Russlands Präsident Wladimir Putin glaubt nach Angaben kremlnaher Quellen nicht mehr an eine diplomatische Lösung im Ukraine-Krieg. Die Verhandlungen über eine Friedenslösung seien aus Sicht des Kremls faktisch in einer Sackgasse angekommen, wie die Nachrichtenagentur WELT unter Berufung auf mehrere mit der russischen Führung vertraute Personen berichtete. Demnach bereitet Russland eine weitere Verschärfung des Konflikts vor, da frühere Verhandlungsformate zusammengebrochen seien.
Diplomatische Sackgasse und drohende Kriegseskalation
Der Kreml hat der Berichterstattung zufolge auch die Hoffnung auf eine politische Lösung über die USA weitgehend aufgegeben. Zuvor sei man in Moskau lange der Ansicht gewesen, dass eine Verständigung zwischen Putin und US-Präsident Donald Trump zu ukrainischen Zugeständnissen in der Region Donezk führen könnte. Diese Erwartungen hätten sich jedoch nicht erfüllt; vielmehr gehe der Kreml davon aus, durch eigene Zugeständnisse lediglich die eigene Position geschwächt zu haben.
Konventionelle Angriffe und der Blick auf die Nato
Als Reaktion auf die festgefahrene Lage erwägt Moskau eine Intensivierung konventioneller Angriffe mit ballistischen Raketen. Im Fokus stehen dabei die ukrainische Hauptstadt Kiew, einschließlich möglicher Ziele im Stadtzentrum, sowie Infrastrukturziele in weiteren ukrainischen Städten. Präsident Wladimir Putin erklärte im russischen Staatsfernsehen, die Ukraine habe mit ihren Angriffen auf russische Infrastruktur die Büchse der Pandora geöffnet
und müsse nun bereit sein, einen Gegenschlag gegen die empfindlichsten Bereiche ihrer Wirtschaft hinzunehmen
. Nach Angaben von berliner-zeitung.de reagierte Kremlsprecher Dmitri Peskow zunächst nicht auf eine Anfrage zu diesen Berichten.
Weder westliche Wirtschaftssanktionen noch ukrainische Schläge gegen russische Raffinerien und Logistiknetzwerke werden den Krieg nach Einschätzung der Quellen beenden. Stattdessen betrachtet Moskau die ukrainischen Angriffe zunehmend als indirekte Attacken von Nato-Staaten, da westliche Bündnispartner die Ukraine mit Waffen und Geheimdienstinformationen unterstützen.
Interne Debatte über taktische Atomwaffen
Im weiteren Verlauf des Krieges ziehen immer mehr russische Funktionäre als letztes Mittel auch den Einsatz taktischer Atomwaffen in Betracht, wie aus den Berichten hervorgeht. Der Abgeordnete Alexej Schuraljow von der kremlnahen Partei Rodina erklärte in einer Videobotschaft, dass es Diskussionen darüber gebe, ob man taktische Atomwaffen einsetzen darf, und fügte hinzu: Im Bedarfsfall sind wir verpflichtet, sie einzusetzen.
Als historisches Beispiel nannte er den Einsatz der Atombombe durch die USA im Zweiten Weltkrieg, wie lessentiel.lu berichtet.

Geheimdienstkontakte und internationale Reaktionen
Begleitet werden die internen Debatten von diplomatischen und nachrichtendienstlichen Aktivitäten. So sorgte der unangekündigte Besuch von CIA-Direktor John Ratcliffe in Moskau für internationales Aufsehen. Kremlsprecher Peskow bestätigte Kontakte über die Geheimdienste, betonte jedoch, dass ein Treffen mit Putin nicht stattgefunden habe. US-Präsident Donald Trump bezeichnete den Besuch später als „weitgehend routinemäßig. Berichten zufolge könnte Ratcliffe den Kreml vor US-Erkenntnissen über eine neue Mobilisierungswelle oder mögliche Provokationen gewarnt haben, während die militärischen Auseinandersetzungen an der Front und die gegenseitigen Luftangriffe unvermindert fortgesetzt werden.

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