Nach 18 Schulwegunfällen im Vorjahr in Linz fordert der Verkehrsclub Österreich vor dem Schulstart am 14. September mehr Vorsicht, während in ganz Oberösterreich die Unfallzahlen mit verletzten Kindern um rund 40 Prozent gestiegen sind.
Mit dem Ende der Ferienzeit beginnt für 1.833 Abc-Schützen in Linz am Montag, dem 14. September, der tägliche Weg in die Bildungseinrichtungen. Gleichzeitig rückt damit die Verkehrssicherheit im Stadtgebiet wieder in den Fokus von Behörden, Verbänden und Eltern. Eine aktuelle Auswertung des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) auf Basis von Daten der Statistik Austria belegt, dass im Vorjahr 18 Kinder bei Schulwegunfällen in der oberösterreichischen Landeshauptstadt verletzt wurden, davon drei schwer. Im Jahr zuvor waren es noch neun Unfälle gewesen. Unter den Betroffenen befanden sich 13 Buben und fünf Mädchen.
Steigende Unfallzahlen in Oberösterreich und den Bundesländern
Die Entwicklung in Linz spiegelt einen breiteren Trend wider, der sich in den Regionalzahlen für das gesamte Bundesland zeigt. In ganz Oberösterreich ereigneten sich im Vorjahr 102 Schulwegunfälle mit Kindern im Alter von sechs bis 15 Jahren, bei denen 110 Schulkinder verletzt wurden. Das entspricht einem Anstieg von rund 40 Prozent gegenüber 2024, als deutlich weniger Vorfälle registriert worden waren. Österreichweit zählte die Statistik Austria im selben Zeitraum 537 Schulwegunfälle mit 577 verletzten Kindern.
Im bundesweiten Vergleich verzeichneten andere Regionen ebenfalls erhebliche Fallzahlen. Die meisten Schulwegunfälle passierten laut der VCÖ-Auswertung in Oberösterreich mit 102, gefolgt von Niederösterreich mit 85 und Wien mit 80 Fällen. Am anderen Ende des Spektrums lag das Burgenland mit sieben Schulwegunfällen, bei denen ausschließlich leichtere Verletzungen auftraten. Damit war das Burgenland laut der Analyse das einzige Bundesland ohne schwer verletzte Kinder bei solchen Unfällen im Berichtszeitraum.
Empfehlungen des ÖAMTC für den sicheren Schulweg
Verkehrsexperten raten dringend dazu, den künftigen Schulweg vor dem ersten Schultag intensiv zu trainieren. Eltern sollten dabei die Perspektive der Jüngsten einnehmen, da Kinder aufgrund ihrer geringeren Körpergröße den Verkehr ganz anders wahrnehmen.
„Wenn Kleinkinder ein Auto sehen, denken sie automatisch, dass auch sie selbst gesehen werden.“
Herwig Denk, Leiter des Clubservice des ÖAMTC Oberösterreich
Zudem sei Übung macht den Meister
ein bewährtes Motto, um Gefahrenpunkte gemeinsam zu entschärfen. Denk warnt vor dem Überqueren der Straße zwischen parkenden Autos, da kleinere Verkehrsteilnehmer dort erst sehr spät wahrgenommen werden. Auch Ablenkungen durch elektronische Geräte bergen Risiken. So gehört ein mitgebrachtes Mobiltelefon konsequent in die Schultasche statt in die Hand. Für bessere Sichtbarkeit empfiehlt der Experte helle Kleidung sowie reflektierende Überzüge oder Schnapparmbänder nach dem Grundsatz: Je heller, desto besser
.
Kommunale Maßnahmen und das Problem der Elterntaxis
Neben dem Fußgängertraining rückt auch das Verkehrsverhalten rund um die Schulgebäude in den Blickpunkt.

denn diese Fahrzeuge sorgen vor Schulen für zusätzlichen Verkehr und neue Gefahrensituationen. Die Stadt Linz reagiert darauf mit baulichen Anpassungen, verbesserter Beleuchtung und dem Erstellen von Schulwegplänen. Aktuell laufen entsprechende Maßnahmen unter anderem im Umfeld der Löwenfeldschule in Kleinmünchen. Für das Jahr 2026 wurden zudem zwei weitere Schulwegpläne für die VS 27 Mira-Lobe-Schule und die VS 28 Dr.-Karl-Renner-Schule in Auftrag gegeben, um sichere Routen und Querungsstellen auszuweisen.
Besondere Aufmerksamkeit an Bushaltestellen
Ein weiterer Schwerpunkt der Sicherheitskampagnen liegt auf dem Schulbusverkehr und den Haltestellenbereichen. Der ÖAMTC weist darauf hin, dass an Schulbussen, die an ihrer orangenen Warntafel erkennbar sind, bei eingeschalteten gelbroten Leuchten und aktivierter Warnblinkanlage keinesfalls vorbeigefahren werden darf. Autofahrer müssen hier äußerste Vorsicht walten lassen, da Kinder nach dem Aussteigen oft unachtsam die Fahrbahn queren.

einem gemeinsamen Rundgang, um potenzielle Gefahrenstellen aus der Sicht der Kinder zu erkennen und den sichersten Weg für den Schulweg zu finden.
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