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Technik und Wissenschaft

Lukratives Nebengeschäft: Rat mal, wie viel die Trump-Familie mit Krypto verdient hat | blue News

Donald Trump und seine Familie haben seit seinem erneuten Amtsantritt mindestens 2,3 Milliarden Dollar mit vier Krypto-Projekten verdient, wie eine Recherche von Reuters belegt. Während die Familie kaum eigenes Kapital riskierte, verloren über eine Million Anleger fast die gleiche Summe, insbesondere durch den massiven Wertverlust diverser Token.

Das Geschäftsmodell der Trump-Familie folgt einer präzisen Logik: minimales Eigenrisiko bei maximaler Hebelwirkung durch die Marke Trump. Während Donald Trump Kryptowährungen in seiner ersten Amtszeit noch als „Scam“ bezeichnete, ist er nun zum prominentesten Förderer der Branche aufgestiegen. Die Diskrepanz zwischen den Gewinnen der Familie und den Verlusten der Kleinanleger ist dabei eklatant.

World Liberty Financial: Milliardenprofite bei 87 Prozent Wertverlust

World Liberty Financial: Milliardenprofite bei 87 Prozent Wertverlust
Das lukrativste Projekt ist die Plattform World Liberty Financial. Durch den Verkauf von sogenannten Governance-Token flossen der Familie Trump mehr als 1,4 Milliarden Dollar zu. Die Trumps kontrollieren 60 Prozent des Unternehmens und sicherten sich 75 Prozent der Token-Einnahmen. Für die Käufer dieser Token verlief die Entwicklung katastrophal. Bis Ende April stürzte der Kurs um 87 Prozent ab. Erschwerend kommt hinzu, dass nachträglich eingeführte Verkaufsbeschränkungen bis zum Jahr 2030 viele Anleger daran hindern, ihre restlichen Bestände überhaupt zu veräußern. Ein weiteres Detail aus europäischen Regulierungsdokumenten deutet auf eine mögliche zusätzliche Gewinnmaximierung hin: Dort sind 3 Milliarden Token weniger verzeichnet, als offiziell gemeldet wurden. Diese Differenz könnte auf stille Verkäufe im Wert von über 460 Millionen Dollar hindeuten.

Meme-Coins und Nasdaq-Aktien: Die Bilanz der Anlegerverluste

Neben der eigenen Plattform setzte die Familie auf spekulative Instrumente und die Bewerbung externer Firmen. Der Meme-Coin „$TRUMP“, der drei Tage vor der Amtseinführung im Januar 2025 eingeführt wurde, stieg kurzzeitig auf fast 75 Dollar, bevor er um 97 Prozent einbrach. Laut Berichten von n-tv sicherte sich die Familie damit rund 616 Millionen Dollar, während die Käufer über 700 Millionen Dollar verloren. Das Schema wiederholte sich bei börsennotierten Unternehmen an der Nasdaq. Eric Trump und Donald Trump Jr. bewarben Firmen wie American Bitcoin und AI Financial Corp. Bei American Bitcoin verloren externe Anleger mehr als 200 Millionen Dollar. Eric Trump hingegen hält einen Anteil von neun Prozent im Wert von über 70 Millionen Dollar, ohne dass nachweislich eigenes Kapital investiert wurde.
Projekt Gewinn Trump-Familie Verlust Anleger Kursentwicklung
World Liberty Financial > 1,4 Mrd. $ Nicht spezifiziert – 87 %
$TRUMP Coin ~ 616 Mio. $ > 700 Mio. $ – 97 %
American Bitcoin > 70 Mio. $ (Eric Trump) > 200 Mio. $ Einbruch

Die Abu Dhabi-Connection und die Rolle von MGX

Die Abu Dhabi-Connection und die Rolle von MGX
Photo: n-tv.de
Die Krypto-Ambitionen der Familie reichen weit über den US-amerikanischen Markt hinaus. Im Rahmen einer Reise durch die Golfregion wurde deutlich, dass das Emirat Abu Dhabi massiv investieren will. Die Firma MGX, die primär vom Staatsfonds von Abu Dhabi getragen wird, plant, zwei Milliarden US-Dollar in die Kryptobörse Binance zu investieren. Der entscheidende Hebel ist hierbei die Plattform World Liberty Financial, über die diese Investition abgewickelt werden soll. Wie die Tagesschau berichtet, wird die Plattform von der Trump-Familie kontrolliert. Während das Weiße Haus einen persönlichen Nutzen für den Präsidenten bestreitet und die Geschäfte als Aktivitäten seiner Söhne darstellt, sehen Kritiker eine direkte Verflechtung von staatlichen Interessen und privaten Profiten.

Rechtliche Grauzonen und systemische Interessenkonflikte

Die rechtliche Bewertung dieser Geschäfte ist komplex, da das US-amerikanische System kaum Mechanismen bietet, um solche Konstellationen zu verhindern. Frank Emmert, Rechtsprofessor aus Indiana, erklärt, dass es keine Vorschriften gebe, die den Präsidenten daran hindern, Geschäfte auf Familienmitglieder zu übertragen. Da die US-Verfassung 250 Jahre alt sei, seien solche modernen Finanzinstrumente nicht vorgesehen worden. „Nachhaltiger Schaden für das Rechtssystem“ Frank Emmert, Rechtsprofessor Besonders brisant ist die Rolle der Regulierungsbehörden. In Washington wird derzeit an neuen Krypto-Gesetzen gearbeitet. Die Befürchtung ist jedoch, dass die Einschränkungen für die Industrie gering bleiben werden. Ein Grund dafür ist die personelle Besetzung: Paul Atkins, der Chef der Aufsichtsbehörde SEC, ist selbst in der Branche engagiert. Das Weiße Haus weist alle Vorwürfe von Interessenkonflikten zurück. Sprecherin Anna Kelly betonte lediglich, dass alle Maßnahmen des Präsidenten im besten Interesse des amerikanischen Volkes erfolgten. In der Praxis bedeutet dies jedoch, dass die Regierung die Branche reguliert, von der die Familie des Regierungschefs direkt profitiert. Die Startkosten der größten Projekte lagen insgesamt bei weniger als einer Million Dollar. Die Trump-Söhne ließen sich primär für Namen und Werbung bezahlen, während das Risiko fast vollständig auf die Anleger abgewälzt wurde. Damit ist das Krypto-Portfolio der Familie kein klassisches Investment, sondern ein hocheffizientes Marketing-Geschäft mit staatlichem Rückenwind.

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Rechtliche Grauzonen und systemische Interessenkonflikte
Photo: tagesschau.de
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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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