Donald Trump und seine Familie haben seit seinem erneuten Amtsantritt mindestens 2,3 Milliarden Dollar mit vier Krypto-Projekten verdient, wie eine Recherche von Reuters belegt. Während die Familie kaum eigenes Kapital riskierte, verloren über eine Million Anleger fast die gleiche Summe, insbesondere durch den massiven Wertverlust diverser Token.
World Liberty Financial: Milliardenprofite bei 87 Prozent Wertverlust

Meme-Coins und Nasdaq-Aktien: Die Bilanz der Anlegerverluste
Neben der eigenen Plattform setzte die Familie auf spekulative Instrumente und die Bewerbung externer Firmen. Der Meme-Coin „$TRUMP“, der drei Tage vor der Amtseinführung im Januar 2025 eingeführt wurde, stieg kurzzeitig auf fast 75 Dollar, bevor er um 97 Prozent einbrach. Laut Berichten von n-tv sicherte sich die Familie damit rund 616 Millionen Dollar, während die Käufer über 700 Millionen Dollar verloren. Das Schema wiederholte sich bei börsennotierten Unternehmen an der Nasdaq. Eric Trump und Donald Trump Jr. bewarben Firmen wie American Bitcoin und AI Financial Corp. Bei American Bitcoin verloren externe Anleger mehr als 200 Millionen Dollar. Eric Trump hingegen hält einen Anteil von neun Prozent im Wert von über 70 Millionen Dollar, ohne dass nachweislich eigenes Kapital investiert wurde.| Projekt | Gewinn Trump-Familie | Verlust Anleger | Kursentwicklung |
|---|---|---|---|
| World Liberty Financial | > 1,4 Mrd. $ | Nicht spezifiziert | – 87 % |
| $TRUMP Coin | ~ 616 Mio. $ | > 700 Mio. $ | – 97 % |
| American Bitcoin | > 70 Mio. $ (Eric Trump) | > 200 Mio. $ | Einbruch |
Die Abu Dhabi-Connection und die Rolle von MGX

Rechtliche Grauzonen und systemische Interessenkonflikte
Die rechtliche Bewertung dieser Geschäfte ist komplex, da das US-amerikanische System kaum Mechanismen bietet, um solche Konstellationen zu verhindern. Frank Emmert, Rechtsprofessor aus Indiana, erklärt, dass es keine Vorschriften gebe, die den Präsidenten daran hindern, Geschäfte auf Familienmitglieder zu übertragen. Da die US-Verfassung 250 Jahre alt sei, seien solche modernen Finanzinstrumente nicht vorgesehen worden. „Nachhaltiger Schaden für das Rechtssystem“ Frank Emmert, Rechtsprofessor Besonders brisant ist die Rolle der Regulierungsbehörden. In Washington wird derzeit an neuen Krypto-Gesetzen gearbeitet. Die Befürchtung ist jedoch, dass die Einschränkungen für die Industrie gering bleiben werden. Ein Grund dafür ist die personelle Besetzung: Paul Atkins, der Chef der Aufsichtsbehörde SEC, ist selbst in der Branche engagiert. Das Weiße Haus weist alle Vorwürfe von Interessenkonflikten zurück. Sprecherin Anna Kelly betonte lediglich, dass alle Maßnahmen des Präsidenten im besten Interesse des amerikanischen Volkes erfolgten. In der Praxis bedeutet dies jedoch, dass die Regierung die Branche reguliert, von der die Familie des Regierungschefs direkt profitiert. Die Startkosten der größten Projekte lagen insgesamt bei weniger als einer Million Dollar. Die Trump-Söhne ließen sich primär für Namen und Werbung bezahlen, während das Risiko fast vollständig auf die Anleger abgewälzt wurde. Damit ist das Krypto-Portfolio der Familie kein klassisches Investment, sondern ein hocheffizientes Marketing-Geschäft mit staatlichem Rückenwind.Find more reporting in our Technik und Wissenschaft section.
