Ehemalige Bundesligaspieler Mesut Özil hat am Rande eines Veteranenspiels in Istanbul ein Ende der Russland-Sanktionen im internationalen Fußball gefordert. Dabei warf der Weltmeister von 2014 dem Weltverband FIFA eine politische Doppelmoral vor und zog einen brisanten Vergleich zur ungehinderten Turnierteilnahme israelischer Mannschaften.
Politischer Appell beim Veteranenspiel in Istanbul
Der frühere deutsche Nationalspieler nutzte ein Veteranenspiel zwischen Istanbul Başakşehir und Zenit St. Petersburg für einen scharfen Vorstoß gegen die internationale Sportpolitik. Die Begegnung, die der türkische Klub mit 3:2 für sich entschied, bot der Bühne einen Rahmen für Äußerungen, die weit über den sportlichen Rahmen hinausreichen. Nach Schlusspfiff forderte der 38-Jährige unmissverständlich, die nach Beginn des Ukraine-Krieges verhängten Sanktionen gegen russische Teams aufzuheben.
In seiner Ansprache verwies er auf die ursprüngliche Idee des Sports. Der Fußball hat immer für Frieden gesorgt. Solange wir die Herkunft und den Glauben nicht beachtet haben, hat der Fußball die Menschen immer zusammengebracht
, erklärte der ehemalige Mittelfeldspieler nach dem Abpfiff in der türkischen Metropole. Der langjährige deutsche Nationalspieler hatte seine Karriere im Jahr 2023 beendet und war am Mittwoch am Rande der Partie im Einsatz.

Wie Sie wissen, gab es kein Embargo gegen Teams aus Israel, aber gegen russische. Ich möchte an der Stelle an die Fifa appellieren: Ich hoffe, dass sie Doppelmoral beiseiteschieben und alle gleich behandeln.
Mesut Özil, Weltmeister von 2014, via WELT
Özil, der während seiner aktiven Laufbahn unter anderem für Schalke 04, Werder Bremen, Real Madrid und den FC Arsenal auflief, bedankte sich im Rahmen der Veranstaltung ausdrücklich bei den Organisatoren für die Austragung des Vergleichs.
Konfrontation mit der FIFA und Parallelen zum Nahostkonflikt
Mit seiner direkten Ansprache an den Weltverband richtete Özil den Blick auf die unterschiedliche Handhabung zweier geopolitischer Krisenherde im internationalen Kalender.
Prominente politische Verbindungen und frühere Kontroversen
Die Wahl der beiden Klubs für das besagte Veteranenduell entbehrt nicht einer gewissen politischen Symbolik. Özils Nähe zur türkischen Staatsführung ist seit Jahren dokumentiert; Erdoğan trat im Jahr 2019 als Trauzeuge bei dessen Hochzeit auf und pflegt ein so enges Verhältnis zu dem ehemaligen Profi, dass die Kinder des 38-Jährigen den türkischen Präsidenten sogar „Opanennen dürfen.
Im vergangenen Jahr wählten die Parteivertreter den früheren Spieler in den Vorstand von Erdoğans streng konservativ-islamischer Regierungspartei AKP (Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung).

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