Die Lufthansa Group kündigt für das kommende Jahr einen zweistelligen Anstieg der Ticketpreise an. Vorstandschef Carsten Spohr begründete diesen Schritt am 3. November 2026 bei der Vorlage der Quartalszahlen in Frankfurt mit stark gestiegenen Kerosinkosten infolge des Konflikts im Nahen Osten, während der Konzern trotz eines Rekordumsatzes seine Gewinnprognose senkte.
Im dritten Quartal steigerte der Luftfahrtkonzern den Umsatz im Jahresvergleich um neun Prozent auf 12,2 Milliarden Euro, wie aus den am Dienstag vorgelegten Zahlen hervorgeht. Das Sommerquartal war damit das umsatzstärkste in der gesamten Unternehmensgeschichte und beim Gewinn eines der besten drei Quartale, die das Unternehmen je hatte, berichtet Yahoo Finanzen Deutschland.
Der Nettogewinn wuchs im selben Zeitraum um 30 Prozent auf 1,26 Milliarden Euro.
Zusätzlich zu diesen Ergebnissen sank die Adjusted EBIT-Marge leicht auf 11,5 Prozent nach 11,9 Prozent im Vorjahr, während im Rahmen des Lufthansa Airlines Turnaround Programms Automatisierung und Digitalisierung konsequent vorangetrieben wurden, was sich günstig auf die Stückkostenentwicklung auswirkte, meldet Austrian Wings.

Treibstoffkosten belasten die Lufthansa-Bilanz
Für das laufende Jahr rechnet der Vorstand mit einer Tankrechnung von 9,3 Milliarden Euro. Das sind rund zwei Milliarden Euro mehr als im Vorjahr und etwa 600 Millionen Euro mehr als noch im August veranschlagt worden war, meldet das Portal Aero. Wegen der Weltmarktlage gestaltet sich die preisliche Absicherung des Treibstoffbedarfs zunehmend schwierig. Höhere Ticketerlöse, Einsparungen und die starken Sparten Lufthansa Cargo und Lufthansa Technik konnten diese Mehrkosten jedoch mehr als kompensieren, berichtet Reisevor9.
Infolgedessen dämpfte der Vorstand die Gewinnprognose für das Gesamtjahr erneut. Das um Sonderposten bereinigte operative Ergebnis (EBIT) soll nun bei 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro liegen, nach zuvor anvisierten 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro, berichtet Der Standard.
Ticketpreise steigen im zweistelligen Bereich
Die Ticketpreise werden im nächsten Jahr zweistellig steigen
, kündigte Lufthansa-Chef Carsten Spohr an, um die Kosten aufzufangen, wie die Nachrichtenagentur dpa und der Kurier berichten. Die Netzwerkairlines konnten im dritten Quartal 85 Prozent des Kostenanstiegs beim Treibstoff über die Preise auf die Kunden abwälzen, und die Lufthansa-Tochter Eurowings schaffte dies laut Konzern-Finanzchef Till Streichert sogar vollständig, berichtet der Kurier.
Auf dem Nordatlantik sei es gelungen, den Anstieg der Kerosinpreisen nahezu vollständig an die Passagiere weiterzureichen, erklärt Aero unter Berufung auf den Konzern. Ähnlich äußerten sich Branchenvertreter in einer Umfrage von Travel Inside, in der eine große Mehrheit der befragten Reiseprofis ebenfalls von spürbaren Preissteigerungen ausgeht, wie das Portal berichtet.

Angebot wird auf wohlhabende Reisende ausgerichtet
Da neue Großraumflugzeuge knapp sind und der Betrieb auf kürzeren Strecken wegen der Treibstoffkosten unter Druck gerät, überprüft die Lufthansa das europäische Streckennetz, schreibt die Hamburger Morgenpost. Gleichzeitig konzentriert sich der Konzern stärker auf Passagiere im Premiumsegment.
Mit dem Flugzeugbauer Boeing führe man bereits Gespräche, die Business-Klasse im Dreamliner 787 bei neuen Maschinen größer zu gestalten, erzählt Lufthansa-Chef Spohr, wie die Hamburger Morgenpost berichtet.
Auch die Geschäfte bei der Frachttochter Cargo wurden durch den Boom bei der Errichtung von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz deutlich beflügelt, sagte Spohr, berichtet Yahoo Finanzen Deutschland am 3. November 2026 bei der Vorlage der Quartalszahlen in Frankfurt.
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