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Unterhaltung

Eknoor Singh verdient nach eigenen Angaben über 120.000 Pfund jährlich als Video-Clipper

Der 22-jährige Eknoor Singh verdient nach eigenen Angaben mehr als 120.000 Pfund im Jahr als professioneller „Clipper. Er schneidet längere Social-Media-Videos in kurze, vertikale Clips für Plattformen wie TikTok und Instagram, um Reichweite zu generieren und über Aufrufzahlen Einnahmen zu erzielen.

Das Geschäftsmodell der professionellen Video-Kürzung

Für die Ausübung dieses Berufs benötigt Eknoor Singh nach eigenen Angaben lediglich ein Mobiltelefon und eine Internetverbindung. Die in London lebende Person sucht nach eigenen Aussagen in längeren Inhalten – von Podcasts bis hin zu Musikvideos – nach den prägnantesten Momenten. Daraus erstellt er 30- bis 60-sekündige Clips und veröffentlicht diese auf Plattformen wie Instagram, YouTube und TikTok.

Das Prinzip stützt sich auf die Annahme, dass jüngere Altersgruppen zwischen 16 und 25 Jahren besonders empfänglich für knackige, schnell konsumierbare Ausschnitte sind. Die Aufmerksamkeitsspanne der Menschen wird immer kürzer, erklärt Evan Stanfield, der im Alter von 21 Jahren die Vermittlungsplattform Clipping Culture ins Leben gerufen hat. Der erst 21-jährige Gründer fügt hinzu, dass das Erstellen dieser Ausschnitte eine Angelegenheit für junge Menschen sei, da diese den Großteil der Konsumenten von Kurzvideos ausmachten.

Einnahmen von bis zu 120.000 Pfund jährlich und virale Effekte

Clipper erhalten in der Regel eine Vergütung, die sich nach den erzielten Aufrufen richtet. Möglich sind Beträge von bis zu 3 Dollar (entsprechend 2,30 Pfund) pro 1.000 Aufrufe plattformübergreifend. Singh, der eigenen Angaben zufolge im vergangenen Jahr durch einen kurzen Clip der Popsängerin Dua Lipa auf Instagram einen Betrag von 300 Dollar einnahm, sprach von einem Wendepunkt: Ich dachte nur: OK, das ist viel Geld für das einfache Posten eines Videos. Mir war sofort klar, wie lukrativ das sein kann. Mittlerweile belaufe sich sein Monatseinkommen auf mindestens 10.000 Pfund, und er beschreibt seine Tätigkeit in London so, dass er praktisch ununterbrochen schneide, egal ob unterwegs oder im Urlaub.

Auch andere Personen nutzen diese Einnahmequelle. Auf der Unternehmensseite zeigt sich ein ähnlicher Trend: Der in Las Vegas ansässige Modulhaus-Hersteller Boxabl verzeichnet nach Angaben von Gründer Galiano Tiramani durch Clips mittlerweile schätzungsweise eine Milliarde Aufrufe. Die Clips sind fast wie Trailer für die Hauptveranstaltungen, erklärt Jimmy McLoughlin, ein britischer Podcaster und ehemaliger Berater der Downing Street, der dieses Format ebenfalls nutzt und verweist darauf, dass ein Podcast mit Premierminister Andy Burnham knapp 50.000 lange Wiedergaben, im Bereich der Clips jedoch Millionenabrufe verzeichnete.

Plattformen, Agenturen und die harten Realitäten des Marktes

Vermittelt werden die Aufträge über diverse Online-Kanäle, darunter Foren wie Reddit und Discord sowie spezialisierte Plattformen wie Clipping Culture, Vyro, Whop und Kick. Letztere erheben Gebühren von den Unternehmen, die das Videomaterial zur Verfügung stellen. Zu den Kunden von Clipping Culture zählen nach Angaben des Unternehmens unter anderem Universal Music Group, Capital Records und HBO Max. Für Firmen ist das Einbinden von jungen Menschen im Vergleich zu klassischer Social-Media-Werbung deutlich kostengünstiger und erzielt effektiver Aufmerksamkeit.

Experten warnen jedoch davor, den Arbeitsaufwand und die Erfolgschancen zu unterschätzen. Die Social-Media-Beraterin Lia Haberman betont, dass der Bereich stark dem restlichen Creator-Economy-Modell ähnele, bei dem die große Mehrheit kaum oder gar kein Geld verdiene. Streaming-Branchenanalyst Devin Nash fügt hinzu, dass man den zeitlichen Aufwand für eine erfolgreiche Videobearbeitung dieser Art leicht unterschätzen kann.

Es spiegelt die breitere Creator Economy wider. Die große Mehrheit verdient wenig bis gar nichts.

Lia Haberman, Social-Media-Beraterin

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Sophie Krueger

Über den Autor

Sophie Krueger leitet das Unterhaltungsressort von Germanic Nachrichten. Ihr Schwerpunkt liegt auf Film, Streaming, Popkultur und prominenten Entwicklungen mit redaktioneller Einordnung und sauberer Quellenlage.

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