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Wels: Bürgermeister Andreas Rabl rätselt über Verschwinden von Kreuzen

Nach Elternbeschwerden und Sommerkontrollen in Wels fehlten zu Beginn des Schuljahres 2026/27 erneut 50 Kreuze in Klassenzimmern. Bürgermeister Andreas Rabl (FPÖ) zeigt sich ratlos über den plötzlichen Schwund. Betroffen sind neben religiösen Symbolen auch zahlreiche Bundes- und Landeswappen sowie Porträts politischer Amtsträger in den Bildungseinrichtungen.

Kaum waren die im Sommer vermissten Kreuze in den Welser Klassenzimmern ersetzt worden, ist ein neuer Schwund aufgetreten.

Sommerkontrollen offenbarten massive Lücken in Wels

Ausgangspunkt für die behördlichen Überprüfungen während der Sommerferien waren Beschwerden von Eltern. Kontrolliert wurden Volks-, Mittel-, Sonderschulen und Polytechnische Schulen in Wels, um festzustellen, ob die vorgesehenen Kreuze in den Klassenräumen hängen. Das Ergebnis war eindeutig: In 117 von insgesamt 238 kontrollierten Räumen fehlten die Kreuze. In einigen Schulen hing damals kein einziger, während andere vollständig ausgestattet waren.

Der Welser Bürgermeister Andreas Rabl zeigt sich über den aktuellen Zustand ratlos. Wir rätseln selber, warum das so ist. Ich glaube auch nicht, dass es nur an Schülern liegt, erklärte Rabl gegenüber der Kronen Zeitung. Zudem berichtete der Bürgermeister von einer Lehrerin, die ihm gegenüber offen erklärt habe, dass sie kein Kreuz in ihrer Klasse hängen haben will.

Wappen und Präsidentenbilder ebenfalls betroffen

Neben den religiösen Symbolen umfassten die behördlichen Kontrollen im Sommer auch staatliche Hoheitszeichen. Dabei zeigte sich, dass nicht nur Kreuze fehlten. In den Klassenzimmern wurden 187 Bundeswappen und 192 Landeswappen vermisst. Auch die vorgesehenen Porträts des Bundespräsidenten und des Landeshauptmanns waren in mehreren Fällen nicht vorhanden; fünf Bilder des Bundespräsidenten und sechs Bilder des Landeshauptmanns fehlten bei den Überprüfungen.

Ein gänzlich anderes Bild zeigt sich im selben Zeitraum in Linz. Zum Schulstart 2026/27 musste dort kein Ersatz für Kreuze, Wappen oder Politikerbilder beschafft werden. Die 57 öffentlichen Pflichtschulen in Linz mit insgesamt 621 Klassen werden laut den Berichten regelmäßig von Schulwarten kontrolliert und weisen eine lückenlose Ausstattung auf.

Religionsfeindlichkeit als polizeilich registriertes Motiv

Die Diskussion um religiöse Symbole in Schulen fällt in eine Zeit gestiegener registrierter Fallzahlen bei vorurteilsmotivierten Straftaten. Im Vorjahr verzeichnete die Polizei österreichweit 6.751 solcher Taten. Religiöse Feindlichkeit war dabei nach Weltanschauung sowie nationaler oder ethnischer Herkunft das dritthäufigste Motiv, wobei insgesamt 696 Vorurteilsmotive dokumentiert wurden.

Wels: Bürgermeister Andreas Rabl rätselt über Verschwinden von Kreuzen

Aufgeteilt auf einzelne Kategorien entfielen 264 Motive (38 Prozent) auf Muslimfeindlichkeit und 247 Fälle (35 Prozent) auf Antisemitismus. Im Bereich der Christenfeindlichkeit registrierten die Behörden 133 Motive, was einen Anstieg um 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einen Anteil von rund 19 Prozent innerhalb der religiösen Kategorie ausmacht. Von 21 dokumentierten antireligiösen Vorfällen an kirchlichen Gebäuden, Friedhöfen und Denkmälern waren zwölf christenfeindlich motiviert, meist handelte es sich dabei um schwere Sachbeschädigungen.

Unter den Tatverdächtigen im Bereich Christenfeindlichkeit fielen vor allem Jugendliche zwischen 14 und unter 18 Jahren auf; 27 Tatverdächtige gehörten dieser Altersgruppe an, und mehr als die Hälfte von ihnen besaß keine österreichische Staatsbürgerschaft.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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