Nach einem Imbissbesuch im münsterländischen Oelde meldeten sich mehr als 70 Menschen mit schweren Magen-Darm-Beschwerden beim Gesundheitsamt. Gesundheitsbehörden bestätigten nach Laboruntersuchungen von Stuhlproben, dass Noroviren die Auslöser der Infektionswelle waren, während untersuchte Lebensmittelproben unauffällig blieben.
Ausbruch mit mehr als 70 Betroffenen im Kreis Warendorf
In Oelde hat eine spürbare Häufung von Magen-Darm-Erkrankungen die Behörden beschäftigt. Nach ersten Meldungen zu Beginn der Woche, bei denen sich zunächst 15 Personen an das Gesundheitsamt des Kreises Warendorf wandten, stieg die registrierte Fallzahl nach Angaben einer Kreissprecherin im Laufe der Woche kontinuierlich an, bis schließlich am Freitagnachmittag des 9. Oktober 2026 mehr als 70 Meldungen vorlagen. Die Behörden wiesen darauf hin, dass zudem von einer Dunkelziffer auszugehen ist.
Die ersten Erkrankten hatten sich am Montag, dem 5. Oktober 2026, an die Behörden gewandt. Nach Angaben des Kreises konsumierten die Betroffenen dort allerdings unterschiedliche Speisen, weshalb ein spezifischer Zusammenhang mit Dönergerichten nicht explizit festgestellt wurde. Auch das Krankenhaus in Oelde kontaktierte das Gesundheitsamt, da drei Personen dort über starken Durchfall und Erbrechen klagten und zuvor ebenfalls den betreffenden Betrieb besucht hatten.

Laborergebnisse bestätigen Noroviren und entlasten Lebensmittel
Bereits am Montag nach Bekanntwerden der ersten Fälle wurden von Kontrolloren in dem Gastronomiebetrieb Lebensmittel- und Umgebungsproben sowie Proben am 7. Oktober 2026 entnommen und zur genaueren Analyse an ein Labor in Münster übermittelt. Gleichzeitig blieben die Analysen der einzelnen Lebensmittel unauffällig. Damit schieden die Speisen als direkte Infektionsquelle aus.
Wichtig ist, dass die Lebensmittel nicht zu beanstanden waren und deshalb nicht die Infektionsquelle sein können.
Kerstin Butz, Kreis Warendorf
Da die Erreger hochansteckend sind und sich über Schmierinfektionen oder direkten beziehungsweise indirekten Personenkontakt rasend schnell verbreiten, gehen die Behörden von einer Übertragung auf diesem Weg aus. Kerstin Butz vom Kreis Warendorf erklärte dazu: Bei so hoch ansteckenden Viren können wir in der Rückschau leider nicht mehr den genauen Infektionsweg nachverfolgen.
Typische Symptome von Noroviren sind plötzlich einsetzendes starkes Erbrechen und Durchfall, häufig begleitet von Übelkeit und Bauchschmerzen.

Betriebsstatus und behördliche Kontrollen im Imbiss M&N’s Grillecke
Nach Abschluss der Prüfungen bekräftigte das Lebensmittelüberwachungsamt, dass die Entscheidung zur Aufrechterhaltung des Betriebs gerechtfertigt war, da die Erkrankungen auf Personenkontakt und nicht auf Mängel bei der Lebensmittelhygiene zurückzuführen sind.
Ich habe durch die Krankheitsfälle meinen guten Ruf verloren. Bei mir arbeiten 20 Leute, keiner hat bislang irgendwelche Symptome.
Feyzullah Üzel, Imbissbetreiber
Nach Angaben des Kreises Warendorf gab es zu den bisherigen Kontrollen keine Hinweise auf Hygienemängel. Eine reguläre Überprüfung war erst einen Monat zuvor erfolgt und ohne Beanstandungen verlaufen, und auch bei früheren Lebensmittel-Kontrollen waren bei dem Oelder Imbiss keine Auffälligkeiten festgestellt worden.
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