Lucas Miedler und Neil Oberleitner haben am 1. November 2026 das Doppelfinale der Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle gewonnen. Vor 9.800 Zuschauern besiegte das österreichische Davis-Cup-Duo die US-Amerikaner Ryan Seggerman und Learner Tien in nur 54 Minuten mit 6:1 und 7:5.
Triumph vor ausverkauftem Haus in der Wiener Stadthalle
Das österreichische Duo sicherte sich den Titel beim ATP-500-Turnier in Wien nach einer dominanten Leistung im ersten Satz und einer umkämpften Schlussphase im zweiten Durchgang. Vor restlos ausverkauften Rängen in der Wiener Stadthalle benötigten Lucas Miedler und Neil Oberleitner lediglich 54 Minuten, um den Sieg gegen Ryan Seggerman und Learner Tien perfekt zu machen. Während der erste Satz nach Breaks zum 3:1 und 5:1 in nur 20 Minuten mit 6:1 an die Österreicher ging, verlief der zweite Durchgang deutlich enger. Beim Stand von 5:5 gelang dem ÖTV-Gespann das entscheidende Break zum 6:5, ehe sie die Partie souverän ausservierten.

Die beiden entscheiden das Doppelfinale in der restlos ausverkauften Wiener Stadthalle in zwei Sätzen für sich, und nach nur 54 Minuten Spielzeit war der zweite gemeinsame Titel besiedelt. Miedler ist dabei der klare Krösus unter den österreichischen Spielern. Der Niederösterreicher holte als erster Österreicher einen historischen dritten Doppeltitel in Wien, nachdem er den Siegespokal schon 2022 und 2024 mit Alexander Erler entgegengenommen hatte, während er im Vorjahr mit dem Portugiesen Francisco Cabral im Endspiel gestanden war. Für den Wiener Oberleitner hingegen war dies die erste Finalteilnahme sowie der erste Hauptfeldsieg bei seinem Heimturnier in seiner Heimatstadt überhaupt, nachdem er in drei früheren Teilnahmen keinen einzigen Hauptfeldsieg errungen hatte. Das neue Erfolgsgespann feierte zudem den 14. Sieg im 16. Erst seit September spielen Lucas Miedler und Neil Oberleitner zusammen, nachdem im Wiener Prater gegen Belgien der erste gemeinsame Sieg gelungen war. Die anderen rot-weiß-roten Wiener Doppel-Sieger der Turniergeschichte sind Alexander Antonitsch (1988), Oliver Marach (2009) und Jürgen Melzer (2014).
Es macht mir richtig Spaß, mit Luci zu spielen. Ich denke, das sieht man, und und ich freue mich noch auf alles, was kommt.
Neil Oberleitner, Siegerinterview
Der Weg ins Finale und die emotionale Stärke
Der Turniersieg in Wien war das Ergebnis mehrerer enger Matches, bei denen sich das neue Erfolgsduo in entscheidenden Situationen auf seine mentale Stärke verlassen konnte. Bereits im Halbfinale in der Marx-Halle bezwangen Miedler und Oberleitner den Argentinier Guido Andreozzi und den Franzosen Manuel Guinard in zwei hart umkämpften Tiebreaks mit 7:6(0), 7:6(9). Im Viertilieturnier hatten sie zuvor die topgesetzten Wimbledonsieger Harri Heliövaara und Henry Patten aus Finnland und Großbritannien nach Satzrückstand im Match-Tiebreak mit 6:7(5), 7:6(2), 10:5 niedergerungen.
Wir nehmen jede Situation an, geben uns die gewisse Ruhe, in engen Situationen macht das den Unterschied.
Lucas Miedler, ÖTV-Spieler
Oberleitner betonte die Bedeutung der heimischen Kulisse für ihren Erfolgslauf: Es pusht extrem, wenn die Halle zum Beben anfängt
, erklärte der Wiener, der die Unterstützung der Fans als zentralen Faktor für das Durchstehen enger Punkte hervorhob.
Neues Karrierehoch und der nächste Stopp in Paris
Der Erfolg in der Bundeshauptstadt bringt dem Duo nicht nur ein Preisgeld von insgesamt 171.870 Euro ein, sondern sorgt auch für Bewegung in der Weltrangliste. Für Miedler ist es insgesamt der 15. Titel auf der ATP-Tour und der fünfte in der laufenden Saison, nachdem er in diesem Jahr bereits in Brisbane mit Francisco Cabral sowie in Gstaad und Kitzbühel mit Marc Polmans erfolgreich war. Im Race für die Turiner Finals rückte das ÖTV-Doppel zudem trotz nur vier gemeinsam bestrittener Turniere auf Rang 16 vor.

Viel Zeit zum Feiern bleibt den beiden indes nicht, denn für sie geht es bereits am Montag beim ATP-Masters-1000-Turnier in Paris-Bercy weiter, wo sie zum Auftakt auf den ab Montag an der Spitze der Einzelweltrangliste stehenden Deutschen Alexander Zverev (ATP-Doppel 103) sowie den brasilianischen Ex-Doppelweltranglistenersten Marcelo Melo (ATP-Doppel 52) treffen. Das abschließende große Jahreshighlight bildet danach das Event „Davis Cup by Generali Final 8in Bologna, bei dem das KURIER Austria Davis Cup Team am 26. November um nicht vor 17:00 Uhr auf die Vorjahresfinalisten aus Spanien trifft, wobei Miedler und Oberleitner im Doppel eingeplant wären.

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