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Mutter Teresa: Kirche und Leo Maasburg erinnern an Heiligsprechung

Zehn Jahre nach der Heiligsprechung von Mutter Teresa durch Papst Franziskus am 4. September 2016 würdigen katholische Institutionen in Wien und im deutschsprachigen Raum das weltweite Wirken der Ordensgründerin. Wegbegleiter erinnern an ihren Einsatz in den Slums von Kalkutta und ihre spirituelle Prägung.

Zehn Jahre nach der feierlichen Heiligsprechung durch Papst Franziskus im September 2016 in Rom bleibt das Erbe von Mutter Teresa weltweit präsent. Die Katholische Kirche erinnert mit Gottesdiensten und Rückblicken an das Leben der Ordensfrau, die zu Lebzeiten als Engel der Armen bekannt wurde und deren Hilfsorganisation heute in Dutzenden Ländern aktiv ist. Papst Johannes Paul II. hatte sie am 19. Oktober 2003 seliggesprochen und als eine der größten Missionarinnen des 20. Jahrhunderts gewürdigt.

Wegbegleiter blicken auf das Wirken in Kalkutta zurück

Aus Anlass des Jubiläums erinnerte sich der langjährige Begleiter Leo Maasburg in einem Interview an seine gemeinsame Zeit mit der Ordensgründerin. Die Zusammenarbeit hatte ursprünglich durch einen Bischof begonnen, der für Gespräche einen Übersetzer benötigte. Zu Beginn empfand Maasburg eine gewisse Skepsis, die sich im Laufe der intensiven Jahre jedoch wandelte. Die Begegnungen zeigten eine Persönlichkeit, die zielstrebig handelte und zugleich durch ein einfühlsames Auftreten auffiel, so der Wegbegleiter gegenüber Radio Horeb.

Das Handeln der Ordensfrau war nach dieser Darstellung vollständig auf den christlichen Glauben ausgerichtet. Ihr Ziel war es, Menschen den Zugang zu Jesus Christus zu eröffnen. Den Ausdruck ihrer Zuwendung zu kranken und sterbenden Menschen leitete sie aus dem biblischen Verständnis vom Durst Christi am Kreuz ab. Das Konzept der Armut umfasste für sie neben materieller Not auch die soziale Isolation und den Verlust von Lebensperspektiven.

Von Skopje über Dublin in die Slums von Kalkutta

Nach ihrem Noviziat in Darjeeling unterrichtete sie in den 1930er und 1940er Jahren an der St. Mary’s School in Kalkutta, wo sie am 24. May 1937 ihre ewigen Gelübde ablegte. Ein entscheidender Wendepunkt ereignete sich am 10. September 1946 während einer Zugfahrt nach Darjeeling. Sie erlebte nach eigener Aussage eine Berufung, die sie später als call within a call beschrieb – den Auftrag, den Orden zu verlassen und den Ärmsten der Armen auf der Straße zu dienen.

Mutter Teresa: Kirche und Leo Maasburg erinnern an Heiligsprechung
Photo: dailydot.com

„call within a call.“

Nach zweijährigem Ringen erhielt sie im Januar 1948 die kirchliche Erlaubnis, diesen Weg zu gehen. Sie legte den weißen Sari mit den drei blauen Streifen an, zog in das Armenviertel Entally und begann, Kinder zu unterrichten und Kranke zu pflegen. Im Jahr 1950 wurde der von ihr gegründete Orden der Missionarinnen der Nächstenliebe offiziell von der Erzdiözese Kalkutta approbiert.

Globale Ausbreitung und das Wiener Kloster am Mariahilfer Gürtel

Das Hilfswerk wuchs in den folgenden Jahrzehnten rasant. Bis zum Zeitpunkt ihres Todes im Jahr 1997 zählte die Gemeinschaft mehr als 4.000 Schwestern an 610 Standorten in 123 Ländern. Für ihre humanitäre Arbeit erhielt Mutter Teresa zahlreiche internationale Ehrungen, darunter 1979 den Friedensnobelpreis.

Mutter Teresa: Kirche und Leo Maasburg erinnern an Heiligsprechung
Photo: vaticannews.va

Auch in Österreich hinterließ die Ordensgründerin bleibende Spuren. Auf Einladung des damaligen Wiener Kardinals Franz König kamen die Schwestern nach Wien. Nach ersten Unterkünften in Favoriten und in der Pfarre St. Leopold eröffneten die Missionarinnen der Nächstenliebe im Jahr 1990 ein Kloster in einem ehemaligen Stundenhotel am Mariahilfer Gürtel, das bis heute besteht.

Debatten, Kritik und die bleibende Ausstrahlung

Trotz der weltweiten Verehrung war das Wirken Mutter Teresas zu Lebzeiten und nach ihrem Tod auch Gegenstand kritischer Stimmen. Kritiker warfen der Organisation unter anderem vor, in ihren Einrichtungen keine ausreichende medizinische Versorgung bereitzustellen oder sich politisch mit umstrittenen Persönlichkeiten zu umgeben. Befürworter und offizielle kirchliche Stellen wiesen diese Vorwürfe zurück und verwiesen darauf, dass die Motivation der Ordensfrau ausschließlich in der unbedingten Nächstenliebe und im Dienst an den Schwächsten lag.

Fr. Leo Maasburg on Maria Valtorta's writtings and Mother Teresa of Calcutta.

Der weltweite Gedenktag der Heiligen wurde auf ihren Todestag am 5. September festgesetzt. Zehn Jahre nach der Heiligsprechung bleibt ihr Einsatz für Kranke, Sterbende und gesellschaftlich Ausgegrenzte ein prägendes Kapitel der jüngeren Kirchengeschichte.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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