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Technik und Wissenschaft

LUMI-AI-Fabrik in Finnland mit 256-Kern-Epycs von AMD

August 2026 einen Vertrag über 387,8 Millionen Euro mit dem Systemlieferanten Bull unterzeichnet. Das Projekt „LUMI-AIin Kajaani, Finnland, setzt vollständig auf AMD-Hardware mit 256-Kern-Prozessoren und MI430X-Beschleunigern. Der Supercomputer soll in der zweiten Jahreshälfte 2027 in Betrieb gehen.

Europa baut seine Kapazitäten im Bereich der künstlichen Intelligenz massiv aus. Mit dem Startschuss für die neue Anlage in Finnland investieren die Europäische Union und ein internationales Konsortium hunderte Millionen Euro in modernste Rechenarchitektur, die vollständig mit Strom aus Wasserkraft betrieben werden soll.

EuroHPC JU und Konsortium finanzieren den Supercomputer in Kajaani

August 2026 besiegelt. Auftraggeber ist das European High-Performance Computing Joint Undertaking, kurz EuroHPC JU. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf genau 387,8 Millionen Euro. Diese Summe deckt den reinen Hardwarekauf sowie die Lieferung, den Aufbau und die langfristige Wartung ab. Das übergeordnete Gesamtbudget, das einen IBM-Quantencomputer und ein Service Center einschließt, wird von Beteiligten mit 650 Millionen Euro beziffert, wobei allein Finnland 250 Millionen Euro beisteuert.

Die Finanzierung des Beschaffungsvertrags teilt sich zu gleichen Teilen auf. Die Europäische Union übernimmt über das Digital Europe Programme 50 Prozent der Kosten. Die andere Hälfte stemmt das LUMI AI Factory Konsortium. Neben Finnland gehören diesem Verbund auch Tschechien, Dänemark, Estland, Norwegen und Polen an. Entsprechend dieser hälftigen Aufteilung wird auch die Rechenzeit zwischen dem EU-Gemeinschaftsunternehmen und den Partnerländern aufgeteilt.

BullSequana XH3500 setzt auf AMD Epyc und MI430X

Als Systemspezialist fungiert erneut das französische Unternehmen Bull, das den Zuschlag nach einer im Mai 2025 gestarteten Ausschreibung erhielt. Aufgestellt wird die Anlage im finnischen Kajaani, und zwar direkt neben dem bereits bestehenden Vorgängersystem, um von vorhandenem technischen Know-how zu profitieren. Der Standort im Renforsin Ranta Business Park wird künftig vom Betreiber CSC – IT Center for Science verwaltet.

Technische Basis ist die wassergekühlte Architektur BullSequana XH3500. Im Inneren arbeitet modernste Hardware von AMD. Zum Einsatz kommen 256-Kern-Prozessoren der nächsten Epyc-Generation mit dem Codenamen Venice sowie die neuen HPC-Beschleuniger der Serie Instinct MI430X. Damit setzt das Projekt im Gegensatz zu vielen reinen KI-Clustern konsequent auf eine Architektur, die neben rasanten Trainingsprozessen auch traditionelle Gleitkomma-Berechnungen mit hoher FP64-Leistung bewältigen kann.

Ergänzt wird das System durch weitere Technologiepartner. IBM steuert eine skalierbare Speicherlösung bei, während Nokia zusammen mit Bull die Netzwerkinfrastruktur und den Interconnect-Bereich verantwortet. Zusätzlich ist die Integration des Quantencomputers LUMI-IQ geplant, der von IQM Quantum Computers geliefert und im selben Rechenzentrum co-loziert wird, um hybride Workloads zu ermöglichen.

Nachhaltigkeit und Leistungssprung im finnischen Rechenzentrum

Im Vergleich zum bisherigen LUMI-Supercomputer soll das neue System die zehnfache KI-Leistung und fast die doppelte Rechenleistung im Bereich des traditionellen High-Performance-Computing erreichen. Die Inbetriebnahme ist für die zweite Hälfte des Jahres 2027 terminiert. Der primäre Zugriff auf die Ressourcen ist für Start-ups sowie kleine und mittlere Unternehmen vorgesehen, die Innovationen in Bereichen wie Gesundheitswesen, Materialwissenschaften und Klimaforschung vorantreiben wollen.

LUMI-AI-Fabrik in Finnland mit 256-Kern-Epycs von AMD
Photo: Computerbase

Auch beim Energiekonzept setzt das Projekt Maßstäbe. Die Anlage mit einer ausgelegten Leistung von 23 Megawatt soll zu 100 Prozent mit Strom aus Wasserkraft betrieben werden. Mithilfe patentierter Direct-Liquid-Cooling-Technologie von Bull wird die entstehende Abwärme zudem direkt in das kommunale Fernwärmenetz von Kajaani eingespeist.

Mit diesem Auftrag treibt das EuroHPC JU seine breitere europäische Infrastrukturstrategie voran. Neben den ersten Exascale-Systemen wie JUPITER und Alice Recoque investiert die EU massiv in ein Netz von KI-Fabriken und Antennen, während im Sommer 2026 bereits Ausschreibungen für gesamte AI Gigafactories auf den Weg gebracht wurden.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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