US-Präsident Donald Trump und Außenminister Marco Rubio prüfen eine mögliche Entlassung der US-Botschafterin in Griechenland, Kimberly Guilfoyle. Hintergrund sind schwere Vorwürfe über angebliche Verfehlungen, darunter die Bitte an einen Spender zur Begleichung einer Kreditkartenrechnung im Austausch für politische Zugänge.
Donald Trump und Marco Rubio prüfen Entlassung in Athen
Die Amtszeit von Kimberly Guilfoyle als US-Botschafterin in Griechenland steht vor einem abrupten Ende. US-Präsident Donald Trump und Außenminister Marco Rubio beraten über ihre Abberufung, nachdem eine Serie von Medienberichten über fragwürdiges und möglicherweise illegales Verhalten die Runde machten. Auf eine entsprechende Reporterfrage im Weißen Haus erklärte Trump am 12. Oktober 2026: Nun, wir prüfen das. Ja, wir sind nicht glücklich darüber
, wie unter anderem von CNBC berichtet wurde.
Ein hochrangiger Regierungsbeamter teilte am 11. Oktober 2026 mit, dass sowohl Trump als auch Rubio über das Verhalten der Diplomatin extremely pissed off
seien, wie The Guardian meldete. Rubio zeigte sich demnach besonders verärgert, da er kurz zuvor noch zu Besuch in Athen gewesen war und Guilfoyle ihn bei sämtlichen Terminen begleitet hatte.
Guilfoyle, 57, eine frühere Moderatorin des Fernsehsenders Fox News und ehemalige Staatsanwältin in San Francisco und Los Angeles, übernahm ihr Amt in Athen im November 2025. Zuvor war sie von Präsident Trump nominiert und im September 2025 vom Senat bestätigt worden. Sie ist außerdem die frühere Verlobte von Donald Trump Jr., dem ältesten Sohn des Präsidenten.
Laut Berichten des Wall Street Journal sowie weiterer US-Medien sahen sich der Präsident und der Außenminister zu Reaktionen veranlasst, nachdem Details über ein problematisches Auftreten in Griechenland bekannt geworden waren. Dazu zählten Äußerungen bei Empfängen über mögliche Einflussnahmen auf die griechische Regierung sowie die Förderung bestimmter geschäftlicher Interessen von Energie- und Bauunternehmen, bei denen auch Lobbyisten anwesend waren.
Die Vorwürfe des Spenders Eric Deters und die Textnachrichten
Auslöser der aktuellen Krise ist ein Bericht des Wall Street Journal vom September und Oktober 2026. Demnach soll Guilfoyle im Juli 2025 – kurz vor ihrer Bestätigung durch den US-Senat – den US-Spender und Geschäftsmann Eric Deters per Textnachricht darum gebeten haben, eine Rechnung über 100.000 US-Dollar bei American Express für sie zu begleichen. Im Gegenzug stellte sie dem Spender demnach Kontakte zu hochrangigen Regierungsvertretern in Aussicht.
Kimberly Guilfoyle sagte: Schatz, bitte, ich brauche dich, dass du das heute für mich erledigst.
Laut ABC News
Deters erklärte gegenüber Medien, dass er das Geld nie überwiesen habe, weil ihm zu jenem Zeitpunkt die nötigen liquiden Mittel fehlten. Er empfand die Aufforderung als reines quid pro quo
, wie ABC News berichtete.

Eric Deters, ein ehemaliger Anwalt, konservativer Medienpersönlichkeit und früherer Spender für Trump, trat in der Vergangenheit auch als Kandidat bei US-Wahlen im Bundesstaat Kentucky auf. Er gab an, dass er neben dem Kreditkartenwunsch auch Gespräche über die Auslieferung eines aus den USA geflohenen Arztes geführt habe.
Reaktionen der Anwälte und Ermittlungen des State Department
Guilfoyles Rechtsanwälte, Jesse Binnall und David M. Binnall, wiesen die Anschuldigungen zurück. In einer am 12. Oktober 2026 veröffentlichten Erklärung argumentierten sie, dass die geforderte Summe von rund 150.000 US-Dollar als Bezahlung für frühere Rednerauftritte und Beratungsleistungen gedacht war, die Deters vor ihrer Zeit als Botschafterin schuldete. Jesse Binnall und David M. Binnall erklärten gegenüber der BBC: Einen Mandanten aufzufordern, für bereits geleistete Arbeit zu bezahlen, ist keine Korruption. Es ist das Gegenteil von Korruption.
Zudem erklärten ihre Anwälte in Bezug auf Reisen in Privatflugzeugen, dass die Botschafterin vor jeder Reise die entsprechenden Richtlinien und Vorgaben des US-Außenministeriums befolgt und eingeholt habe. Auch weitere Vorwürfe bezüglich ihres Verhaltens vor Ort wurden von ihren Rechtsvertretern als unzutreffend zurückgewiesen.

Zudem teilten mit der Angelegenheit vertraute Kreise mit, dass das Office of Inspector General (OIG) des US-Außenministeriums eine Prüfung der Vorwürfe eingeleitet hat, wie unter anderem The Guardian und The Daily Beast berichteten. Vizepräsident JD Vance erklärte hierzu am 9. Oktober 2026, dass man die Tatsachen prüfen müsse, betonte jedoch gleichzeitig gegenüber der Jerusalem Post: Natürlich mag ich es nicht, wenn irgendjemand den Zugang zu einem anderen Regierungsbeamten verkauft, gewiss zu einem hochrangigen Regierungsbeamten.
In Griechenland selbst sorgten die Enthüllungen ebenfalls für politische Debatten, wobei Regierungsvertreter und Minister erklärten, dass die bilateralen Beziehungen und die diplomatische Zusammenarbeit davon nicht beeinträchtigt werden sollen. Dennoch bleiben die Untersuchungen der US-Behörden und die Entscheidungen im Weißen Haus abzuwarten.
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