Microsoft stellt eine neue Punkt-in-Zeit-Wiederherstellungsfunktion für alle Windows-11-Editionen bereit. Das Tool erstellt tägliche Systemabbilder über den Volume Shadow Copy Service, um Betriebssystem, Anwendungen und lokale Dateien nach schweren Problemen automatisch auf einen früheren Zustand zurückzusetzen.
Fast auf den Tag genau zwei Jahre nach dem weltweiten Ausfall von Millionen Windows-PCs durch ein fehlerhaftes CrowdStrike-Update erweitert Microsoft die Systemresilienz von Windows 11 um ein weitreichendes Werkzeug. Die Funktion Point-in-time Restore
, die laut Zdnet Ende Juni nach einer Testphase für öffentliche Windows-Builds freigegeben wurde, geht weit über das aus Windows Me bekannte Systemwiederherstellungs-Tool hinaus. Sie sichert den gesamten Rechnerzustand und soll als ultimativer Rücksetzknopf bei unvorhersehbaren Systemabstürzen dienen.
Tägliche Snapshots und Speicherplatzbedarf bei Point-in-time Restore
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Das neue Wiederherstellungswerkzeug nutzt den Volume Shadow Copy Service, um einmal täglich vollumfängliche Momentaufnahmen des Systems zu erzeugen. Dabei werden Betriebssystem, installierte Anwendungen, Einstellungen und lokale Dateien erfasst. Standardmäßig speichert das System die drei jüngsten Snapshots über einen Zeitraum von 72 Stunden. Auf Systemlaufwerken ab einer Größe von 200 GB ist die Funktion automatisch aktiv.
Trotz der umfassenden Natur der Sicherungen arbeitet das System ressourcensparend. Konfiguriert ist das Feature so, dass es einen bestimmten Prozentsatz des Systemlaufwerks beansprucht. Da es den Speicherplatz mit der reservierten Systemablage teilt, fällt der Platzbedarf im Alltag kaum ins Gewicht. Auf einem Testgerät mit einer 128-GB-Festplatte und 8 GB RAM belegten zwei Wiederherstellungspunkte 2,2 GB, während ein stärker genutzter Rechner mit 700 GB Laufwerkskapazität für drei Snapshots etwa 9 GB benötigte.
Aktivierung in der Windows Recovery Environment
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Um die Zurücksetzung im Ernstfall auszuführen, muss der Rechner in die Windows Recovery Environment booten. Dies geschieht automatisch nach drei aufeinanderfolgenden Startfehlern. Nutzer wählen dort die Option zur Problembehandlung und steuern den entsprechenden Wiederherstellungspunkt an. Je nach verwendeter Hardware nimmt der Wiederherstellungsprozess laut Zdnet zwischen 30 und 45 Minuten in Anspruch. Bei verschlüsselten Laufwerken muss zudem der BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel eingegeben werden.

Microsofts Initiative setzt bei der Nutzung voraus, dass wichtige Dokumente vorrangig in der Cloud gesichert werden. Im Gegensatz zum klassischen Systemwersetzen, das im Jahr 2000 mit Windows Me eingeführt wurde und Dokumentendateien unangetastet lässt, entfernt Point-in-time Restore alle lokalen Dateien, die nach dem jeweiligen Wiederherstellungspunkt erstellt wurden.