 60 Prozent eingebrochen, was das Management ebenfalls zur Aufstockung seiner Positionen nutzte. Eine Aktie, die damals 60 Franken kostete, hat sich seither auf 1.000 Franken entwickelt.

Governance-Fragen und die Rolle der Gründer

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Während das Management die operative Stärke betont, zeichnen Beobachter ein komplexeres Bild der internen Strukturen. Tippinpoint berichtet, dass die Governance-Struktur Fragen aufwirft, insbesondere hinsichtlich der Rollenverteilung zwischen den Gründern und der formellen Führung.

Obwohl Alfred Gantner, Urs Wietlisbach und Marcel Erni offiziell nur noch als Verwaltungsräte fungieren, werden sie als „exekutive Verwaltungsräte“ bezeichnet. In der Schweizer Corporate Governance ist die strikte Trennung zwischen der strategischen Aufsicht des Verwaltungsrats und der operativen Leitung durch die Geschäftsleitung vorgesehen. Insider weisen darauf hin, dass die Gründer de facto weiterhin maßgeblichen Einfluss auf das Geschäft ausüben. Dies schafft Unklarheiten bei der Verantwortlichkeit, da die formellen Rollen eigentlich beim CEO David Layton und dem Executive Chairman Steffen Meister liegen.

Der Druck durch das Asset Management

Der Druck durch das Asset Management
Photo: tippinpoint

Ein weiteres strukturelles Problem ist der permanente Druck der Börse, das verwaltete Vermögen (Assets under Management, AuM) zu steigern. Da ein wesentlicher Teil der Einnahmen aus Managementgebühren besteht, die prozentual auf das verwaltete Vermögen berechnet werden, ist die Skalierung des AuM ein zentraler Treiber für das Umsatzwachstum. Um die Erwartungen der Aktionäre zu erfüllen, muss die Partners Group kontinuierlich neues Kapital anziehen.

Experten warnen, dass diese Notwendigkeit zu suboptimalen Investitionsentscheidungen führen könnte. Wenn die Geldflut nicht adäquat in hochwertige Projekte investiert werden kann, droht eine Verwässerung der Performance. In einer Pressemitteilung versuchte das Unternehmen zuletzt zu beruhigen, dass man trotz der Unsicherheit bei den „Evergreen“-Redemptions mit einem soliden Netto-AuM-Wachstum für 2026 rechne.

Performance im Vergleich zu globalen Indizes

Zusätzlich zur Governance und dem Kapitalzufluss steht die Partners Group vor der Herausforderung, dass sich Private-Market-Produkte nicht mehr so stark entwickeln wie in der Ära der sinkenden Zinsen. Während breite Aktienindizes wie der MSCI World in den letzten Jahren starke Zuwächse verzeichneten, blieb die Performance der Private-Market-Investments hinter diesen Benchmarks zurück.

Dies ist oft mit dem sogenannten „Denominator-Effekt“ verknüpft: Wenn die Bewertungen an den öffentlichen Märkten stark schwanken, geraten die Portfolio-Gewichte institutioneller Anleger aus dem Gleichgewicht, was zu einer temporären Zurückhaltung bei neuen Zusagen in Private Markets führen kann. Die Kombination aus geopolitischen Unsicherheiten, dem Zinsumfeld und dem internen Druck auf die Investmentqualität stellt die Beteiligungsgesellschaft vor eine kritische Phase der Kommunikation und strategischen Neuausrichtung.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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