Zum Inhalt springen
Sport

Gavin Bazunu boykottiert Spiel gegen Israel

Irlands Nationaltorwart Gavin Bazunu boykottiert die umstrittenen Nations-League-Spiele gegen Israel aus persönlichen und politischen Gründen. Während sich die übrige Mannschaft nach langer interner Debatte für eine Fortsetzung der Partien auf neutralem Boden in Ungarn und Serbien entschied, erklärte der 24-Jährige die Tötung unschuldiger Menschen für inakzeptabel.

Die irische Nationalmannschaft hat nach einer intensiven 90-minütigen Mannschaftssitzung beschlossen, zu den bevorstehenden Nations-League-Duellen gegen Israel anzutreten. Verbandspräsident David Courell gab nach der internen Abstimmung bekannt, dass sich eine deutliche Mehrheit der Spieler für die Austragung der Partien ausgesprochen hat. Dennoch wirft die Begegnung schwere sportpolitische und moralische Schatten voraus.

Gavin Bazunu verweigert Einsatz gegen Israel

Als einziger Spieler im Kader zieht der irische Stammtorwart Gavin Bazunu Konsequenzen aus der sportlichen Ansetzung. Der beim englischen Zweitligisten Bolton Wanderers unter Vertrag stehende Profi teilte über die sozialen Medien mit, dass er für die Spiele nicht zur Verfügung stehen werde. Der israelische Verband hat die Partie unterdessen als sportlichen Sieg gegen Einschüchterungsversuche gewertet.

„Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht. Ich bin ein tiefgläubiger Mann und bemühe mich nach Kräften, ein Mensch mit Charakter und Prinzipien zu sein; daher halte ich es für falsch, an den bevorstehenden Begegnungen mit Israel teilzunehmen.“

Gavin Bazunu, Torwart der irischen Nationalmannschaft, via WELT

Bazunu betonte, dass sich seine Haltung nicht gegen die jüdische Gemeinschaft oder das israelische Volk richte, sondern ausschließlich gegen die anhaltenden Gräueltaten in der Region. Er sehe in diesem Moment eine seltene Gelegenheit, für eine höhere Sache einzustehen.

Politischer Druck und Kontroversen im Vorfeld

Die Debatte um das Aufeinandertreffen ist eng mit der politischen Haltung der Republik Irland verknüpft. Seit Beginn der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen als Reaktion auf den Hamas-Überfall im Oktober 2023 gehört Dublin neben Spanien zu den entschiedensten Unterstützern der Palästinenser in Europa. Im Jahr 2024erkannte Irland den Staat Palästina offiziell an, was im Vorfeld der Begegnungen zu intensiven gesellschaftlichen Boykottforderungen führte.

Gavin Bazunu boykottiert Spiel gegen Israel
Foto: sport1.de

Auch das Trainerteam geriet in den Strudel der Kontroversen. Nationaltrainer Heimir Hallgrímsson räumte ein, dass der Druck auf das Team enorm gewachsen sei. Seine zuvor getätigten Aussagen über den Gegner stießen beim israelischen Fußballverband auf scharfe Ablehnung, während Jason Knight als erster Spieler öffentlich sein tiefes Unbehagen über die Austragung des Spiels geäußert hatte.

Austragung auf neutralem Boden und symbolische Gesten

Wegen der Sicherheitslage finden beide Duelle auf neutralem Platz statt. Das Hinspiel wird im ungarischen Debrecen ausgetragen, während das Rückspiel am 4. Oktober in Serbien in Bačka Topola über die Bühne geht.

Gavin Bazunu boykottiert Spiel gegen Israel
Foto: BILD
Irlands Torwart sagt Israel-Spiel wegen „Gräueltaten in der Region“ ab
Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
Felix Neumann

Über den Autor

Felix Neumann leitet das Sportressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Fussball, internationale Turniere und Leistungssport und verbindet Ergebnisberichterstattung mit analytischem Hintergrund.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.