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Unterhaltung

Eknoor Singh verdient mehr als 120.000 Pfund pro Jahr mit viralen Social-Media-Videos

Der 22-jährige Eknoor Singh verdient nach eigenen Angaben mehr als £120,000 im Jahr als professioneller „Clipper“, der kurze Ausschnitte von Prominenten und Marken für soziale Medien viral macht. Die globale Branche der Kurzvideos vernetzt Teenager und junge Erwachsene über Vermittlungsplattformen mit Unternehmen, die günstige und reichweitenstarke Alternativen zu klassischen Werbeanzeigen suchen.”

Wer durch Instagram, TikTok oder YouTube scrollt, stolpert unweigerlich über kurze Ausschnitte bekannter Podcasts, Musikvideos oder Auftritte von Prominenten. Hinter diesen vertikalen Videos im Format von 30 bis 60 Sekunden steht oft kein traditionelles Marketingteam, sondern eine neue Generation von Content-Erstellern, die als professionelle Clipper bekannt sind.

Eknoor Singh und die Verdienstmöglichkeiten der professionellen Video-Zuschnittler

Singh stieg im vergangenen Jahr in das Geschäft ein, als ein kurzer Videoclip von Popstar Dua Lipa auf Instagram ihm einen Erlös von $300 einbrachte. Das lukrative Potenzial dieser Arbeit erkannte er schnell. Inzwischen erwirtschaftet er nach eigenen Angaben monatlich mindestens £10,000. Das Prinzip dahinter ist unkompliziert: Die Auftraggeber – von Modemarken über Filmstudios und Influencer bis hin zu Plattenlabels – stellen längeres Ausgangsmaterial zur Verfügung. Die Clipper sichten dieses Material, schneiden die prägnantesten Sequenzen heraus und laden sie auf Plattformen wie YouTube oder Instagram hoch.

Für die Videoverwertung zahlt sich virale Reichweite direkt aus. Clipper erhalten je nach Aufrufzahlen zwischen den Plattformen bis zu $3 beziehungsweise £2.30 pro 1,000 Views. Singh sucht gezielt nach Inhalten, die schnell zu erfassen und humorvoll sind. So sorgte im Mai ein von ihm erstelltes Video für Aufmerksamkeit, das die Reaktion von Sabrina Carpenter auf einen Zwischenfall am Rande der Met Gala in New York zeigte. Ein weiteres Standbein in den USA betreibt der 24-jährige Ethan Weems aus Wichita im US-Bundesstaat Kansas. Neben seiner regulären Videoproduktion erzielt er als Clipper für den YouTuber und Podcaster Caleb Hammer monatlich mindestens $1,000.

Plattformen wie Clipping Culture und die globale Vermittlung von Videokünstlern

Um Auftragsarbeiten und Arbeitskräfte zusammenzubringen, hat sich ein Netzwerk aus spezialisierten Vermittlungsplattformen etabliert. Neben traditionellen Foren wie Reddit und Discord nutzen Medienschaffende dedizierte Vermittlungsdienste wie Clipping Culture, Vyro, Whop und Kick. Diese Plattformen erheben eine Gebühr von den Unternehmen, die nach viraler Aufmerksamkeit suchen.

Einer der zentralen Akteure auf diesem Markt ist das von dem 21-jährigen Evan Stanfield gegründete Unternehmen Clipping Culture, das nach eigenen Angaben mehr als 340,000 Clipper weltweit vernetzt. Die Plattform listet namhafte Kunden wie Universal Music Group, Capital Records und HBO Max. Laut Stanfield erklären sich die stark verkürzten Aufmerksamkeitsspannen der Konsumenten zu einem Großteil durch den Erfolg von Kurzvideos. Jüngere Altersgruppen zwischen 16 und 25 Jahren verstehen intuitiv am besten, welche Ausschnitte in ihrer Alterskohorte funktionieren.

Galiano Tiramani, Gründer von Boxabl, sagte, dass sie bisher vermutlich eine Milliarde Aufrufe von Clips erzielt haben.

Auch Unternehmen jenseits der Musik- und Unterhaltungsbranche setzen auf diese Methode. Das auf den Bau modularer Häuser spezialisierte Unternehmen Boxabl aus Las Vegas berichtet über immense Reichweiten durch von Dritten erstellte Clips. Gründer Galiano Tiramani betont, dass die Zusammenarbeit mit jungen Kreativen aus deren Schlafzimmern heraus für Firmen weitaus kostengünstiger und im Hinblick auf organische Reichweiten oft effektiver ist als herkömmliche Social-Media-Werbung.

Podcasts als Longplay und die Einschätzungen von Analysten zur Creator Economy

Jimmy McLoughlin, ehemaliger Berater in der Downing Street und Moderator des Podcasts Jimmy’s Jobs of the Future, beschreibt kurze Clips als Werbeträger für das eigentliche Kernprodukt.

Trotz der herausragenden Erfolge einzelner Personen mahnen Branchenkenner vor unrealistischen Erwartungen. Social-Media-Beraterin Lia Haberman warnt davor, dass die lukrativen Verdienste Einzelfälle bleiben. Das Modell spiegele die breitere Ökonomie der Content-Creator wider, in der die große Mehrheit kaum oder gar kein Geld verdiene. Auch Streaming-Analyst Devin Nash verweist auf den enormen zeitlichen Aufwand. Wer als Clipper dauerhaft erfolgreich sein wolle, müsse stundenlang Inhalte sichten und regelrecht in dieser digitalen Welt leben.

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Sophie Krueger

Über den Autor

Sophie Krueger leitet das Unterhaltungsressort von Germanic Nachrichten. Ihr Schwerpunkt liegt auf Film, Streaming, Popkultur und prominenten Entwicklungen mit redaktioneller Einordnung und sauberer Quellenlage.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.